Formel 1 in Kanada

Vettel in Montréal-Auftakttraining weit hinter Hamilton

Fuhr im ersten Training in Kanada hinterher: Ferrari-Pilot Sebastian Vettel. Foto: Graham Hughes/The Canadian Press/AP
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Fuhr im ersten Training in Kanada hinterher: Ferrari-Pilot Sebastian Vettel. Foto: Graham Hughes/The Canadian Press/AP

Sebastian Vettel sehnt die WM-Wende herbei. Doch auch zum Auftakt in Kanada fährt der Ferrari-Star nur hinterher. Lewis Hamilton und Mercedes geben den Ton an.

Montréal (dpa) - Die Hoffnungen von Sebastian Vettel auf die Wende für das Formel-1-Rennen von Kanada haben sich vorerst nicht erfüllt.

Mit mehr als einer Sekunde Rückstand auf WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton landete der Ferrari-Star, der sich auf dem Circuit Gilles Villeneuve einen Verbremser leistete, im Auftakttraining nur auf dem fünften Platz. Hinter dem britischen Mercedes-Piloten fuhr der finnische Teamkollege Valtteri Bottas auf den zweiten Rang.

Vettels Stallrivale Charles Leclerc wurde Dritter und hatte ebenfalls beträchtliche 0,953 Sekunden Rückstand auf Hamilton. Vettel selbst fehlten 1,138 Sekunden auf den Engländer. Die Erkenntnisse aus der ersten Übungseinheit sind aber in der Regel nur bedingt aussagekräftig, da die Rennställe verschiedene Programme abspulen.

Klar ist aber: Vettel hofft auf die Wende. Ferrari und er brauchen sie so dringend. 55 Punkte hat der viermalige Weltmeister schon Rückstand in der WM-Wertung auf Hamilton, Stallrivale Leclerc fehlen sogar 80 Zähler auf den englischen Spitzenmann. "Wir sind offensichtlich hintendran, offensichtlich klafft zwischen Mercedes und uns ein ziemlich großer Abstand. Wir müssen die Kluft schließen, sonst wird es schwer für eine Wende", räumte Vettel ein. Ohne Aufgeregtheit. Ohne Nervosität.

Seit 2015 fährt Vettel nun für Ferrari. Und der Heppenheimer kennt die Wucht der Herausforderung, die Italiener wieder zu einem Weltmeisterteam machen zu wollen. So wie einst sein Idol Michael Schumacher. "Wir haben verstanden, was der Wagen braucht. Einige Dinge können wir kurzfristig umsetzen, einige vielleicht eher langfristig", erzählte Vettel mit der Geduld und Umsicht eines Projektleiters. "Wir haben einige Ideen, um unsere Lage zu verbessern. Sie klingen verheißungsvoll."

In erster Linie braucht Ferrari Abtrieb. Je besser der SF90 auf einem Kurs liegt, umso besser können die sensiblen Pneus arbeiten. "Der Asphalt ist sehr fein, deswegen ist es auch generell schwer, die Reifen ins richtige Fenster zu bekommen. Das ist keine leichte Aufgabe, die auf uns wartet, aber auf dem Papier schaut es hier ein bisschen besser aus", erläuterte Vettel in Montréal und verwies auf Bahrain.

Der Wüstenkurs ist mit der Strecke in Kanada vergleichbar, da auf den vielen langen Geraden Motorleistung gefragt ist. Und da liegt die Scuderia vorne. In Bahrain kostete erst ein Kurzschluss im Motor Leclerc den schon greifbaren Sieg.

Mercedes rüstet aber selbst weiter auf. Rechtzeitig zum siebten Saisonlauf auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke setzen die Silberpfeile einen neuen Motor ein. Von einem "perfekten Timing" sprach daher Titelverteidiger Hamilton, der schon sechsmal in Montréal gewonnen hat. "Wir werden an diesem Wochenende noch stärker als in der Vergangenheit sein." Die Auftakteinheit war wohl nur ein Vorgeschmack.

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