Als Ausreißer zum Sieg

Zweiter Sieg für Bora-hansgrohe: Patrick Konrad gewinnt 16. Etappe der Tour de France

Patrick Konrad zeigte sich einmal mehr in bestechender Form und feierte seinen ersten Tour-Etappensieg.
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Patrick Konrad zeigte sich einmal mehr in bestechender Form und feierte seinen ersten Tour-Etappensieg.

Den nächsten Coup für Bora-hansgrohe vollbringt ein Österreicher. Patrick Konrad schafft das, was er am Samstag noch knapp verpasst hatte. Für Titelverteidiger Pogacar und Co. wird es nach der Regen-Tortur erst am Mittwoch richtig ernst.

Von Patrick Reichardt und Tom Bachmann, dpa

Saint-Gaudens – Im peitschenden Pyrenäen-Regen vollbrachte Patrick Konrad am Dienstag (13. Juli) sein Meisterstück. Der Österreicher fuhr in seinem rot-weiß-roten Meistertrikot allen davon und bescherte dem deutschen Rennstall Bora-hansgrohe mit einem mitreißenden Solo den zweiten Tagessieg bei der diesjährigen Tour de France.

Konrad hält seine Verfolger auf Distanz

Nach 169 Kilometern von Pas de la Case nach Saint-Gaudens setzte sich Konrad, der am Samstag schon Tageszweiter geworden war, am Dienstag vor Sonny Colbrelli aus Italien und Michael Matthews aus Australien durch und legte damit nach dem Überraschungscoup von Nils Politt* einen weiteren Erfolg für den Bora-Rennstall nach.

Der Österreicher Patrick Konrad in Diensten des Raublinger Rad-Rennstalls Bora-hansgrohe.

Auf dem hügeligen und anspruchsvollen Teilstück war unter anderem der Col de Portet-d‘Aspet zu überwinden, auf dessen Abfahrt vor 26 Jahren der Italiener Fabio Casartelli tödlich verunglückt war. Unmittelbar vor zwei knallharten Pyrenäen-Bergankünften ging diesmal - trotz der Wetterkapriolen - alles gut. Konrad hielt die beiden stärksten Rivalen Colbrelli und David Gaudu aus Frankreich nach einer Attacke etwa 40 Kilometer vor dem Ziel souverän auf Distanz.

Podcast „Inside Bora-hansgrohe“ zur Tour de France 2021: „Patrick hatte eine furchtbare Nacht und holt diesen fantastischen Sieg“

Bora-hansgrohe feiert „eine fantastische Tour“

«Er fährt ein super Rennen. Er ist heute wirklich einer der Stärksten», lobte der Sportliche Leiter Enrico Poitschke auf den letzten Kilometern in der ARD. Mit dem zweiten Etappensieg sei es jetzt schon «eine fantastische Tour». Die deutschen Radprofis um Emanuel Buchmann blieben erneut unauffällig, Tadej Pogacar verteidigte ganz unaufgeregt das Gelbe Trikot des Gesamtführenden.

Wie vorhergesagt wurde die 16. Etappe etwas für Ausreißer, die sich von Beginn an nach vorne schoben und mutig attackierten. Irgendwann kam eine Gruppe durch, das von Pogacar geführte UAE-Team ließ die Ausreißer ziehen, weil keine Gefahr für das Gelbe Trikot bestand. Innerhalb der Spitzengruppe gab es weitere Attacken, um nicht in ein Sprintfinale mit dem endschnellen Colbrelli zu müssen. Konrads Mut erinnerte dabei an Politt, der seinen Tagessieg in Nimes ebenfalls mit einer Attacke aus einer Fluchtgruppe eingeleitet hatte.

Durch Regen und Kälte in den Pyrenäen

Für Pogacar und Co. wurde es wie erwartet eine Überführungsetappe, bei der es ausschließlich galt, gut und sicher durch den Regen und die Kälte zu kommen. Schon am Mittwoch wird es dann aber endgültig ernst: Auf dem Weg zum extrem schwierigen Schlussanstieg am Col du Portet in Saint-Lary-Soulan geht es über zwei Pässe der ersten Kategorie. Der Gelb-Träger aus Slowenien nannte die 17. Etappe «die schwierigste» der verbleibenden Tour.

Die drei Verfolger Rigoberto Uran (Kolumbien), Richard Carapaz (Ecuador) und Jonas Vingegaard (Dänemark) dürften weitere Attacken setzen, um eine Minimalchance auf den Gesamtsieg wahren zu können. Auch wenn der viermalige Sieger Chris Froome bereits sagte: «Ich würde sagen, wenn Tadej Pogacar auf seinem Rad bleibt, ist es vorbei. Er hat so viel Reife gezeigt.» Für das Trio Uran, Carapaz und Vingegaard sowie Bora-hansgrohe-Profi Wilco Kelderman ist aber auch das Gesamtpodium ein attraktives Ziel.

Radprofi Lachlan Morton fährt seine ganz persönliche Tour de France

Schon in den frühen Morgenstunden hatte Lachlan Morton die letzte Etappe seiner ganz persönlichen Tour beendet. Der Australier fuhr, nachdem er für das wichtigste Radrennen der Welt nicht nominiert wurde, alleine eine alternative Rundfahrt, auf der er 5510 Kilometer und 65.500 Höhenmeter überwand.

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Mit Zelt und Campingkocher im Gepäck bewältigte der 29 Jahre alte Profi nicht nur die 21 Etappen, sondern legte auch die Transfers zwischen den Start- und Zielorten und damit über 2000 Kilometer mehr mit dem Rad zurück. Dabei sammelte Morton über 400.000 Euro an Spenden für den World Bicycle Relief.

*Quelle: OVB-Online.de

OVB-Online ist Teil des bundesweiten Redaktionsnetzwerkes von Ippen-Digital.

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