Großer Preis von Aserbaidschan

Vettel rast in Baku vor Hamilton zur Pole Position

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Sicherte sich in Baku die Pole Position: Ferrari-Pilot Sebastian Vettel. Foto: Luca Bruno

Sebastian Vettel steht wieder ganz vorne. Für den Grand Prix von Aserbaidschan sicherte sich der Ferrari-Star seine dritte Pole Position in diesem Jahr nacheinander. Im Nacken hat er WM-Verfolger Lewis Hamilton. Nico Hülkenberg erhält eine bittere Strafe.

Baku (dpa) - Sebastian Vettel reckte nach seiner dritten Pole Position nacheinander den berühmten Vettel-Finger den Kameras entgegen.

Der WM-Spitzenreiter sicherte sich für den Großen Preis von Aserbaidschan den besten Startplatz und feierte die 53. Pole seiner Formel-1-Karriere. Vettel hat beim vierten Saisonrennen am Sonntag (14.10 Uhr MESZ) auf dem Baku City Circuit die beiden Silberpfeile Lewis Hamilton und Valtteri Bottas im Nacken.

Der Brite war 0,179 Sekunden langsamer als der deutsche Ferrari-Star. Hamilton verpasste damit die Wiederholung seiner Vorjahres-Pole auf dem tückischen Stadtkurs. Auf der 6,003 Kilometer langen Strecke am Kaspischen Meer startet sein Stallrivale Bottas direkt dahinter von Position drei. In den letzten Sekunden der Qualifikation schien sogar noch Vettels Teamkollege Kimi Räikkönen auf dem Weg zur Pole; der Finne leistete sich bei Kurve 16 aber einen Fahrfehler und musste sich am Ende mit Position sechs begnügen.

Nico Hülkenberg schloss die Qualifikation in seinem Renault als Neunter ab. Wegen eines regelwidrigen Getriebewechsels wurde der Rheinländer aber fünf Plätze nach hinten strafversetzt. Damit riss seine kuriose Startserie: Saisonübergreifend war Hülkenberg in den sechs vergangenen Rennen jeweils von Platz sieben losgefahren. Vorjahresgewinner Daniel Ricciardo landete vor seinem Teamkollegen bei Red Bull, Max Verstappen, auf Rang vier.

"Ich hatte gleich bei meinem ersten Versuch eine gute Runde, zum Glück hat es gereicht", resümierte WM-Spitzenreiter Vettel, der im vergangenen Jahr in Baku mit einem Rammstoß gegen Hamilton für Negativschlagzeilen gesorgt hatte. "Der Wagen war einfach großartig. Es wird aber ein intensives Rennen, in dem alles passieren kann."

Am liebsten würde Vettel natürlich seinen 50. Karrieresieg am Sonntag feiern. Raum für Verbesserung sieht der Heppenheimer ohnehin noch. "Unser Wagen war wirklich gut, es hat echt Spaß gemacht. Mit meiner letzten Runde war ich aber nicht ganz zufrieden, weil noch ein bisschen mehr drin war", meinte der Scuderia-Pilot.

Nach einem schwierigen Freitagstraining änderte Hamilton das Setup an seinem Wagen und ist am Sonntag erster Vettel-Verfolger. "Es war echt eng. Wir haben den besten Job gemacht, den wir machen konnten", bilanzierte Hamilton, der in der WM-Wertung neun Punkte Rückstand auf Vettel hat. "Sebastian hat einen guten Job gemacht, Ferrari war bisher schneller als wir. Ihr Wagen ist echt schnell."

Hamilton will endlich seinen ersten Saisonsieg holen. Dafür muss er Vettel schlagen. "Ich will Sebastian eine harte Zeit bereiten", kündigte der 33-Jährige an. Seine harte Zeit soll dagegen enden. Der langjährige Formel-1-Geschäftsführer Bernie Ecclestone hatte sich sogar schon verwundert gezeigt und gemutmaßt, der Titelverteidiger sei nicht mehr der Pilot, der er einmal war. Auf diese Frage hin lächelte Hamilton nur milde und zuckte mit den Schultern. "Nicht wirklich" könne er dazu etwas sagen.

Vettel muss sich darauf einstellen, dass ihn Mercedes mit einem vorgezogenen Boxenstopp im Rennen unter Druck setzen und zum Handeln zwingen könnte. "Das Rennen hier kann echt verrückt sein", sagte Bottas. "Wir sind bereit für den Kampf."

Einen echten Schrecken erlebte in der ersten K.o.-Runde Pierre Gasly. Nur dank seiner Reaktionsschnelligkeit konnte der Franzose bei Kurve 15 eine Kollision mit seinem Toro-Rosso-Teamkollegen Brendon Hartley vermeiden und landete im Notausgang. Der Kommandostand versuchte Gasly schnell zu beschwichtigen, da sich sein Stallrivale einen Platten eingefahren hatte. "Es tut mir leid", entschuldigte sich Hartley. "Ich komme mir dumm vor."

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