Gefahr aus dem All

Asteroiden-Einschlag auf die Erde viel häufiger als bisher angenommen

Forscher legen neue Befunde über die Einschläge von Asteroiden offen. Die gigantischen Brocken aus dem Weltall bedrohen die Erde deutlich häufiger als gedacht. 

Boulder – Alle 15 Millionen Jahre wird die Erde von einem Asteroiden in der Größe einer Stadt heimgesucht. Diese Untersuchung wurde in der vergangenen Woche im Zuge der jährlich stattfindenden Goldschmidt-Konferenz vorgestellt. Doch es sollte nicht die einzige Forschung sein, die beim Geografie-Fachkongress präsentiert wurde. So entdeckten Forscher, dass vor 2,5 bis 3,5 Milliarden Jahren die Erde regelmäßig von Asteroiden-Einschlägen heimgesucht wurde. Sie brachten Zerstörung und Verwüstung, doch gleichermaßen wäre ein heutiges Leben auf der Erde ohne sie nicht möglich.

Organisation für Forschung und Entwicklung:Southwest Research Institute
Gründer:Tom Slick
Gründung:1947, San Antonio, Texas, Vereinigte Staaten
Präsident:Adam L. Hamilton

Einschläge von Asteroiden: US-Forscher ermitteln zehnmal mehr Kollisionen als bisher angenommen

Beweise für Einschläge, die laut Asteroidenforscher Alan Harris auch in Zukunft nicht ausgeschlossen sind, seien anhand von Gesteinen auch heute noch zu ergründen. Simone Marchi stößt bei ihrer Untersuchung auf einen bemerkenswerten Befund. Eine dünne Schicht in Felsen geben demnach Aufschluss auf die Wirkung der Asteroiden vor zig Milliarden Jahren. Anhand der Brocken könne man heute noch ihren Einschlag nachvollziehen.

Wie die wissenschaftliche Leiterin des Southwest-Research Instituts im amerikanischen Bundesstaat Colorado herausgefunden habe, hätten die gefährlichen Brocken aus dem All eine Schicht in Gesteinen hervorgebracht, die auch heute noch zu erkennen sei. Durch den Aufprall der Asteroiden wären die Felsen verdampft, wodurch sich kleine Kügelchen entwickelt hätten. Der gewaltige Kraftstoß der Asteroiden schleuderten die Kügelchen ins All, ehe sie zurück auf unsere Welt fielen.

Erst kürzlich berechneten Experten einen Asteroiden-Einschlag für das Jahr 2022. Das amerikanische Forscher-Team hat nun ein Modell entwickelt, das den Konsequenzen der Asteroiden auf den Grund gehen soll. Insbesondere die globale Verteilung der Einschläge weiter untersucht werden. Bisherige Erforschungen legen offen, dass es vor etwa drei Milliarden Jahren rund zehnmal so viele Asteroiden-Einschläge gegeben haben muss, wie bisher angenommen.

Forscher präsentierten neue Erkenntnisse zu Asteroiden-Einschlägen.

Dank Asteroid-Einschlägen konnte sich Sauerstoff auf der Erde ausbreiten

Darüber hinaus verdichtet sich die Annahme, dass der Asteroid einen wesentlichen Teil zur Schaffung der Grundlage menschlichen Lebens geleistet hat. So haben Forscher herausgefunden, dass es dank der Asteroid-Einschläge in jener Zeit zu einer Ausbreitung des Sauerstoffgehaltes kommen konnte. Der nächste Schritt sei nun den gemeinsamen Zusammenhang weiterzuerforschen.

Auch Wissenschaftlerin Rosalie Tostevin von der Universität Kapstadt beschäftigt seit längerem mit dem Phänomen des Asteroiden, dessen Erd-Kollision aufgrund einer geänderten Flugbahn womöglich schon bald droht. Ihre Erkenntnisse stützen sich mit der These der amerikanischen Forscher. Sie wies auf chemische Markierungen hin, die Hinweise auf einen durch Asteroiden begünstigten Sauerstoffgehalt in der Atmosphäre geben würden.

Erforschung der Asteroiden-Einschläge auf der Erde sind oft lückenhaft

Auf Planeten, die keine Atmosphäre aufweisen – wie etwa der Mond – sei eine detaillierte Aufzeichnung der früheren Asteroiden-Einschläge leicht nachzuvollziehen. Die unterschiedlichen Wetter-Bedingungen, die auf der Erde vorherrschen, lassen die Asteroiden-Spuren auf unseren Planeten allerdings lückenhaft werden. Erst in den späten 1970er Jahren entdeckten Forscher den Chicxulub-Krater in Mexiko. Es dauerte weitere Jahre, bis er als der Ort identifiziert wurde, wo der Asteroid, der das Leben der Dinosaurier vernichtete, einschlug.

Viele Beweise für Asteroiden-Einschläge und ihre ökologischen Konsequenzen sind heute lückenhaft. Das Modell vom amerikanischen Institut soll Abhilfe leisten, um die Anzahl und die Größe der Asteroiden ermitteln zu können.

Asteroid, Meteorit, Komet: Das ist der Unterschied

Ein Asteroid ist ein astronomischer Kleinkörper, der zu klein ist, um sich als runder Planet zu formen. Sie werden auch als Kleinplaneten oder Planetoide bezeichnet. Asteroiden haben mehrere Meter bis Kilometer Durchmesser. Ein Planet hat mindestens tausend Kilometer Durchmesser.

Ein Meteorit ist nicht ganz so groß wie ein Asteroid. Die Größe befindet sich im Millimeter bis Meter-Berich. Treten Meteoriden in die Erdatmosphäre ein, verbrennen sie und werden zu Sternschnuppe. Bleiben sie intakt bis zum Aufprall auf der Erdoberfläche werden sie Meteorit genannt. Ein Komet hat meist einen langen Schweif, hier ist der Begriff aber nicht ganz klar vom Asteroid abgegrenzt, es hat etwas mit ihrem Entstehungsort und mit Eis zu tun. *24hamburg.de, hna.de und fr.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Science Photo Library

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