Grand Prix von Aserbaidschan

Müssen "Hirn haben": Ricciardo und Verstappen vor Bußgang

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Kollidierte in Baku mit Teamkollege Max Verstappen: Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo. Foto: Luca Bruno

Daniel Ricciardo und Max Verstappen müssen Abbitte leisten. Nach ihrem Crash in Baku werden sich die Red-Bull-Kampfhähne in der Rennfabrik im großen Stil entschuldigen. Teamorder? Soll es weiter nicht geben. Neuer Motorenpartner? Da tut sich was.

Baku (dpa) - Um einen Bußgang kommt das Crash-Duo Daniel Ricciardo und Max Verstappen nicht herum. Nach ihrer fatalen Kollision beim Grand von Aserbaidschan müssen sich die beiden Red-Bull-Kampfhähne in der Rennfabrik von Milton Keynes vor den Angestellten entschuldigen.

Teamchef Christian Horner kündigte den nächsten Schritt zur Läuterung noch vor dem Europa-Auftakt der Formel 1 am 13. Mai in Barcelona an. "Das Wichtigste ist, dass sie daraus lernen und es nicht noch einmal machen", sagte Horner nach dem Doppel-Aus in Aserbaidschan.

Ricciardo und Verstappen hatten sich schon das ganze Rennen beharkt und auch mit den Wagen berührt. In der Schlussphase des vierten Grand Prix der Saison blockierte der Niederländer im Kampf um Rang vier auf der Zielgerade mit Spurwechseln die Innenbahn, der Australier krachte ihm ins Heck - das vorzeitige Aus. "Sie müssen so viel Hirn haben, dass sie gar nicht erst in so eine Situation kommen", rügte Motorsportberater Helmut Marko.

"Wir haben richtig viele Punkte hergeschenkt", kritisierte der enttäuschte Horner. "Wir erlauben ihnen, Rennen zu fahren, sich Rad an Rad zu duellieren. Wir haben darüber sogar in Treffen vor dem Rennen gesprochen. Das war aber der Gipfel, dass sie so etwas in ihre eigenen Hände genommen haben." Erinnerungen wurden wach an das Türkei-Rennen 2010. Damals musste Horner miterleben, wie die "Inteam"-Feinde Sebastian Vettel und Mark Webber crashten, aber nur der Deutsche mit einem aufgeschlitzten Reifen ausschied.

Als leidgeprüfter Mercedes-Teamaufsichtsrat fühlte sich Niki Lauda an das am Ende vergiftete Duell zwischen Lewis Hamilton und Nico Rosberg erinnert. In Spa 2014 und Barcelona 2016 hatten sie sich von der Strecke geschossen. Ins Büro würde er Ricciardo und Verstappen zitieren und ihnen "erklären, wie viel weniger sie ausgezahlt bekommen für den Schaden, den sie angerichtet haben", riet Lauda.

Nach Einschätzung des Österreichers hatte Verstappen 70 Prozent Schuld, Ricciardo 30 Prozent. "Beide tragen die gleiche Schuld", sagte indes Red-Bull-Teamchef Horner und pflichtete Motorsportberater Marko bei. Auch die Rennkommissare, die die Fahrer verwarnten, erkannten beide als schuldig an. Eine Stallorder soll es für das reumütige wie explosive Duo aber nicht geben. "Sie sollen auch künftig frei gegeneinander fahren dürfen", versicherte Horner.

Das wollen auch Ricciardo und Verstappen. Einsicht zeigten sie. "Es ist einfach enttäuschend für das Team", sagte Verstappen, der sich auch bei seinem bereits zweiten Ausfall 2018 nicht restlos unter Kontrolle hatte. "Es tut mir einfach leid", bekräftigte Vorjahressieger Ricciardo. "Das war das Letzte, was wir wollten."

Red Bull muss in dieser Saison aufpassen, dass sie sich nicht durch Unbeherrschtheiten der Fahrer um noch mehr Punkte und sogar mögliche Siege bringen. Ricciardo, der wegen seines auslaufenden Vertrags als Kandidat bei Mercedes und Ferrari gilt, sowie Verstappen, der noch bis Ende 2020 gebunden ist, sollen aber natürlich bleiben.

In der Motorenfrage strebt Red Bull jedoch einen Wechsel an. Erstmals führte das derzeit von Renault belieferte Team offizielle Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit mit Honda als Motorenpartner ab 2019. Marko und Hondas Motorsportchef Masahi Yamamoto trafen sich zu einem ersten Austausch in Baku. "Es war positiv", sagte Yamamoto. "Das ist der Beginn für eine potenzielle Zukunft." Für Ricciardo und Verstappen heißt es indes erst mal Buße tun.

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