Sportler verteidigte sein Land

Ukrainischer Kickbox-Weltmeister stirbt in Mariupol

Dieses Foto postete Maksym Kagals Trainer Oleg Skirta auf Facebook.
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Dieses Foto von Maksym Kagal postete Trainer Oleg Skirta nach dessen Tod auf Facebook. Im Hintergrund die Flagge der rechtsextremen „Asow“.

Der ukrainische Kickbox-Weltmeister Maksym Kagal ist im Krieg gefallen. Er war Teil einer umstrittenen Sondereinheit, die Mariupol verteidigt.

Mariupol - Die ukrainische Hafenstadt Mariupol ist schon seit Wochen besonders hart umkämpft. Nun ist ein prominenter Sportler an der Front ums Leben gekommen: Der ehemalige Kickbox-Weltmeister Maksym Kagal starb am Freitag im Kampf gegen russische Streitkräfte.

Sein Trainer Oleg Skirta bestätigte den Tod seines Schützlings auf Facebook. „Leider nimmt der Krieg die Besten. Am 25. März starb Maksym Kagal, als er die Stadt Mariupol als Teil der Asowschen Sondereinheit verteidigte. Schlaf gut, Bruder, ruhe in Frieden.“ Kagal wurde 2014 Kickbox-Weltmeister. Nun starb er im Alter von 30 Jahren.

Maksym Kagal ist tot: Kickbox-Weltmeister war Teil des „Asow-Regiments“

Kagal war Teil der ukrainischen Sondereinheit „Regiment Asow“, die mindestens unter dem Verdacht steht, etliche rechtsextreme Kämpfer einzusetzen. Freiwillige gründeten die Miliz 2014, ein Jahr später wurde sie in die ukrainische Nationalgarde eingegliedert.

Am gleichen Tag, an dem Kagal ums Leben gekommen sei, wurde laut der englischen Sun ein Theater in Mariupol bombardiert, 300 Menschen starben. Ob sich der Sportler auch im Theater befand, ist nicht geklärt. In Mariupol sollen bislang fast 5000 Einwohner ums Leben gekommen sein. Seit Wochen ist die Stadt von jeglicher Versorgung abgeschnitten.

Ukraine-Krieg: Kickboxer stirbt in Mariupol

Strategisch ist die Stadt besonders wichtig, da Russland bei ihrer Einnahme einen Landkorridor über die Krim errichten könnte. Der Stadtrat spricht von „immer mehr Hungertoten“*. Die Errichtung humanitärer Korridore wird laut Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj stets von Russland vereitelt. Zuletzt kündigte Russland an, sich auf die „Befreiung des Donbass“ konzentrieren zu wollen, es wird daher eine Zuspitzung der Lage in Mariupol und im Osten des Landes erwartet.

Kagal ist nicht der einzige ukrainische Athlet, der im Krieg sein Leben verlor. Vor einigen Wochen starben der Biathlon-Jungstar Yevgeny Malyshev* sowie die Fußballprofis Vitalii Sapylo (21) und Dmytro Martynenko (25). (epp) *tz.de und Merkur.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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