Titelkämpfe in Ottensheim

Leichter Doppelzweier gewinnt Bronze bei Ruder-WM

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Holten WM-Bronze im Doppelzweier: Jonathan Rommelmann und Jason Osborne. Foto: Matthias Schrader/AP

Der leichte Männer-Doppelzweier hat dem Deutschen Ruderverband (DRV) bei der WM in Österreich die erste Medaille in den Olympischen Klassen beschert. Dagegen gingen die anderen Boote am vorletzten Tag der Titelkämpfe leer aus.

Ottensheim (dpa) - Jason Osborne fehlte die Kraft, um allein aus dem Boot zu klettern. Nur mit Hilfe seines Ruder-Partners Jonathan Rommelmann schaffte es der Mainzer auf den Steg.

Doch bei der Siegerehrung nur wenige Minuten nach dem Finale der leichten Doppelzweier konnte auch er wieder lächeln. Den ersten Gewinn einer WM-Medaille in dieser Wettkampfklasse für ein deutsches Boot seit 20 Jahren wertete das Duo als Belohnung. "Als wir über die Ziellinie fuhren, waren wir erst mal ein bisschen enttäuscht. Aber mit etwas Abstand wird einem klar, dass Bronze in diesem Feld ein Erfolg ist", kommentierte der Krefelder Rommelmann.

Nach einer zuvor famosen Saison ohne Niederlage mussten sich die DRV-Leichtgewichte bei den Titelkämpfen in Österreich wie schon im Halbfinale auch im Endlauf der starken Konkurrenz geschlagen geben. Zwar lagen sie am Samstag bei der 1000-Meter-Marke noch vorn, konnten dem späteren Sieger Irland und dem Zweiten Italien im Schlussspurt aber nicht mehr folgen. "Am Ende war die Luft raus. Dennoch haben wir allen Grund, stolz zu sein", befand Osborne.

Anders als der leichte Männer-Doppelzweier gingen beide Doppelvierer im Kampf um Medaillen leer aus. Die Crew um Schlagfrau Frieda Hämmerling (Kiel) kam nicht über einen vierten Rang mit großem Abstand hinter den Booten aus China, Polen und den Niederlanden hinaus. Für das Männer-Team reichte es gar nur zu einem fünften Platz.

Zudem musste der DRV am zweitletzten WM-Tag einen weiteren Rückschlag bei den Olympischen Quotenplätzen hinnehmen. Mit dem vierten Rang im B-Finale verpasste der Vierer ohne Steuermann das direkte Ticket für Tokio 2020. Dass der DRV umgehend Protest einlegte, weil er die Bahnverteilung nach auffrischendem Wind als ungerecht empfand, dürfte wenig ändern. Acht Boote aus den 14 Olympischen Wettkampfklassen müssen im kommenden Mai auf dem Rotsee in Luzern in die Nach-Qualifikation. Vor Rio 2016 waren nur fünf Boote davon betroffen.

Gleichwohl soll der letzte WM-Finaltag für die deutsche Ruderer zu einem umjubelten Schlussakt werden. Schließlich gehen sie mit besten Medaillenchancen in die Endläufe der beiden Königsdisziplinen Einer (14.46 Uhr) und Achter (14.12 Uhr). Nach drei beeindruckenden Siegen im Vorlauf, Viertel- und Halbfinale gilt der deutsche Skiff-Meister Oliver Zeidler als Anwärter auf Gold. Stärkste Gegner dürften Sverri Nielsen (Dänemark), Stef Broenink (Niederlande) und Ondrej Synek (Tschechien) sein. "Ich habe jetzt jedes Rennen gewonnen und kann mit breiter Brust ins Finale gehen. Eine Medaille ist jetzt auf jeden Fall das große Ziel", sagte Zeidler.

Auch der zweite deutsche Trumpf soll stechen. Anders als beim Weltcup-Finale vor sechs Wochen will der Deutschland-Achter im Dauerduell mit dem Erzrivalen aus Großbritannien wieder vorn liegen und den WM-Titel zum zweiten Mal in Serie erfolgreich verteidigen. Dritter im Bund der Gold-Aspiranten ist das Großboot aus den USA. So einfach wie beim souveränen Sieg im Vorlauf wird es nach Einschätzung von Crew-Mitglied Torben Johannesen (Hamburg) jedoch nicht werden: "Im Finale werden die Karten neu gemischt."

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