Männer-Finale in Melbourne

Der krönende Abschluss in Australien: Djokovic gegen Nadal

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Novak Djokovic bejubelt seinen Sieg 2012 gegen Rafael Nadal. Foto: Mast Irham/EPA

Vor sieben Jahren lieferten sich Novak Djokovic und Rafael Nadal in Melbourne eines der besten Grand-Slam-Endspiele der Tennis-Neuzeit. Und das längste obendrein: Erst nach 5:53 Stunden siegte Djokovic. Am Sonntag spielen die beiden wieder um den Australian-Open-Titel.

Melbourne (dpa) - Es war 01.37 Uhr morgens in Melbourne, als Novak Djokovic mit dem ersten Matchball den Schlusspunkt unter eines der faszinierendsten, aber auch härtesten Tennis-Matches der vergangenen Jahrzehnte setzte.

Sieben Jahre ist diese unvergessliche Final-Nacht bei den Australien Open her, an deren Ende Djokovic und Rafael Nadal Stühle hingestellt bekamen, weil sie bei der Siegerehrung nicht mehr stehen konnten. Der Serbe siegte damals nach 5:53 Stunden mit 5:7, 6:4, 6:2, 6:7 (5:7), 7:5. An diesem Sonntag (09.30 Uhr MEZ/Eurosport) gibt es an gleicher Stelle eine Neuauflage dieses Endspiels.

Der Weltranglisten-Erste ist mittlerweile 31, der an Nummer zwei geführte Nadal 32 Jahre alt - und ungeachtet aller Blessuren und Pausen wird der erste Grand-Slam-Titel der Saison wieder an einen der drei Tennis-Giganten gehen, nachdem zuletzt zweimal der 37 Jahre alte Roger Federer in Australien triumphieren konnte. 20 Trophäen holte der im Achtelfinale ausgeschiedene Schweizer bei den vier wichtigsten Turnieren, Nadal will seine 18., Djokovic seine 15. - damit wäre er die alleinige Nummer drei vor dem Amerikaner Pete Sampras.

Zumindest in Australien konnte noch keiner der Nachwuchsstars wie Alexander Zverev, ab Montag wieder Weltranglisten-Dritter, in diese Phalanx eindringen. Djokovic und Nadal waren in den vergangenen beiden Wochen die Besten. "Er hat während des gesamten Turniers beeindruckend gut gespielt", sagte Djokovic über seinen Kontrahenten, der seit seiner Aufgabe im Halbfinale der US Open Anfang September wegen verschiedener Blessuren kein Turnier mehr bestritten hatte.

"Ich muss weiter die Sachen machen, die ich mache. Ich mache viele Dinge gut, also kann ich mich kaum beschweren", sagte Nadal. Der Linkshänder hat seinen Aufschlag etwas verändert und schaffte es in Melbourne oft, die Punkte schneller als früher zu machen, auch wenn er sein Spiel schon immer als aggressiv empfand.

Ein Jahrzehnt ist Nadals einziger Triumph in der Rod-Laver-Arena inzwischen her, damals schlug er in fünf Sätzen Federer, der sich vor zwei Jahren nach einer unvergessenen Aufholjagd im fünften Satz dafür revanchierte. Djokovic will dem Spanier nun die vierte Final- Niederlage in Serie in Australien zufügen und mit dem siebten Titel alleiniger Rekordhalter vor Federer und Lokalmatador Roy Emerson werden. In Endspielen ist er in Melbourne noch unbesiegt.

"Nadal ist in meinem Leben und in meiner Karriere der größte Rivale, gegen den ich auf allen Belägen gespielt habe", sagte Djokovic vor dem schon 53. Duell der beiden. "Einige Matches, die wir gegeneinander gespielt haben, waren ein großer Wendepunkt in meiner Karriere. Sie haben dafür gesorgt, dass ich neu über mein Spiel nachgedacht habe."

In der Bilanz der beiden führt Djokovic 27:25, das vergangene Duell im Halbfinale von Wimbledon gewann er mit 10:8 im fünften Durchgang. Nach seiner langen Pause wegen einer Ellenbogenoperation krönte er danach mit dem Titel beim Rasen-Klassiker sein Comeback, gewann danach auch die US Open und kehrte an die Spitze der Weltrangliste zurück.

Das habe er vor einem Jahr als sehr unwahrscheinlich angesehen, erklärte Djokovic auch in Melbourne wieder, wo er nun sein 24. Grand-Slam-Finale bestreitet. Sogar das 25. ist es für Nadal. Bei den großen Turnieren verlor er nur fünf der bisher 14 Partien gegen Djokovic - dabei aber zuletzt in Wimbledon und 2012 in Melbourne.

Tableaus Australian Open

Alle Herren-Endspiele der Australian Open

Direkter Vergleich Djokovic - Nadal auf ATP-Homepage

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