Ermittler suchen Hinweise

„Aktenzeichen XY“: Missbrauchsvorwurf als Tatmotiv? Brutaler Überfall auf Ordensbrüder

Moderator Rudi Cerne steht im TV-Studion von „Aktenzeichen XY“.
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Bei der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ hoffen die Ermittler und Moderator Rudi Cerne auf Hinweise in ungelösten Kriminalfällen. (Archivbild)

Die Ermittler hofften in der 557. Ausgabe von „Aktenzeichen XY" erneut auf Hinweise in aktuellen Fällen. So auch im Fall eines brutalen Überfalls auf Ordensbrüder.

  • In der 557. Ausgabe von „Aktenzeichen XY"* hofften Moderator Rudi Cerne* und die Ermittler erneut auf Hinweise in aktuellen Kriminalfällen.
  • In Wien kam es zu einem brutalen Überfall auf sechs Ordensbrüder.
  • Der Täter machte Anspielungen auf mutmaßliche Missbrauchsfälle Mitte der 1990er Jahre.

München/Wien - Am Mittwochabend, den 12. August 2020, wurde im ZDF die 557. Ausgabe von „Aktenzeichen XY... ungelöst" ausgestrahlt. Erneut hofften die Ermittler und Moderator Rudi Cerne auf Hinweise von Zuschauern zu ungelösten Kriminalfällen. Das gilt auch für den Fall eines brutalen Überfalls auf sechs Ordensbrüdern an der De-La-Salle-Schule in Wien. Am 27. Dezember 2018 drang ein Unbekannter in das Schulzentrum der Klosteranlage ein und brachte mehrere Personen in seine Gewalt.

Im Video: Wirecard-Manager Jan Marsalek (40) gesucht bei „Aktenzeichen XY“

„Aktenzeichen XY“: Überfall auf Ordensbrüder in Wien

Es war ein Wintertag, direkt nach den Weihnachtsfeiertagen. Die Schüler der De-La-Salle-Schule in Wien-Strebersdorf befanden sich in den Weihnachtsferien und das Schulzentrum der Klosteranlage war weitestgehend leer, lediglich die Ordensbrüder waren anwesend. Sie aßen gerade zu Mittag, als sich ein unbekannter Mann Zugang zum Gelände verschaffte. Der Täter überfiel sechs Brüder, vier in der Kirche und zwei in einem Büro, die sich alle im Alter zwischen 55 und 80 Jahren befanden, und wurde ihnen gegenüber gewalttätig.

Der Unbekannte misshandelte die Ordensbrüder auf brutale Art und Weise, schlug sogar mit einer Eisenstange und einem großen Schraubenzieher auf sie ein. Die zahlreichen Verletzungen der Opfer waren teilweise lebensgefährlich. Es handelte sich um Knochenbrüche im Gesicht, ausgeschlagene Zähne und Gehirnblutungen. Der Täter fesselte sie und forderte immer wieder Geld von ihnen. Allerdings konnten die Brüder ihm lediglich das Kirchengeld, in Höhe von einigen Hundert Euro, sowie das Geld, das sie bei sich trugen, aushändigen.

„Aktenzeichen XY“: Täter macht Andeutungen zu mutmaßlichen Missbrauchsfällen

Zu einem späteren Zeitpunkt widmete sich der Täter dem Tresor im Büro des Klostergeländes. Darin befanden sich unter anderem Waffen und Wertgegenstände. Der Unbekannte erbeutete eine Pistole, sowie eine Digitalkamera und ein iPad und ließ sich die Passwörter für mehrere Computer und elektronische Geräte geben, um diese durchzuschauen. Der Täter hielt sich mehr als dreieinhalb Stunden am Tatort in der österreichischen Hauptstadt auf.

Während des Überfalls machte der Unbekannte Andeutungen gegenüber zwei Ordensbrüdern. Er spielte auf mutmaßliche Missbrauchsfälle an der Schule an, zu denen es Mitte der 1990er Jahre Ermittlungen gab. Diese wurden allerdings eingestellt. Zudem notierte sich der Täter die Namen einiger Brüder auf einem Zettel, den er mitnehmen wollte. Als es den Opfern in der Kirche gelang, sich zu befreien und zu entkommen, ließ der Unbekannte den Zettel jedoch zurück und ergriff die Flucht.

„Aktenzeichen XY“: Ermittler können sich Brutalität des Täters nicht erklären

Die Ermittler des LKA Wien können sich einerseits die Brutalität des Unbekannten, sowie das Zurücklassen der Beute nicht erklären. Andererseits sei er sehr planvoll vorgegangen, habe sich maskiert und genügend Mittel zur Spurenbeseitigung dabei gehabt, erklärte Chefinspektor Helmut Pöttler. „Es ist tatsächlich ein sehr merkwürdiger Raubüberfall mit einem nicht alltäglichen Verhalten des Täters“, sagte er.

In der Sendung gaben die Ermittler auch eine Personenbeschreibung des Täters ab. Der Mann soll zwischen 35 und 45 Jahre alt sein, 1,80 bis 1,85 Meter groß und sportlich gebaut.  Seine Haare waren kurz und dunkel und er hatte einen deutlichen, vermutlich osteuropäischen Akzent. Die Ermittler suchen nun nach Zeugen, welche die Schrift auf dem zurückgelassenen Zettel identifizieren können. Zudem werden Informationen von Leuten gesucht, die am Tag der Tat etwas im Gebiet rund um die Schule beobachten konnten.

„Aktenzeichen XY“: Weitere Inhalte der aktuellen Ausgabe

Die übrigen Fällen der aktuellen Ausgabe von „Aktenzeichen XY“ handelten unter anderem von zwei Banküberfallen und einem Raubüberfall auf ein Rentnerpaar. Die Sendung wurde mit der Fahndung nach dem Ex-Wirecard-COO Jan Marsalek eröffnet, den die Fahnder im Ausland vermuten. Zudem gab es Updates zu früheren Fällen, sowie die Vorstellung zweier Kandidaten für den XY-Preis 2020.

Mit einer Spezial-Ausgabe von „Aktenzeichen XY“ warnte das ZDF vor fiesen Betrugsmaschen. Der Mord an Sylvia D. schockiert auch 25 Jahre nach der Tat. 26 Jahre nach dem Mord an einem Mann aus Hamburg erhofften sich die Ermittler Hinweise durch „Aktenzeichen XY“. Auch die damals 19-jährige Cornelia wurde Opfer eines Verbrechens. Es ist ein brutaler Überfall, der sich nun offenbar in Schweden ereignet hat. Zwei minderjährige Teenager sollen überfallen, gefoltert und vergewaltigt worden sein.(ph) *tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Netzwerks

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