Bundestrainer noch gelassen

Sturm beschwichtigt nach verpatztem Auftakt: „Vor ein paar Jahren auch so gestartet“

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Marco Sturm macht seinen enttäuschten Mannen Hoffnung.

Nach der 2:3-Auftaktniederlage gegen Dänemark steht die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft bei der WM schon unter Druck. 

Herning - Nach dem WM-Fehlstart musste Marco Sturm nicht lange überlegen. Der Eishockey-Bundestrainer fand schnell einen Grund zur Zuversicht. "Auch vor ein paar Jahren in Russland sind wir so gestartet", sagte er nach dem bitteren 2:3 nach Penaltyschießen gegen den Gastgeber Dänemark und erinnerte an seine erste Weltmeisterschaft als Chefcoach: 2016 hatte sein Team mit demselben Ergebnis das vermeintlich richtungweisende Auftaktspiel gegen Frankreich verloren - und am Ende noch souverän das Viertelfinale erreicht.

"Wir gehen unseren Weg weiter, es ist noch ein langes Turnier", sagte Sturm und beeilte sich, die positiven Aspekte herauszustellen. Torhüter Timo Pielmeier, auch vor zwei Jahren in St. Petersburg zwischen den Pfosten, bot nach wackligem Start eine gute Leistung. NHL-Star Leon Draisaitl zeigte seine ganze Klasse mit einem Tor (33.) und der Vorlage zum Treffer von Yasin Ehliz (51.).

Vor allem aber überzeugten die vielen jungen Spieler im neuformierten Team des Olympiazweiten den Bundestrainer. "Sie bekommen nur Lob", sagte er, "wenn sie so weitermachen, ist alles okay." Allerdings reichen am Sonntag (16.15 Uhr/Sport1) gegen Norwegen nicht nur gute Ansätze. Dann muss unbedingt der erste Sieg her, sonst rückt das Viertelfinale in weite Ferne.

Mitspieler adeln Draisaitl

"Wir müssen von Anfang an so eine Leistung bringen wie im letzten Drittel", forderte Draisaitl, der seine Ausnahmestellung im deutschen Team einmal mehr bewies: Der 22-Jährige von den Edmonton Oilers war nicht nur an allen Toren beteiligt, er hätte beinahe auch noch den Sieg sichergestellt. In der Schlussphase und in der Verlängerung scheiterte er aber mit zwei Alleingängen, und auch im Penaltyschießen kam er nicht am dänischen NHL-Torwart Frederik Andersen vorbei.

"Wenn er auf dem Eis ist, ist es immer gefährlich", sagte Verteidiger Korbinian Holzer über den Ausnahmestürmer, "er macht Sachen, die man nicht erwartet." Gegen Dänemark wurde jedoch auch deutlich, wie sehr das deutsche Spiel von Draisaitl abhängig ist. "Ohne Leon sieht's natürlich...", begann Holzer und biss sich auf die Lippen: "Ich sag's mal so: Mit Leon sind wir eine klar bessere Mannschaft."

„Wenn du gewinnst, bist du der König“

Wirklich torgefährlich waren die anderen Sturmreihen äußerst selten - so sehr sich auch der Olympia-Jungstar Dominik Kahun oder die "Nordamerikaner" Frederik Tiffels, Marc Michaelis, Markus Eisenschmid und Manuel Wiederer bemühten. "Sie bringen viel Speed, gute Technik, viel Energie", lobte NHL-Profi Holzer die jungen Stürmer aus Übersee: "Ich denke, wir werden noch viel Freude an ihnen haben."

Allerdings fürchtete der 30-Jährige ein wenig um die Psyche der Jungen. "Wichtig ist, dass wir älteren Spieler schauen, dass sie nicht zu down sind", meinte Holzer. Denn die Art und Weise der Niederlage sei schwierig zu verarbeiten: "Wenn du Penaltyschießen verlierst, meinst du, die Welt geht unter, und wenn du gewinnst, bist du der König."

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sid

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