Formel 1

Vettel in Ungarn mit Trainingsbestzeit - Hamilton Fünfter

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Sebastian Vettel rast um den Hungaroring. Foto: Laszlo Balogh/AP

Sebastian Vettel und Lewis Hamilton liefern sich vor der vierwöchigen Formel-1-Verschnaufpause ein letztes Duell in Ungarn. Den ersten Trainingstag auf dem Hungaroring entscheidet der Deutsche für sich. Vettel vs. Hamilton wird in Nuancen entschieden.

Budapest (dpa) - Im Millimeter-Duell um die Formel-1-WM kann sich Sebastian Vettel Hoffnungen auf einen schnellen Konter gegen Lewis Hamilton machen.

Vor dem letzten Grand Prix vor der vierwöchigen Sommerpause sicherte sich der deutsche Ferrari-Star die Bestzeit im Freitagstraining. Vettel verwies mit einem Vorsprung von nur 0,074 Sekunden Max Verstappen im Red Bull auf den zweiten Platz. Dritter nach der zweiten eineinhalbstündigen Einheit wurde Verstappens Stallrivale Daniel Ricciardo.

WM-Spitzenreiter Hamilton kam in seinem Mercedes nicht über Position fünf hinaus. Nico Hülkenberg musste seinen Renault wegen eines Elektronikdefekts etwa 30 Minuten vor Ende des Auftakttrainings in der fünften Kurve abstellen. Die Reparaturarbeiten zogen sich bis in die zweite Einheit. Der Rheinländer wurde schließlich 14.

"Wir können uns noch weiter verbessern, es war aber einer der besseren Freitage", resümierte Vettel. "Ich glaube, es wird sehr eng. Red Bull schaut schneller aus als an den letzten Freitagen." Nach seinem Aus in Deutschland war Vettel froh, wieder hinter dem Lenkrad zu sitzen. "Viel Arbeit vor einem zu haben, ist wahrscheinlich das Beste, um den Kopf frei zu bekommen", meinte er.

Hamilton und Vettel liefern sich einen WM-Zweikampf, der immer mehr an Intensität gewonnen hat. "Wir fahren gegen ein Team, das in diesem Jahr schneller als wir ist. Im vergangenen Jahr war es noch ziemlich ausgeglichen, es gab einige Wochenenden, an denen wir schneller waren als sie, an einigen waren sie schneller als wir", beschrieb Hamilton den Wettlauf um den fünften WM-Titel mit Vettel und Ferrari.

"Dieses Jahr sind die Ausschläge mehr in ihre Richtung, deshalb müssen wir an den Wochenenden noch mehr liefern und versuchen, noch mehr herauszuholen", erläuterte Hamilton. "Daher ist der Druck, noch mehr aus jedem Millimeter herauszuziehen größer denn je, wenn ich am Ende die Nummer eins sein will."

Und natürlich geht es nur darum, am Ende ganz vorne zu stehen. Also dort, wo Hamilton derzeit schon ist. Fünfmal wechselte in dieser Saison bereits die WM-Führung. Derzeit ist der 33-jährige Brite vor Vettel Spitzenreiter. Allerdings fehlen dem 31-jährigen Deutschen vor dem zwölften Saisonlauf auch nur 17 Punkte. Dafür lag Vettel am Freitag sowohl im ersten Ungarn-Training vor Hamilton (2./5.) als auch in der zweiten Einheit (1./5.).

Höchstleistungen sind auf dieser kräfteraubenden Welttournee gefragt. "Mit dem Kopf immer bei der Sache zu sein, von März bis November, jedes Wochenende bei 100 Prozent anzukommen", sagte Hamilton, das sei das Anspruchsvollste überhaupt. "Ich kann ehrlich sagen, dass ich das nicht an jedem Wochenende perfekt hinbekommen habe."

Vettel auch nicht. Zuletzt in Hockenheim kostete den Heppenheimer ein Ausrutscher auf nasser Strecke den fast schon greifbaren Sieg vor heimischem Publikum. Es war ein Rückschlag für Vettel auf dem ersehnten Weg zur ersten WM mit der Scuderia - mehr erst einmal nicht. Zumal die Italiener derzeit auf der Geraden mehr Motorstärke auf die Strecke bringen können als die Silberpfeile.

"Ferrari setzt die Maßstäbe, sie sind in der Lage, von Rennen zu Rennen immer mehr rauszuholen", sagte Mercedes-Teamchef Toto Wolff über den Rivalen, dessen langjähriger Chef Sergio Marchionne gestorben ist. Mit einem schwarzen auf den vorderen Teil der roten Rennwagen lackierten Streifen wird seiner gedacht. Ein Ferrari-Sieg in Ungarn wäre auch ein Zeichen der Ehrerbietung.

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