Beierlorzer-Nachfolger

Trainerwechsel nach Pokalspiel? Lichte droht Aus in Mainz

Jan-Moritz Lichte
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Steht bei Mainz 05 vor dem Aus: Jan-Moritz Lichte. Foto: Torsten Silz/dpa

Nach nicht einmal drei Monaten steht Trainer Jan-Moritz Lichte in Mainz vor dem Aus. Laut einem Medienbericht ist nicht mal mehr das Resultat gegen Bochum entscheidend. Während sich der Verein bedeckt hält, gibt es schon die nächsten Spekulationen.

Mainz (dpa) - Trainer Jan-Moritz Lichte steht vor einem kuriosen Abschied, Ex-Manager Christian Heidel wird schon wieder gehandelt: Beim FSV Mainz 05 sind die letzten Tage vor dem Weihnachtsfest alles andere als ruhig und besinnlich.

Wie die «Bild-Zeitung» berichtet, steht der 40-Jährige beim Fußball-Bundesligisten nach weniger als drei Monaten unmittelbar vor dem Aus. Nach Informationen der Zeitung soll Lichte nach dem Pokalspiel gegen den VfL Bochum an diesem Mittwoch (20.45 Uhr/Sky) entweder ins zweite Glied zurückkehren oder ganz gehen. Der Verein wollte dies am Montag weder bestätigen noch dementieren.

«Das kommentieren wir nicht», sagte eine Sprecherin auf Anfrage. Am Nachmittag lud der Verein für Dienstag zur Spieltags-Pressekonferenz vor Bochum ein - mit Lichte. Der Coach hatte den Posten nach dem zweiten Bundesliga-Spieltag von Achim Beierlorzer übernommen und hat seither selbst eine ernüchternde Bilanz von sechs Punkten in elf Liga-Spielen. Beierlorzer hatte zuvor keinen Zähler geholt. Der Verein trennte sich nach einem Fehlstart und einem bemerkenswerten Spielerstreik beim Training von dem Coach.

Vorstandsboss Stefan Hofmann sagte der «Bild», der Fokus gelte zunächst dem wichtigen Bochum-Spiel. «Danach kommt alles auf den Tisch, wird es klare Entscheidungen geben – so kann es sicher nicht weitergehen, wir werden nicht tatenlos zuschauen, sondern versuchen noch einmal alles für den Ligaverbleib zu mobilisieren!» Dies könne auch «einschneidende Maßnahmen bedeuten». Lichte war zuvor als Assistent bei den Mainzern tätig und übernahm dann zunächst als Interimscoach.

Die jüngsten Resultate waren ernüchternd: Mainz verlor die beiden direkten Abstiegsduelle mit Bielefeld (1:2) und Köln (0:1), im Anschluss gab es auch bei Hertha (0:0) und gegen Bremen (0:1) kaum eine Steigerung. «Man hat das Gefühl, dass nicht jeder weiß, worum es hier geht», schimpfte daraufhin Abwehrspieler Alexander Hack. «Wir sind im Abstiegskampf. Jeder muss sich in der Winterpause klar machen, was das für den Verein bedeutet.» Für Lichte könnte dies nun das Aus zu einem sehr ungemütlichen Zeitpunkt bedeuten.

Muss Lichte tatsächlich gehen, wird auch der Druck auf Sportvorstand Rouven Schröder wachsen. Nach Sandro Schwarz und Beierlorzer wäre Lichte der dritte Trainer, der in etwas mehr als einem Jahr in Mainz wieder gehen müsste. Wie schwer es Schröder rund um den Jahreswechsel und auch 2021 haben könnte, beweisen neue Gerüchte um eine Rückkehr von Ex-Manager Heidel. Laut «Kicker» wünschen sich einige im Verein eine Rückkehr des 57-Jährigen, der im Frühjahr 2019 den FC Schalke verließ. Schröder betonte jüngst «ein hervorragendes Verhältnis», das man zu Heidel pflege.

Für das Spiel gegen Bochum glaubt der Verein aber allem Anschein nach noch an den aktuellen Cheftrainer. «Unser Fokus liegt auf dem Pokalspiel am Mittwoch gegen Bochum, weil es da für uns auch noch um viel Geld geht», sagte Vereinsboss Hofmann.

© dpa-infocom, dpa:201221-99-769399/8

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