Formel 1

Rot gegen Silber und Kampf um Rennzukunft

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Sebastian Vettel ist zuversichtlich endlich auch einmal in Hockenheim zu gewinnen. Foto: Georg Hochmuth/APA

Das vorerst letzte Rennen auf Nürburgring gewann Sebastian Vettel 2013. Der Große Preis von Deutschland auf dem Hockenheimring könnte vorerst auch dort der letzte sein. Ein Omen? Die Ausgangslage ist gut, nach den Unterstellungen von England aber auch angeheizt.

Hockenheimring (dpa) - Nur noch zwei deutsche Piloten fahren. Seit einiger Zeit schon gibt es nur noch alle zwei Jahre ein Heimrennen für die immer kleiner gewordene Formel-1-Fraktion. Umso mehr will Sebastian Vettel nun endlich auf dem Hockenheimring gewinnen.

Vettel muss sich beim Großen Preis von Deutschland am Sonntag aber auf große Gegenwehr gefasst machen.

Wie ist die sportliche Ausgangslage?

Vettel ist top in Form. Er gewann vor zwei Wochen in Lewis Hamiltons Reich den Großen Preis von Großbritannien. Er führt im Klassement mit acht Punkten, eine Nichtigkeit zum jetzigen Zeitpunkt. Der Auftritt am Hockenheimring ist das Halbzeitrennen. Vettels Ferrari funktioniert überall. Er kann zuversichtlich sein, seinen Bann zu brechen und erstmals auf dem Kurs in Nordbaden zu gewinnen. Er muss aber aufpassen: die Mercedes-Männer sind gereizt nach den Startremplern von Rot gegen Silber in Frankreich und England. Zudem werden zig Tausende Niederländer den Grand Prix für Max Verstappen zum Heimrennen machen. Und vor zwei Jahren belegte er Platz drei, Daniel Ricciardo wurde im zweiten Red Bull Zweiter.

Wie angespannt ist das rot-silberne Verhältnis im WM-Kampf?

In Le Castellet kamen sich Vettel und Valtteri Bottas von Mercedes nach dem Start mit ihren Autos zu nahe, in Silverstone waren es Kimi Räikkönen von Ferrari und Hamilton. Die ersten Unterstellungen ließen nicht lange auf sich warten. Mercedes-Teamchef Toto Wolff mischte verbal mit. Hamilton erst recht, ruderte nach einem Tag aber wieder zurück. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass die vier Piloten beim Start nicht weit voneinander entfernt stehen. Man darf gespannt sein, ob irgendwer zurückzieht. Erwarten darf man es nicht. Die Chancen auf weitere Nachspiele sind groß.

Wie speziell ist das Rennen für Vettel und Nico Hülkenberg - die einzigen beiden deutschen Fahrer?

Vettel ist nicht weit vom Hockenheimring aufgewachsen. Von Heppenheim sind es gerade mal 50 Kilometer bis an die nordbadische Strecke. 2000 sah Vettel - damals 13 Jahre alt - dort sein erstes Formel-1-Rennen. Freunde und Familie werden kommen. Auch Hülkenberg hat schöne Erinnerungen: "Mein allererstes Rennen war in Hockenheim und ich habe es gewonnen." Er fühlt sich dort heimisch und sehr wohl. Ganz besonders freut er sich auf das "gute deutsche Frühstück" mit leckeren Brötchen.

Wie geht es nach dem Rennen mit der Formel 1 in Deutschland weiter?

2019 ist auf jeden Fall kein Rennen. Seit 2008 wechselten sich der Hockenheimring und der Nürburgring bereits auf finanziellen Gründen ab. Der Eifel-Kurs ging aber pleite, das letzte Rennen dort gab es 2013. Der Sieger damals: Vettel. 2015 und 2017 wurde Deutschland nicht im Kalender berücksichtigt. Auf einen neuen Vertrag bereits ab 2019 konnten sich die Formel-1-Verantwortlichen mit der Hockenheimring GmbH nun nicht einigen. Gesellschafter des Unternehmens mit 65 Angestellten sind die Stadt Hockenheim mit 94 Prozent und der Badische Motorsport Club mit den restlichen sechs Prozent. Drauflegen will die GmbH im Milliardengeschäft Formel 1 einfach nicht mehr. Angesichts der weiteren Expansions-Pläne und von Ländern, in denen Strecken mit Millionen vom Staat bezuschusst werden, dürfte eine Einigung ab 2020 auch nicht leicht werden.

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