Jubel bei den Roten

Vettel holt ersten Ferrari-Sieg in Monaco seit 2001

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Sebastian Vettel ausgelassen nach seinem Triumph bei der Siegerehrung.

Sebastian Vettel hat 16 Jahre nach Michael Schumachers Triumph wieder für einen Ferrari-Sieg in Monaco gesorgt und den schwächelnden Lewis Hamilton in der WM vorerst distanziert.

Dank einer cleveren Strategie und einer makellosen Leistung zog Vettel am Sonntag in Monte Carlo im Teamduell an dem von der Pole Position gestarteten Kimi Räikkönen vorbei. Der viermalige Formel-1-Weltmeister baute durch den 45. Sieg seiner Karriere und den dritten in dieser Saison seinen Vorsprung auf WM-Widersacher Hamilton auf 25 Punkte aus.

Der dreimalige Champion und Vorjahressieger raste nach einer verkorksten Qualifikation wie entfesselt vom 13. Startplatz immerhin auf den siebten Platz. Teamkollege Valtteri Bottas verpasste als Vierter hinter Daniel Ricciardo im Red Bull ebenfalls das Podest: Ein herber Rückschlag der erfolgsverwöhnten Silberpfeile im Kampf gegen Ferrari, das erstmals seit Hockenheim 2010 einen Doppelerfolg bejubeln durfte. Bitter für Mercedes auch im Hinblick auf den Konstrukteurs-Titel.

Heftiger Crash von Wehrlein

Für die weiteren deutschen Piloten endete das Rennen vorzeitig: Nico Hülkenberg musste seinen rauchenden Renault vorzeitig abstellen, Pascal Wehrlein landete nach einem heftig aussehenden Abflug fast kopfüber mit seinem Sauber in den Reifenstapeln. Der ehemalige DTM-Champion, der wegen eines Unfalls bei einem Jux-Rennen im Januar mit Verspätung in die Saison gestartet war, gab aber schnell Entwarnung und stieg aus seinem Auto aus.

Endlich wieder ein Sieg für Ferrari in Monaco: Sebastian Vettel rast durch die Straßen.

Er war durch eine Berührung der Räder mit dem McLaren-Honda von Ein-Rennen-Rückkehrer Jenson Button ausgehoben worden. Umgehend erkundigte sich auch Vettel noch im Auto nach Wehrleins Befinden. Und auch er atmete am Ende auf, als er hörte, dass es seinem Landsmann gut ging.

Vettels Hoffnung beim Start, von Position zwei aus Räikkönen zu überholen, waren nach gut 200 Metern dahin. Er kam an den Pole-Mann bis zur Sainte Devote, der ersten von 19 Kurven auf dem nur 3,337 Kilometer langen Kurs, nicht ran. Platz zwei gegen Bottas im Mercedes und die folgenden Rivalen konnte er aber problemlos verteidigen.

„Ich mach' es wie zu alten Kart-Zeiten, mal sehen, ob das hilft“

Immerhin schadlos überstand Hamilton den Start. Nach dem Qualifikations-Desaster mit einem hilflosen Fahrer und einem ratlosen Team konnte er zunächst nur einen Platz gut machen. Die Devise des Briten: „Ich mach' es wie zu alten Kart-Zeiten, mal sehen, ob das hilft.“ Der Rückstand auf die Spitze wuchs und wuchs aber zunächst, nach 12 von 78 Runden war er schon fast eine halbe Minute hinter Räikkönen.

Viel passierte dann erstmal nicht. Bei der Prozession durch die engen Gassen des Fürstentums fuhr Ferrari ein einsames Rennen. Mal raste Räikkönen mit Rundenbestzeit um den Kurs, mal Vettel, richtig nah ran kam der 29 Jahre alte Heppenheimer an den 37 Jahre alten Finnen aber erstmal nicht. Spekulationen um eine Teamorder machten schnell die Runde. „Nee, möchte ich nicht“, hatte Vettel, der bis dahin erst einmal in Monte Carlo (2011) hatte gewinnen können, aber vor dem sechsten Saisonrennen schon betont.

Echte Überholmanöver blieben weiterhin Mangelware. Dafür begann die Zeit der Boxenstopps: Und Vettel machte bei zwei megaschnellen Runden auf alten Reifen Zeit gut, nachdem Räikkönen vor ihm zum Reifenwechsel gekommen war. Dann kam auch er rein, exakt zur Hälfte des Rennens. Es klappte: Vettel kam ein paar Meter vor Räikkönen zurück auf die Strecke, zudem zog Ricciardo an Bottas vorbei.

Dabei schien es zu bleiben, bis das Safety Car wegen des Wehrlein-Unfalls rausmusste. Noch einmal wurde es spannend. Das Feld wurde wieder zusammengestaucht, beim Neustart erwies sich Vettel aber wie schon vorher als überlegen. Dahinter verteidigten auch die gegen einen Vettel in Weltmeister-Form machtlosen Verfolger zumindest ihre Plätze.

dpa

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