Titelkämpfe in Stuttgart

Russlands Turn-Team entthront Serien-Weltmeister China

Der russische Turner Artur Dalalojan zeigt sein Können am Barren. Foto: Tom Weller/dpa
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Der russische Turner Artur Dalalojan zeigt sein Können am Barren. Foto: Tom Weller/dpa

Die Turner aus den drei Top-Nationen Russland, China und Japan liefern sich im Team-Finale der WM einen spannenden Kampf bis zum letzten Gerät. Am Ende setzen sich die Russen durch und holen den ersten Mannschaftstitel seit 1991, damals noch als Sowjetunion.

Stuttgart (dpa) - Die russischen Turner haben Titelverteidiger China entzaubert und sind nach 28 Jahren auf den WM-Thron zurückgekehrt.

Vor 7500 Zuschauern in der ausverkauften Stuttgarter Schleyer-Halle lieferte sich das Top-Duo mit Japan einen spannenden Dreikampf bis zum letzten Gerät. Am Ende erturnte sich der neue Weltmeister aus Russland mit 261,726 Punkten einen knappen Vorsprung von einem Punkt vor China (260,729) sowie dem Dritten Japan (258,159).

Das deutsche Team um Spitzenturner Andreas Toba hatte das Finale der besten acht Mannschaften verpasst, sich als Zwölfter aber gerade noch das Ticket für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio gesichert. "Es war ein wahnsinnig spannender und hochklassiger Wettkampf", urteilte der ehemalige deutsche Weltklasse-Turner Philipp Boy.

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Den besten Start erwischten die russischen Akrobaten, die mit Titelverteidiger China am Boden begannen. Anführt vom Mehrkampf-Weltmeister Artur Dalalojan und Europameister Nikita Nagorni erturnte sich die Mannschaft mit 43,833 Punkten exakt einen halben Punkt mehr als die Konkurrenz aus Asien.

Allerdings drehten die Chinesen danach am Pauschenpferd den Spieß um, profitierten von einigen Unsauberkeiten der Russen und gingen nach dem zweiten Durchgang vor Japan und dem US-Team in Führung. Die Amerikaner trumpften am Barren groß auf, wo ihr Bester Sam Mikulak mit einer für ihn perfekten Übung auf den bis dato höchsten Wert von 15,200 Zähler kam, der danach nur noch von Nagorni (15,300) und dem Chinesen Zou Jinjyuan (16,383) getoppt wurde.

Zur Halbzeit standen die ohne den verletzten mehrfachen Weltmeister und Olympiasieger Kohei Uchimura (Schulterprobleme) angereisten Japaner plötzlich ganz vorn. Ein Jahr vor den Olympischen Spielen im heimischen Tokio zeigte die Riege bis dahin die ausgeglichenste und stabilste Teamleistung. Allerdings betrug der Vorsprung auf China nur etwa drei Zehntel-Punkte, die Russen hatten sich durch einen gute Ringe-Vorstellung wieder auf Rang drei vorgekämpft.

Am Sprungtisch drehten Ivan Stretowitsch, Nagorni und Dalalojan dann mächtig auf und kamen - wie im Teamfinale üblich ohne Streichwertung - auf 44,432 Punkte. Hätte Mehrkampf-Weltmeister Dalalojan nach seinem Überschlag mit gebückten Doppelsalto und halber Schraube nicht einen kleinen Standfehler gehabt, wäre das Ergebnis noch höher ausgefallen.

So blieb es dramatisch bis zum Schluss, fast nach jedem Durchgang wechselte die Führung. Das Top-Trio mit China, Japan und Russland lag nach vier Durchgängen innerhalb von 0,650 Zählern. Als Sun Wei am Reck absteigen musste, war die Vorentscheidung zu Gunsten der Russen gefallen. Dalalojan und Nagorni zeigten am Königsgerät keinerlei Schwächen und rissen am Ende jubelnd die Arme hoch.

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