Rassismus auf dem Arbeitsmarkt

Muslimischer Bewerber bekommt Antwort, die Twitter-Nutzer empört: „Ekelhaft“

Eine Frau liest sich einen Bewerberbogen durch. (Symbolbild)
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Ein junger Mann erhält aufgrund seiner Religionszugehörigkeit eine Absage. Die Reaktion des Chefs schockiert.

Ein junger Mann bewirbt sich auf einen Ausbildungsplatz und bekommt prompt eine dreiste Abfuhr. Der Grund: Im Unternehmen sind Muslime unerwünscht. Der Geschäftsführer verteidigt seine Aussage.

Kolkwitz-Krieschow - Viele deutsche Muslime erfahren Diskriminierung im Alltag. Etwa durch verstörende Botschaften vor der Haustür, wie es jüngst einer muslimischen Familie in Baden-Württemberg passierte: Sie fand einen Schweinekopf am Türrahmen (*BW24 berichtete). Ein fremd klingender Name oder die Religionszugehörigkeit können Ausschlusskriterien für einen potenziellen Mieter oder Angestellten sein.

So ergeht es auch einem Mann aus Brandenburg. Der praktizierende Muslim bewirbt sich auf eine Ausbildungsstelle als Straßenbauer bei der Firma Asphalt Straßenbau Gesellschaft mbH und wird zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Den Job bekommt er nicht - dafür eine Absage mit der Begründung, dass Muslime im Betrieb „unerwünscht“ seien.

Rassistische Absage: „Islam nicht mit Verfassung in Einklang zu bringen“

Daraufhin postet der junge Mann das Ablehnungsschreiben auf Twitter. Darin heißt es: „Der Islam ist in meinen Augen nicht mit der Verfassung der BRD in Einklang zu bringen“. Weiterhin schreibt der Geschäftsführer des Unternehmens Frank Pilzecker: „Desweiteren ist die Mitarbeit in unserem Unternehmen als praktizierender Moslem unerwünscht.[...] Nach meinen Erfahrungen ist dies eine für mich und meine Umgebung nicht wünschenswerte Gesellschaftsform [...].“ Er lehne die Einstellung des Islams gegenüber Frauen und Andersdenkenden „als zutiefst diskriminierdend ab“.

Die Twitter-Community reagiert daraufhin schockiert über die diskriminierenden Aussagen des Chefs. „Das ist nicht nur ekelhaft, sondern auch gesetzeswidrig“, kommentiert ein Nutzer. Eine andere Userin schreibt:

Laut „rbb24“ bestätigte der Geschäftsführer seine rassistischen Aussagen. In seiner Begründung habe er erklärt, dass er „praktizierende Moslems nicht beschäftigen“ kann, da es sonst „Unruhen“ im Betrieb geben könne. Außerdem seien Muslime durch das Fasten im Ramadan nicht in der Lage, schwere körperliche Arbeiten im Straßenbau zu erledigen. Auch das Betriebsklima sei durch muslimische Mitarbeiter gefährdet, führt Pilzecker fort: „Wenn der Deutsche seine Leberwurst isst, setzt sich ein Moslem in einen anderen Raum.[...] Da haben wir uns entschlossen sowas nicht einzustellen“.

Polizei Brandenburg: Anzeige wegen Beleidigung möglich

In der Debatte meldet sich auch die Brandenburger Polizei zu Wort. In einem Tweet schreibt sie: „Der Betroffene kann eine Beleidigung anzeigen. Die Ablehnung [aufgrund] seiner Religion/Herkunft ist ein zivilrechtlicher Sachverhalt“. Das Unternehmen ist seit 2019 Preisträger des Ausbildungspreises des Brandenburgischen Ausbildungskonsens. Aus Datenschutzgründen ist unklar, ob der abgelehnte Bewerber Anzeige wegen Diskriminierung erstattet hat. *BW24 ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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