Großeinsatz

200 Polizisten bei Beerdigung von Clan-Mutter in Berlin

Polizisten stehen am Eingang zum Neuen-Zwölf-Apostel-Friedhof in Schöneberg. Die Beerdigung einer Mutter aus einem bekannten arabischstämmigen Clan in Berlin wird von der Polizei mit 200 Beamten begleitet. Foto: Paul Zinken/dpa
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Polizisten stehen am Eingang zum Neuen-Zwölf-Apostel-Friedhof in Schöneberg. Die Beerdigung einer Mutter aus einem bekannten arabischstämmigen Clan in Berlin wird von der Polizei mit 200 Beamten begleitet. Foto: Paul Zinken/dpa

Eigentlich ist die Polizei nicht für Beerdigungen zuständig. Nur wenn es um bekannte Großfamilien geht, lösen Trauerfeiern auch einen Polizeieinsatz aus.

Berlin (dpa) - Die Beerdigung einer Mutter aus einem bekannten arabischstämmigen Clan in Berlin ist von 200 Polizisten begleitet worden. Viele hundert Trauergäste aus Berlin und anderen Städten waren am Freitagvormittag zum Neuen-Zwölf-Apostel-Friedhof im Stadtteil Schöneberg gekommen.

Die Polizei sprach von einer Besucherzahl im oberen dreistelligen Bereich. Alle hätten sich an die Corona-Regeln gehalten.

Vier Söhne der gestorbenen Frau, der 44-jährige Clan-Chef Arafat A.-Ch. und drei seiner Brüder, stehen derzeit vor dem Berliner Landgericht. Sie sind angeklagt, weil sie den Rapper Bushido bedroht, beschimpft, eingesperrt und angegriffen haben sollen. Am Montag war der Prozess wegen des erwarteten Trauerfalls bis zum 30. September unterbrochen worden.

Die Trauergäste hätten sich am Eingang in Listen eingetragen und auf dem Friedhof Abstände eingehalten oder Masken getragen, sagte ein Polizeisprecher. Der Friedhof hatte dafür Masken bereit gehalten. Zum Teil wurden die Besucher, vor allem Männer, in Gruppen eingelassen. Verkehrsbehinderungen gab es demnach nicht.

Die Polizei habe in den vergangenen Tagen mit der Familie gesprochen. Es sei zugesichert worden, sich an die Bestimmungen zu halten. Nach einem Bericht der Zeitung "B.Z." hatte Arafat A.-Ch. auch über einen seiner Internetkanäle entsprechende Aufforderungen veröffentlicht. Gegen 13.00 Uhr endete die Beerdigungsfeier. Ob es noch ein größeres privates Zusammenkommen gebe, sei nicht bekannt, hieß es.

Innensenator Andreas Geisel (SPD) hatte am Donnerstag im Abgeordnetenhaus gesagt: "Klar ist, dass wir die Regeln des Rechtsstaates morgen durchsetzen. (...) Und aus welchem Milieu die Beizusetzende auch immer stammt, und welchen Zusammenhang es da immer geben muss, es ist die Beisetzung eines Menschen. Und die muss würdevoll erfolgen. Das werden wir Morgen absichern. Das sollten wir bei aller Kritik an den Zusammenhängen immer bedenken."

Auf dem Friedhof war im April auch die Mutter eines bekannten anderen arabischstämmigen Clans beerdigt worden. Die Polizei begleitete die Bestattung mit einem Großeinsatz, Kontrollen Lautsprecher-Durchsagen und einem Hubschrauber. Damals galten noch strengere Regelungen zum Infektionsschutz. Vor zwei Jahren hatten sich dort 2000 Männer aus Großfamilien bei der Beerdigung eines erschossenen Clan-Mitglieds versammelt.

© dpa-infocom, dpa:200918-99-615583/3

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