Formel 1

Die Lehren aus dem Großen Preis von Aserbaidschan

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Mercedes-Pilot Lewis Hamilton hat den Großen Preis von Aserbaidschan gewonnen. Foto: Luca Bruno/AP

Sebastian Vettel verpasst in Baku seinen 50. Karrieresieg - und büßt außerdem WM-Führung ein. Nach einem Chaos-Rennen steht Lewis Hamilton ganz oben, sein Teamkollege Valtteri Bottas ist bitter enttäuscht. Red Bull muss seine Fahrer wieder auf Kurs bringen.

Baku (dpa) - Erst riskiert Sebastian Vettel zu viel, dann platzt bei Valtteri Bottas ein Reifen - nach einem chaotischen Formel-1-Rennen in Aserbaidschan steht Lewis Hamilton als großer Profiteur da.

VETTEL RISKIERT ZU VIEL: Seinen Fehler räumte Sebastian Vettel selbst ein. "Im Nachhinein ja", sagte der Ferrari-Fahrer auf die Frage, ob er in der Endphase des Rennens zu viel Risiko gegangen sei. "Ich hatte aber auch nicht ewig lange Zeit zu überlegen." Vettel hätte nach der späten Safety-Car-Phase wenige Runden vor Schluss fast den Führenden Valtteri Bottas wieder überholt, als aber ein Vorderreifen blockierte und er bis auf Rang vier zurückfiel. Damit verlor der Heppenheimer am Ende auch seine WM-Führung. "Bis dahin war das ganze Rennen sehr gut", resümierte Vettel, der den verlorenen Punkten aber nicht lange nachtrauern wollte.

HAMILTON KANN DOCH NOCH GEWINNEN: Im Moment seines glücklichen und unverhofften Siegs erinnerte sich Lewis Hamilton an den Rat seines Vaters Anthony, niemals im Leben aufzugeben. Nachdem Vettel nach einem Risiko-Manöver noch zurückgefallen war und seinem Teamkollegen Valtteri Bottas der Reifen platzte, war der Brite plötzlich ganz vorn. Erstmals nach sechs Rennen feierte Hamilton wieder einen Grand-Prix-Erfolg. "Ich bin dankbar für diesen Sieg", sagte der 33-Jährige nach diesem "Lotteriespiel" in Baku und fühlte mit seinem ausgeschiedenen Stallrivalen. "Wir müssen uns aber noch in vielen Bereichen verbessern", betonte der neue WM-Spitzenreiter Hamilton, der seinen ersten Sieg seit dem USA-Rennen im Oktober 2017 dennoch nicht als Wende betrachtete.

BOTTAS IST DER TRAURIGE VERLIERER: Valtteri Bottas fuhr ein starkes Rennen. Dann kostete ihn ein Reifenplatzer kurz vor Ende den schon greifbaren Sieg. "Ich bin untröstlich, es tut sehr weh", resümierte der Finne, der nach der letzten Safety-Car-Phase über ein Trümmerteil gerast war. "Ich habe es nicht gesehen, auf einmal ist dann hinten rechts der Reifen explodiert." Für Mercedes-Teamchef Toto Wolff hatte Bottas als einziger Pilot ein fehlerfreies Rennen abgeliefert, Lewis Hamilton hatte Mitgefühl für seinen Teamkollegen. "Ich weiß, wie schwer diese Tage sind", sagte der Nutznießer. "Ich kann nur versuchen, ihn ein bisschen aufzurichten."

RED BULL MUSS SEIN DUO ZÜGELN: Einbremsen will Red-Bull- Teamchef Christian Horner seine beiden Fahrer nicht. Zügeln muss er Daniel Ricciardo und Max Verstappen nach ihrem fatalen Crash gleichwohl. "Wir wollen sie weiter gegeneinander fahren lassen, sie müssen aber dem Team und auch einander Respekt zeigen und sich Platz lassen", ermahnte Horner sein zankendes Duo.

Ricciardo und Verstappen lagen in der Schlussphase auf Podiumskurs, krachten aber ineinander und schieden aus. "Sie müssen so viel Hirn haben, dass sie gar nicht erst in so eine Situation kommen", rügte Motorsportberater Helmut Marko. Eine Teamorder soll es nicht geben, Abbitte muss das Duo aber noch leisten: Vor dem nächsten Grand Prix in Barcelona müssen sich Ricciardo und Verstappen in der Rennfabrik in Milton Keynes beim versammelten Team entschuldigen.

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