Massensturz auf der 1. Etappe

Tour de France: Polizei verhaftet mutmaßliche Verursacherin von Massensturz - Ihr droht sogar eine Haftstrafe

Radprofis liegen nach einem schweren Sturz auf der ersten Tour-de-France-Etappe verletzt auf der Straße.
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Radprofis liegen nach einem schweren Sturz auf der ersten Tour-de-France-Etappe verletzt auf der Straße.

Nach dem schweren Massensturz auf der ersten Etappe der Tour de France am Samstag suchte die Polizei nach der Verursacherin. Jetzt meldete die Gendarmerie eine Festnahme.

Update vom 30. Juni 2021, 17.22 Uhr: Die mutmaßliche Verursacherin des schweren Massensturzes auf der ersten Etappe der diesjährigen Tour de France ist am Mittwoch von der Polizei in Gewahrsam genommen worden. Das meldete die französische Nachrichtenagentur AFP.

Gegen die Frau war bereits am Wochenende ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung eingeleitet worden. Ihr drohen bis zu drei Monate Freiheitsstrafe und 15.000 Euro Geldbuße, hinzu kommt der Tatbestand der Unfallflucht. Zudem könnten Schadenersatzforderungen erhoben werden. Nach einem Zeugenaufruf der Gendarmerie meldeten sich noch am Tag des Geschehens mehrere Menschen, berichtet der französische Radiosender Info RTL.

Tour de France: Verursacherin des Massensturzes ist keine Deutsche

Bei der Frau soll es sich um eine französische Staatsbürgerin handeln. Anfangs hatte es den Verdacht gegeben, die mutmaßliche Verursacherin könnte eine Deutsche sein. Auf ihrem Schild, das für den schweren Massensturz ursächlich war, hatte „Allez Omi-Opi“ gestanden.

Erstmeldung vom 27. Juni, 16.57 Uhr: Mur de Bretagne/München - Der Auftakt der 108. Tour de France* hatte es in sich. Nicht nur das Profil der Auftaktetappe von Brest nach Landerneau war durch die zahlreichen Hügel doch recht anspruchsvoll und teils spektakulär. Die zwei größten Aufreger aber ereigneten sich wenige Kilometer vor dem Ziel.

Zunächst sprang eine Zuschauerin 45 Kilometer vor dem Etappenziel Landerneau vor dem heranrauschenden Peleton auf die Straße, um ein Schild in die Kamera zu halten. Der Deutsche Tony Martin konnte nicht mehr ausweichen, krachte voll in das Pappschild und verursachte so einen Massensturz*, in den über 60 Fahrer verwickelt wurden.

Tour de France: Sturz-Drama! Polizei sucht noch nach Zuschauerin - War sie eine Deutsche?

Das Ganze hat für die Zuschauerin nun ein juristisches Nachspiel! Die Gendarmerie bestätigte am Sonntag, dass man Ermittlungen gegen die Frau eingeleitet habe. Ermittelt wird wegen vorsätzlicher Gefährdung der öffentlichen Sicherheit.

Das Problem: Die Zuschauerin hatte sich nach dem Sturz vom Ort des Geschehens entfernt und ist seitdem nicht zu finden. Französische Medien spekulierten, dass es sich aufgrund der Aufschrift des Schildes („Allez Opi Omi“) um eine Deutsche handeln könnte.

Video: Fan löst Massensturz aus! Alaphilippe triumphiert im Tour-Chaos

Der erste von zwei Massenstürzen führte zum Ausfall des deutschen Radprofis Jasha Sütterlin (Freiburg/DSM), der laut Teamangaben von Brüchen verschont blieb, aber eine schwere Prellung des rechten Handgelenks davontrug. „Ich kann mein rechtes Handgelenk nicht wirklich bewegen, also war es für mich unmöglich weiterzumachen“, sagte Sütterlin: „Es ist gut, dass nichts gebrochen ist, aber ich kann nicht mehr sagen, als dass ich wirklich enttäuscht bin, nach Hause zu fahren.“

Beim zweiten Massensturz war das prominenteste Opfer der viermalige Tour-Sieger Chris Froome, der glücklicherweise keine Knochenbrüche erlitt. Röntgenaufnahmen hatten laut seines Teams Israel Start-Up Nation ergeben, dass der Brite in dem Crash 7,5 Kilometer vor dem Ziel der ersten Etappe keine Knochenbrüche erlitten hatte. „Bereit für Runde zwei“, twitterte Froome am Sonntagmorgen. Für den 36-Jährigen ist es die erste Frankreich-Rundfahrt nach seinem schweren Sturz im Juni 2019. Auch Tony Martin kann die Tour nach dem Sturz fortsetzen.

Tour de France: Van der Poel gewinnt 2. Etappe - Buchmann stark

Mathieu van der Poel hat derweil die zweite Etappe gewonnen und sich damit das Gelbe Trikot des Gesamtführenden geholt. Der 26-Jährige vom Team Alpecin Fenix setzte sich am Sonntag nach 183,5 km zwischen Perros-Guirec und Mur-de-Bretagne mit sechs Sekunden Vorsprung auf Titelverteidiger Tadej Pogacar (UAE Team Emirates) und dem Vorjahreszweiten Primoz Roglic (beide Slowenien/Jumbo-Visma) durch.

Auftaktsieger Julian Alaphilippe (Frankreich/Deceuninck-Quick Step) kam auf Platz fünf (acht Sekunden Rückstand) und verlor damit die Gesamtführung. Bester Deutscher war Emanuel Buchmann (Ravensburg/Bora-hansgrohe), der eine starke Leistung bot und als 22. zeitgleich mit Alaphilippe ins Ziel kam. Von den großen Favoriten auf den Gesamtsieg verlor der Brite Geraint Thomas (Ineos Grenadiers) als 28. (+0:23 Minuten) Zeit. (smk/sid/dpa) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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