20 kuriose Tier-Urteile

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Ist in einem Mietshaus das Halten von Kleintieren erlaubt, darf der Vermieter einer Mieterin nicht untersagen, ein Hausschwein zu halten, wenn sich andere Mieter dadurch nicht gestört fühlen - beschloss das Amtsgericht Berlin-Köpenick (Az. 17 C 88/00).
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Dem Halter einer Katze kann es nicht zugemutet werden, sein Tier in einer Einfamilienhausgegend zu bestimmten Zeiten einzusperren. Auch dann nicht, wenn eine Anwohnerin Angst um das Leben ihrer freilaufenden Meerschweinchen hat. In einer solchen Wohngegend ist es üblich, dass Katzen frei herumlaufen. Für Meerschweinchen gilt dies nicht, entschied das Amtsgericht Köln (Az. 134 C 281/00).
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Hält der Besitzer einer Eigentumswohnung in einem Terrarium 30 Giftschlangen, sechs Pfeilgiftfrösche sowie einige Echsen, stellt die Tierhaltung „keinen ordnungsgemäßen Gebrauch des Eigentums dar.“ Nach dem Urteil des Oberlandesgericht Karlsruhe bestünde immer die Gefahr, dass die Tiere durch eine Unachtsamkeit entweichen könnten. Dies könne ein Gefühl der Unsicherheit und des Bedrohtseins bei den übrigen Eigentümern hervorrufen könnte. Die Tiere müssen abgeschafft werden (Az. 14 Wx 51/03).
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Ein Jogger, der sich einem nicht angeleinten Hund nähert, muss sein Tempo verringern. Behält er sein Tempo bei und stürzt über den Hund, kann für den entstandenen Schaden die Tierhalterhaftpflichtversicherung des Hundehalters nicht zu 100, sondern nur zu 70 Prozent herangezogen werden. So urteilte das Oberlandesgericht Koblenz. Wenn ein Jogger über einen Hund joggt, trifft den Sportler eine Mitschuld (Az. 5 U 27/03).
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Lässt ein Vermieter die Fugen zwischen den Badezimmerkacheln erneuern und wird dabei so viel Schmutz aufgewirbelt, dass der Papagei des Mieters an der Staubentwicklung erstickt, muss der Wohnungseigentümer keinen Schadenersatz für das verendete Tier leisten. Dies beschloss das Landgericht Lüneburg. Dass bei den Arbeiten Staub und Dreck entstehen, hätte dem Mieter bewusst sein müssen (Az. 6 S 134/02).
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Bremst ein Autofahrer innerhalb einer Ortschaft stark ab, weil ihm eine Katze vor das Auto läuft, und fährt ihm ein anderer Wagen hinten auf, muss die Kfz-Haftpflichtversicherung des Auffahrenden den Schaden bezahlen. Der Vorwurf, der Vordermann hätte den Unfall verschuldet, weil es grob fahrlässig sei, für ein Kleintier zu bremsen, stimmt nach Ansicht des Landgerichts Paderborn so nicht (Az. 5 S 181/00).
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Läuft ein Pferd eines gewerblichen Tierhalters vom Hof und verursacht auf einer nahe liegenden Straße einen Unfall, hat der Halter den Schaden zu ersetzen. Das muss er auch, wenn das Pferd nur deshalb ausreißen konnte, weil ein Unbekannter die Tore geöffnet hatte. Der Hofbesitzer hätte das Öffnen durch Verschließen der Tore vermeiden können, begründete das Oberlandesgericht Nürnberg seine Entscheidung (Az. 9 U 3987/03).
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Verkauft ein Pferdezüchter im Frühjahr ein Pferd, bei dem sich erst im Sommer herausstellt, dass es unter einer Allergie leidet, die in den Sommermonaten von Mücken ausgelöst wird, kann der Käufer das Tier zurückgeben. Der "Mangel" ist innerhalb von sechs Monaten aufgetreten und legt deshalb die Vermutung nahe, dass das Pferd schon bei der Übergabe krank war, beschloss der Bundesgerichtshof (Az. VIII ZR 173/05).

München - Darf ein Schwein in einer Mietwohnung leben, oder die Nachbarskatze ihre Hinterlassenschaften auf den Kinder-Spielsachen im Garten ablegen? 20 kuriose Urteile aus der Welt der Tiere.

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