Topsprinter vor Abschied

Kein Grün - und auch kein Bora? Sagans Zukunft wohl in Frankreich

Peter Sagan
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Peter Sagan fährt seinen Zielen bei der diesjährigen Tour weit hinterher.

Sportlich läuft es für Peter Sagan nicht optimal bei der Tour. Hinzu kommen Spekulationen, dass der Ex-Weltmeister das deutsche Top-Team Bora-hansgrohe verlassen wird.

Von Tom Bachmann und Patrick Reichardt

Nimes - Das Grüne Trikot ist außer Reichweite, der Abschied vom Team Bora-hansgrohe angeblich ganz nah: Der sturzgeschwächte Peter Sagan fährt bei der Tour de France seinen Zielen weit hinterher und ist wohl ein letztes Mal im Trikot der besten deutschen Mannschaft dabei. Während man sich bei Bora am zweiten Ruhetag mit dem dreimaligen Weltmeister zusammensetzen will, soll ein Wechsel zum zweitklassigen französischen Rennstall TotalEnergies laut diversen Medienberichten bereits feststehen.

Sagan: „Kann erst ab 1. August etwas sagen“

«Ihr wisst doch genau, dass ich erst ab dem 1. August etwas sagen kann», antwortet Sagan Reportern und hält sich damit an die Vorschriften des Weltverbandes. Andererseits hätte eine Einigung mit Bora-Boss Ralph Denk längst feststehen und schon vor August kommuniziert werden können. Deshalb deutet vieles auf einen Abschied hin.

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Sagan ist ohne Zweifel umworben. Neben seinen drei WM-Titeln hat er das Grüne Trikot sieben Mal gewonnen, dazu diverse Klassiker-Erfolge eingefahren. Und mit 31 Jahren ist der Slowake noch nicht am Ende seiner Leistungsfähigkeit angekommen, selbst wenn er nicht mehr die Siegmaschine der vergangenen Jahre ist.

Gehalt von fünf Millionen Euro pro Jahr?

Allerdings ist das Gesamtpaket Sagan teuer. Neben dem Gehalt von angeblich fünf Millionen Euro pro Jahr hängt an dem Superstar der Szene eine Entourage von sagenhaften elf Leuten. Neben den Fahrern Daniel Oss, Erik Baska, Maciej Bodnar, seinem Bruder Juraj Sagan bringt er noch zwei Mechaniker, zwei Physiotherapeuten, einen Sportdirektor, einen Pressesprecher und einen weiteren Betreuer mit. So berichtete es Patrick Lefevere, der deshalb umgehend von einer Verpflichtung absah. «Ich möchte kein Team in meinem Team», sagte der Chef von Deceuninck-QuickStep.

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Die Franzosen schrecken diese Bedingungen offenbar nicht ab, zumal sie einen großen Energie-Konzern im Rücken ab. Und mit einem Star wie Sagan dürfte das Team trotz der Zweitklassigkeit zu den großen Rennen eingeladen werden. Doch auch Bora ist offenbar nicht aus dem Rennen, würde den Vertrag gern verlängern.

Heftiger Sturz lässt Traum platzen

Zuvor wollte Sagan bei der Tour eigentlich das achte Mal das Grüne Trikot gewinnen. Doch ein heftiger Sturz im Sprint der dritten Etappe ließ diesen Traum wohl platzen. «Ich habe Probleme mit der Hüfte und dem Knie. Aber langsam wird es besser», berichtete Sagan. Zuletzt mischte er im Sprint in Valence schon wieder vorn mit.

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Doch der Abstand auf Grün-Träger Mark Cavendish beträgt bereits weit über 100 Punkte. Zudem sind mehr als eine Handvoll Fahrer vor Sagan platziert. «Wir schreiben das Trikot trotzdem nicht ab. Warum sollen wir aufgeben?», fragt Teamchef Ralph Denk. Es kämen noch einige Etappe, die Sagan vom Papier her liegen müssten.

Wohl kein Abschied in Grün

Zumal viele Top-Sprinter nicht am Start oder wie Caleb Ewan und Arnaud Démare bereits aus dem Rennen sind. Auf der anderen Seite werden auch die Chancen weniger. Allein in der größtenteils in den Pyrenäen gelegenen Schlusswoche bleiben im Prinzip nur zwei Chancen auf einen Sprint. Sollte Sagan Bora verlassen, wird es wohl kein Abschied in Grün werden. (dpa)

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