Vorjahressieger

Zverev vor München-Start entspannt - Kein neuer Trainer

+
Nach 2017 möchte Alexander Zverev auch 2018 in München jubeln. Foto: Wilfredo Lee/AP

Zwei starke Masters-Turniere, die Rückkehr auf Weltranglistenplatz drei: Tennisprofi Zverev hat seine Form wiedergefunden. Entsprechend optimistisch geht er die Titelverteidigung in München an. Zu Ivan Lendl als möglichem neuen Trainer äußert er sich deutlich.

München (dpa) - Alexander Zverev hat einen Plan. "Hoffentlich kann ich am Ende der Woche im Finale gegen meinen Bruder spielen. Das wäre ganz schön. Dann kann er auch noch ein Auto gewinnen", sagte der deutsche Tennis-Star in München.

Der Flachs kam an, Zverev wirkt gut gelaunt vor seinem Turnierstart. Wie beim Titelgewinn im Vorjahr will sich der 21-Jährige wieder in Bayern in Form bringen für die wichtigsten Sandplatz-Events der Saison: Madrid, Rom, French Open. Nach seinem Aufstieg in die Weltspitze 2017 muss sich der Hamburger in diesem Jahr bestätigen. Bange ist ihm dabei nicht.

Alexander Zverev, den alle Sascha nennen, ist mit einem gesunden Selbstbewusstsein ausgestattet. Ohne das kann man vermutlich nicht auf Weltranglistenplatz drei klettern und erster Verfolger der zwei lebenden Tennis-Legenden Rafael Nadal und Roger Federer sein. Den Schweizer hat Zverev in fünf Partien schon zweimal geschlagen, gegen Nadal war der deutsche Hoffnungsträger alle vier Male unterlegen.

Ivan Lendl sieht in Zverev eine neue Nummer eins - und der muss es wissen, war er schließlich selber fünf Jahre lang der Beste der Welt und zuletzt Erfolgscoach von Andy Murray. "Von Ivan ist das natürlich ein Riesen-Kompliment", sagte Zverev. Der Tscheche mit amerikanischem Pass wurde zuletzt als möglicher Trainer des Deutschen gehandelt. Auch Boris Becker kann sich eine Zusammenarbeit der beiden gut vorstellen: "Bestimmt würde er von einem Ivan Lendl auch profitieren können." In absehbarer Zeit wird daraus aber nichts.

"Ivan und Boris sind die einzigen Leute, die überhaupt in Frage kommen würden", meinte Zverev zu dem Thema. Wenn, dann würde ohnehin nur eine Art Supervisor infrage kommen, denn der wichtigste Trainer werde Zverevs Vater Alexander bleiben. "Jemand anderes brauche ich nicht", stellte der Profi klar. An eine Option Lendl oder Becker denke er aktuell nicht, und das würde sich auch nur ändern, "wenn ich ein Problem habe. Und das sehe ich momentan nicht".

Nach einem durchwachsenen Saisonstart überzeugte Zverev zuletzt mit dem Finaleinzug beim Masters in Miami und dem Erreichen des Halbfinals in Monte Carlo. Bei den BMW Open trifft er nach einem Freilos in der ersten Runde auf den Münchner Yannick Hanfmann. "Ich fühle mich wohl und hoffe, dass ich genauso weiterspielen kann." Die Erschöpfung nach Monte Carlo ("Ich war völlig kaputt") sei vorbei. In einer Tennispause im Fürstentum hatte er ein paar Kumpels eingeladen. "Wir sind viel Golf spielen gegangen, waren ein-, zweimal auf dem Boot", erzählte der Davis-Cup-Spieler.

Mental und körperlich gestärkt geht Zverev die nächsten Aufgaben auf Sand an. 2017 hatte er in München gewonnen und dann mit dem Masters-Coup in Rom den bis dahin größten Erfolg gefeiert. In diesem Jahr will er auch bei den French Open überzeugen und erstmals in einem Grand-Slam-Turnier ein Viertelfinale erreichen.

"Qualität, Klasse und Niveau hat Sascha", sagte Becker zuletzt. Als Herren-Chef im Deutschen Tennis-Bund beobachtet er Zverev genau. "Es ist eine Frage der Zeit, bis er dieses Quäntchen Erfahrung und diese Konstanz in einem Grand-Slam-Turnier bekommt. Das kann in Paris schon passieren." Der Jung-Profi sieht sich nicht unter Druck, auch er spricht von einer "Frage der Zeit, bis ich bei Grand Slams weit komme". Aber wer will schon einem Boris Becker widersprechen.

Turnierbaum

Zverev auf ATP-Homepage

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Erlöster Degenkolb und "Kraft des Willens"

Mit seinem Tour-Etappensieg beendet John Degenkolb eine lange Leidenszeit. Lange blieb ihm ein großer Sieg bei der Tour verwehrt, ein böser Unfall hatte sogar seine …
Erlöster Degenkolb und "Kraft des Willens"

Verwirrung um Flaschenwurf nach Boxkampf - Brähmer schaltet seinen Anwalt ein

Tyron Zeuge hat seinen WM-Gürtel verloren - doch nach dem Kampf sprechen alle nur über eine Aktion seines Trainers Jürgen Brähmer. Dabei steht Aussage gegen Aussage.
Verwirrung um Flaschenwurf nach Boxkampf - Brähmer schaltet seinen Anwalt ein

Kerbers Party und Pläne nach Wimbledon

Nach einem kurzen Abstecher zu ihren Großeltern wartet auf Angelique Kerber am Dienstag gleich der nächste Pflichttermin. Ihre zwei "gigantischen Wochen" in Wimbledon …
Kerbers Party und Pläne nach Wimbledon

Tragödie in der NHL: Ex-Keeper und Stanley-Cup-Sieger stirbt im Alter von 35 Jahren

Der ehemalige Eishockeytorwart und Stanley-Cup-Sieger Ray Emery ist im Alter von 35 Jahren in seiner kanadischen Heimatstadt Hamilton gestorben.
Tragödie in der NHL: Ex-Keeper und Stanley-Cup-Sieger stirbt im Alter von 35 Jahren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.