Niederlage gegen Mainz

Wieder Handspiel-Debatte: Köln hadert mit dem Schiedsrichter

Kölns Trainer Achim Beierlorzer (l) regte sich über den Schiedsrichter auf. Foto: Thomas Frey/dpa
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Kölns Trainer Achim Beierlorzer (l) regte sich über den Schiedsrichter auf. Foto: Thomas Frey/dpa

Nach dem Freitagspiel in der Fußball-Bundesliga flammt die Handspiel-Debatte wieder auf. Die Verlierer aus Köln fühlen sich in der heiß diskutierten Szene des Spiels benachteiligt. Mainz-Coach Schwarz springt dagegen dem Schiedsrichter bei.

Mainz (dpa) - Trainer Achim Beierlorzer fand es einfach nur "beschissen": Nach dem 1:3 des 1. FC Köln im Kellerduell beim FSV Mainz 05 war der Ärger der Rheinländer über einen nicht gegebenen Handelfmeter von Schiedsrichter Frank Willenborg mindestens genauso groß wie der Frust über die Niederlage.

"Wenn das kein Elfmeter ist, habe ich die Regelschulung nicht verstanden. Das ist für mich unfassbar", echauffierte sich auch Sportdirektor Armin Veh nach dem Abpfiff. "Wenn der Schiedsrichter es nicht sieht und es keinen Videobeweis gibt - okay. Aber wenn man sich die Szene am TV anschaut und dann sagt, es war kein Elfmeter - dann weiß ich nicht mehr. Da hätte das Spiel eine Wende nehmen können."

Was war passiert? Beim Stand von 1:2 aus Sicht der Kölner flankte Kingsley Schindler in der 63. Minute den Ball, der FSV-Abwehrspieler Moussa Niakhaté im eigenen Strafraum deutlich sichtbar an den abgespreizten Unterarm prallte.

Willenborg ließ zunächst weiterspielen, sah sich nach Intervention des Video-Assistenten die umstrittene Szene noch einmal an - und blieb zur großen Überraschung fast aller Beteiligten bei seiner Entscheidung. "Da gibt es keine zwei Meinungen. Für mich war das ein klarer Elfmeter. Mit dem Videobeweis fühlt es sich noch viel beschissener an", polterte FC-Coach Beierlorzer.

Auch Flankengeber Schindler verstand die Welt nicht mehr. "Ich weiß nicht, wo das kein Hand ist. Dass er sich das nochmal anschaut und dann nicht pfeift, verstehe ich nicht, wenn ich ehrlich bin. Das macht sauer", schimpfte er auf den Referee.

Während die Kölner Fan-Seele in den sozialen Netzwerken kochte und selbst der starke FSV-Torwart Robin Zentner einräumte, dass er sich innerlich "schon ein Stück weit auf einen Elfmeter vorbereitet" hatte, sprang 05-Trainer Sandro Schwarz dem Unparteiischen verbal zur Seite.

"Ich kann Achims Frust komplett verstehen, weil in der Vergangenheit schon oft Elfmeter in solchen Situationen gepfiffen wurden. Aber die Regelschulung sagt, dass es nur ein glasklarer Elfmeter ist, wenn der Arm oberhalb der Schulter ist", dozierte der 41-Jährige. "Wenn du aus kurzer Distanz so angeschossen wirst, liegt es im Ermessen des Schiedsrichters. Deshalb war es für mich keine klare Fehlentscheidung."

Von seiner weitgehend exklusiven Meinung überzeugen konnte Schwarz die Kölner nicht. "Das kann ich nicht nachvollziehen", konterte Veh. "Da kann man ja jetzt immer die Arme abspreizen." Und auch Beierlorzer winkte ab: "Das ist keine Nahdistanz, er blockiert ganz klar eine Hereingabe. Aber wir werden es nicht ändern."

Fußball gespielt wurde aber noch - und das vor allem von den Mainzern richtig gut. "Es war herausragend, wie alle im Verein mit der Situation umgegangen sind", lobte Trainer Schwarz. Nach dem Rückstand durch Simon Terodde (14. Minute) drehten Jean-Paul Boëtius (21.), Robin Quaison (57.) und Levin Öztunali (82.) die Partie. Sportvorstand Rouven Schröder stellte danach zufrieden fest: "Es war ein Zeichen, dass Mainz 05 es gemeinschaftlich schaffen kann. Dieses Spiel muss der Maßstab sein."

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