Federer ist schon ein Fan des Turniers

Wie wichtig wird der Laver Cup für das Tennis?

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Das Team Europa mit der Trophäe des Laver Cups.

Es könnte ein neuer Fixpunkt im globalen Tenniskalender werden: Roger Federer ist jedenfalls ein Fan des Laver Cups. Mit altbekannten Wettbewerben hat die Veranstaltung wenig zu tun.

Prag - Champagner spritzte, Roger Federer war zufrieden. Der 36 Jahre alte Schweizer beendete mit einem Erfolg den Laver Cup, der auch nach dem Ende seiner Tennisprofi-Karriere mit dem guten Namen Federer verbunden bleiben könnte. „Ich bin so stolz, dass es so funktioniert hat, wie es funktioniert hat. Die Zeit wird zeigen, wie groß diese Veranstaltung noch wird“, sagte der Topstar. Der Cup fand erstmals am vergangenen Wochenende in Prag statt. In Zukunft soll sich der Wettbewerb auf anthrazitfarbenem Hartplatz fest etablieren.

Es ist ein Turnier nach dem Vorbild des Ryder Cups im Golf: Ein Team Europa tritt gegen das Team Welt an. Und wie beim Tennis-Nationen-Wettbewerb Davis Cup bestreiten die Spieler Einzel- und Doppel-Matches. Das Team, das als erstes 15 Punkte erreicht, gewinnt den Laver Cup.

Federer diente als Aushängeschild des Wettbewerbs, seine Agentur organisierte das Event, das den Namen des legendären australischen Spielers Rod Laver trägt. „Ich hatte einmal die Vision, dass wir die großartigen Spieler unseres Sports ehren sollen“, sagte der 19-malige Grand-Slam-Sieger Federer. „Wegen ihnen können wir unseren Traum leben.“ Der neue Cup soll nun jährlich und an unterschiedlichen Orten stattfinden: Für Ende September 2018 ist die zweite Auflage geplant, dann in Chicago.

In Prag war es passenderweise Federer, der gegen den Australier Nick Kyrgios den entscheidenden Punkt für das Team Europa erspielte. Zuvor schon stand er bei einem der Höhepunkte des Turniers im Mittelpunkt: Das Doppel mit dem spanischen Weltstar und Rivalen Rafael Nadal gewann er. Der europäischen Equipe verhalf auch der Deutsche Alexander Zverev mit zwei Erfolgen zum Triumph.

Szene des Spiels zwischen Tomas Berdych und Marin Cilic (vorne) und den Amerikanern John Isner and Jack Sock.

Die sportliche Relevanz des Turniers muss sich noch beweisen. Unklar ist, ob die Veranstaltung auch ohne eine Teilnahme von Federer solch eine Anziehungskraft besitzt wie in Prag. Die Karriere des Schweizers nähert sich ihrem Ende. Gleiches gilt für Nadal. Die ATP, die Profi-Vereinigung der Männer, und der Tennisweltverband beäugen den Cup mit Argwohn und wollen wissen, welche Auswirkungen der Wettbewerb auf ihre Veranstaltungen haben wird.

Punkte für die ATP-Weltrangliste, die Nadal und Federer weiter anführen, gab es in Prag nicht zu holen. Gleichwohl traten nur Topspieler in der stets ausverkaufen Halle an. Und das ernsthaft - nicht nur als Show und Spaß wie Fußballer bei einem Abschiedsspiel eines altgedienten Profis.

Zudem unterstützten auch der australische und der amerikanische Verband Federers Cup. Der australische Verbandschef Craig Tiley sagte der „New York Times“, im Tennis brauche es mehr „coole“ und ein „bisschen andere“ Veranstaltungen. „Für uns ist das eine Reise, die Erschaffung einer neuen Marke und die Erschaffung von etwas für den Sport.“

dpa

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