Ausnahmezustand in Karlsruhe

„Teerartiges Material quillt aus Boden“: Hitze sorgt für Bahn-Chaos in Karlsruhe - Ende nicht absehbar

Eine Bahn fährt durch Karlsruhe.
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Die Trams und Stadtbahnen in Karlsruhe werden wohl noch länger nicht regulär fahren können. Ersatzverkehr ist im Einsatz.

Bis im Karlsruher Straßenbahnverkehr wieder Normalität einkehrt, wird es wohl noch Wochen dauern. Aufgrund von Hitze-Schäden ist dort nahezu der gesamte ÖPNV ausgefallen.

Karlsruhe - Die Hitze hat das Wetter in Deutschland* fest im Griff (BW24* berichtete). Für die Jahreszeit sind die Temperaturen deutlich zu hoch*. In Karlsruhe bekamen die Bürger die Auswirkungen des Extrem-Wetters nun mit aller Wucht zu spüren: Seit Dienstagabend liegt der Karlsruher Straßenbahnverkehr komplett lahm. Die glühende Hitze hat die Fugenmasse, die Gleise und Asphalt verbindet, an vielen Stellen aufgeweicht und geschmolzen.

Wie die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) mitteilten, bleibt der Straßenbahnverkehr im Stadtgebiet auch am Donnerstag, 17. Juni, weiter eingeschränkt. Die Ursachenforschung und Behebung aller Gefahrenstellen könne sich noch über Wochen hinziehen. „Im jetzigen Augenblick können wir noch nicht sagen, wann die Bahnen wieder fahren“, heißt es vonseiten der VBK.

Karlsruher Oberbürgermeister: „Dachte erstmal an einen Science-Fiction-Film“

Nachdem zahlreiche Bahnen ihren Betrieb eingestellt haben, wurde ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Dabei kann es nun zu Engpässen und Fahrtausfällen kommen. „Fußgänger und Radfahrer werden gebeten, im Bereich der Gleise im gesamten Stadtgebiet besonders vorsichtig zu sein, bis die Schäden und Verunreinigungen durch die VBK vollständig beseitigt sind“, mahnt der Verkehrsbund.

„Als ich die Nachricht bekommen habe: Im ganzen Stadtgebiet quillt teerartiges Material um die Schienen herum aus dem Boden - da habe ich erstmal an einige Science-Fiction-Filme gedacht“, sagte Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup auf der Pressekonferenz des Karlsruher Verkehrsbundes (KVV). Schnell kam der Oberbürgermeister dann jedoch zu der Überzeugung, dass die Hitze der Grund für das schmelzende Schienenmaterial sein könnte.

Karlsruhe im Ausnahmezustand: „Haben wir noch nie erlebt“

„Am Dienstagnachmittag kamen die ersten Meldungen über ungewöhnliche Verschmutzungen in unserem Gleisnetz im Stadtbereich Karlsruhe“, sagte Ascan Egerer, Technischer Geschäftsführer der Verkehrsbetriebe. In kurzer Folge seien dann Meldungen aus dem gesamten Netz eingetroffen. „Um 18 Uhr waren wir dann gezwungen, den Betrieb aus Sicherheitsgründen einzustellen.“

In Hinblick auf das aktuelle Wetter* tue es ihm für die Fahrgäste sehr leid, es gebe jedoch keine andere Möglichkeit, meinte Egerer. „Sowas haben wir hier in Karlsruhe in der Form bisher noch nicht erlebt“, bedauerte er. Durch die Wärme sei das Material klebrig aus den Schienen herausgequollen und hätte sich über die darüber rollenden Bahnen im ganzen Netz verteilt.

Karlsruher Straßenbahnen: „Weichen konnten nicht mehr gestellt werden und Fahrzeuge waren verschmutzt“

Die Auswirkungen auf die Sicherheit seien nicht mehr kontrollierbar gewesen, so Ascan Egerer: „Weichen konnten nicht mehr gestellt werden und Fahrzeuge waren so stark verschmutzt, dass auch die Bremseinrichtungen in Mitleidenschaft gezogen worden sind. Das war auch der Grund, warum wir keine Alternative zu unserer Entscheidung, den Straßenbahnverkehr einzuschränken, gesehen haben.“ *BW24 ist ein Angebot von Ippen.Media.

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