Von eigenem Vater entführt

7-jähriges Mädchen entführt und 13 Jahre verschollen! Doch dann passiert das Wunder

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Als Kind in einem fremden Land entführt, erlebte Naima 13 Jahre lang die Hölle. Jetzt ist sie zurück bei Mutter und Schwester in Hanau.

Als Kind in einem fremden Land entführt, erlebte Naima 13 Jahre lang die Hölle. Jetzt ist sie zurück bei Mutter und Schwester in Hanau.

  • Eine Familie aus Hanau nach ist 13 Jahren wiedervereint
  • 2005 wurde die 7-jährige Naima in Algerien entführt
  • Der Entführer: Der eigene Vater
  • Ein internationales Ermittler-Team spürte die heute 21-Jährige in Italien auf

Hanau - Als Naima ihrer Mutter und Schwester in die Arme fällt, gibt es keinen Zweifel mehr: 13 Jahre Hölle sind vorbei. 13 Jahre, in denen sie von ihrer Familie entrissen war. Entführt in einem fremden Land.

Rückblick: Im April 2005 besucht Martina D. aus Hanau ihren Ex-Mann Mohammed D. im algerischen Algier. Mit dabei: Die gemeinsame Tochter Naima, damals sieben Jahre alt. Drei Jahre zuvor hatte sich Martina von Mohammed getrennt - nachdem er gewalttätig wurde.

Hanau: „Wir gehen spazieren“, sagt Mohammed - danach sieht die Mutter ihre Tochter für 13 Jahre nicht mehr

Am 18. April 2005 geht alles ganz schnell. Mutter und Tochter übernachten bei der Großmutter, Mohammeds Mutter. Der Vater kommt vorbei und nimmt Naima mit: „Wir gehen spazieren“, erzählt sie bild.de. Anschließend wird Martina D. mit dem Leben bedroht, verlässt das Land. Naima bleibt in Algerien. Danach sieht die Mutter ihre Tochter 13 Jahre nicht mehr.

Zu Hause in Hanau versucht Martina D. alles, ihre Tochter zurück nach Deutschland zu holen. Aber: Weder das Auswärtige Amt noch die Polizei sind in der Lage, Naima aufzuspüren. Die verzweifelte Mutter wendet sich auch an Hanaus Oberbürgermeister Kaminski. Ohne Erfolg:„Leider sehen wir keine Möglichkeit, ihren Kampf zu unterstützen“, teilt ihr Kaminskis Referentin mit. 

Naima selbst ist erfolgreicher. Die Tochter lebt die ganze Zeit über bei ihrem Vater und ihren Halbgeschwistern in Algier. 2013 gelingt es ihr, Kontakt zu ihrer großen Schwester Natalie in Hanau aufzunehmen - obwohl sie ihre Muttersprache Deutsch inzwischen verlernt hat, Arabisch spricht. Ihre Englisch-Kenntnisse sind aber gut genug. Die beiden schmieden Fluchtpläne. Und doch passiert erst einmal über Jahre nichts.

Hanau: Die Mutter plant für ihre Tochter eine Flucht durch die Sahara

Denn: Mohammed, Naimas Vater, hat gute Kontakte: Der vermögende Geschäftsmann ist mit dem algerischen Kommissar befreundet, der für den Fall zuständig ist. Und der verhängt eine Ausreisesperre: Sie werde wegen Diebstahls gesucht. So kann sie Algerien nicht verlassen, obwohl sie einen deutschen Pass hat.

Erst, als die Mutter in Hanau Kontakt zu einem deutsch-amerikanischen Ermittler-Team aufnimmt, kommt Bewegung in den Fall. Für die Tochter planen sie eine Flucht durch die Sahara.

Hanau: In Rom wird Naima befreit

Diese Tortur bleibt Naima aber erspart. Überraschend plant der wegen Kindesentführung gesuchte Mohammed D. im Dezember 2018 einen Urlaub in Italien. In Rom kann das Ermittler-Team Naima von ihrem Vater befreien - mit Hilfe der italienischen Grenzpolizei. Noch am selben Tag sieht Naima ihre Mutter und ihre Schwester nach 13 Jahren wieder. 

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