Experten gelingt Durchbruch

AstraZeneca: Forscher finden Ursache für Thrombose

Forscher der Universitätsmedizin Greifswald haben die Ursache für Hirnthrombosen nach der Impfung mit AstraZeneca gefunden. Ein Wirkstoff kann Betroffenen helfen.

Die 7-Tages-Inzidenz in Baden-Württemberg* und ganz Deutschland steigt seit Tagen immer weiter an. Eine wichtige Waffe im Kampf gegen die Pandemie sind die zugelassenen Corona-Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Moderna, Johnson & Johnson und AstraZeneca. Doch wie echo24.de* berichtet, steht letzteres Vakzin derzeit im Verruf. Auslöser für die Skepsis sind Hirnthrombosen, die nach der Impfung als Nebenwirkung von AstraZeneca vereinzelt aufgetreten sind.

AstraZeneca: Experten finden Ursache für die gefährliche Hirnthrombose

Einige Länder haben deshalb die Impfungen mit AstraZeneca gestoppt* und die Europäische Arzneimittelbehörde EMA gebetet, das Vakzin im Hinblick auf die Hirnthrombosen noch einmal zu untersuchen. Die finale Entscheidung der EMA wurde mit Spannung erwartet. Der Corona-Impfstoff sei „sicher“ und „effektiv“, teilte die Behörde am Donnerstagabend schließlich mit. Aber: Die möglichen seltenen Blutgerinnseln in Hirnvenen werden als Nebenwirkungen des Wirkstoffs aufgenommen.

Nach der Entscheidung der EMA* sollen die Impfungen mit AstraZeneca bald wieder aufgenommen werden. Erste Länder haben bereits angekündigt, die Corona-Impfungen mit AstraZeneca fortzusetzen. Ein mulmiges Gefühl dürfte trotz der positiven Entscheidung der EMA dennoch in der Gesellschaft bleiben. Doch nun ist Experten der Universitätsmedizin Greifswald ein großer Durchbruch gelungen: Sie haben die Ursache für die Hirnthrombosen nach der Impfung mit AstraZeneca gefunden.

AstraZeneca: Wirkstoff gegen die lebensgefährliche Nebenwirkung entdeckt

Wie der NDR berichtet, löst das Vakzin von AstraZeneca bei einigen Menschen einen Abwehrmechanismus aus. Bei der Untersuchung von Proben betroffener Patienten stellten die Experten fest, dass der Corona-Impfstoff die Blutplättchen – auch als Thrombozyten bekannt – aktiviert. An sich ist der Vorgang erst einmal nichts Ungewöhnliches. Wenn wir eine Wunde haben, gerinnt das Blut und die Blutplättchen verschließen die Verletzung. Gefährlich wird es erst, wenn es keine Verletzung gibt.

Die Experten der Universitätsmedizin Greifswald haben nun herausgefunden, dass bei einigen Menschen durch die Impfung mit AstraZeneca dieser Mechanismus aktiviert wird, der zur Bildung von Blutgerinnseln im Gehirn führt. Die Forscher haben diesen Mechanismus so klar identifizieren können, dass sie umgehend auch eine gezielte Behandlungsmöglichkeit entwickeln konnten. Für betroffene Menschen gibt es nun einen gezielten Wirkstoff, der bei einer auftretenden Thrombose verabreicht werden kann.

Die Universität Greifswald fand nach eigenen Angaben die Ursache für die Hirnthrombosen nach einer Impfung mit AstraZeneca.

AstraZeneca: Wirkstoff gegen Thrombose gefunden – einen Nachteil gibt es

Es wurde also nicht nur die Ursache für die lebensgefährliche Nebenwirkung von AstraZeneca gefunden, sondern zudem ein Wirkstoff für Betroffene entdeckt. Aber: Die Experten der Universitätsmedizin Greifswald betonen, dass der Wirkstoff gegen die Thrombosen nicht vorsorglich eingenommen werden kann. Erst wenn Geimpfte Blutgerinnsel bilden, könne der Wirkstoff verabreicht werden. Zu mehr Details will sich die Universitätsmedizin Greifswald heute in einer Pressekonferenz äußern.

Mit der neuen Erkenntnis besteht die Möglichkeit, dass sich bald wieder mehr Menschen mit AstraZeneca gegen das Coronavirus impfen lassen. Ein entscheidender Vorteil von AstraZeneca gegenüber anderen Corona-Impfstoffen ist, dass das Vakzin nicht stark gekühlt werden muss. Gerade in Hausarztpraxen in Deutschland kann der Impfstoff deshalb bevorzugt eingesetzt werden und damit entscheidend zu einem höheren Impftempo in Deutschland beitragen. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Christophe Ena/dpa

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