„Als Juden in New York sind wir nicht sicher“

Chanukka-Attacken in New York: Die Atmosphäre des Hasses 

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Orthodoxe Juden hören Dov Hikind (r), ehemaliger Abgeordneter des Staates New York, an, als er nach einem Messerangriff während einer Chanukka-Feier zu den Medien spricht.

Schon wieder schreckt ein mutmaßlich antisemitisch motivierter Angriff die USA auf. Manche sehen eine Krise – und Donald Trump als Mitverantwortlichen. 

New York – Der Angriff auf eine jüdische Feier bei New York sorgt weltweit für Empörung. „Wir müssen alle zusammenkommen, um die teuflische Geißel des Antisemitismus zu bekämpfen, zu konfrontieren und auszuradieren“, schrieb US-Präsident Donald Trump am Sonntag auf Twitter.

US-Außenminister Mike Pompeo bezeichnete die Attacke als "widerlich". New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo plädierte dafür, den Vorfall als "innerstaatlichen Terrorismus" zu werten. Bill de Blasio, Bürgermeister der Metropole New York, kündigte bei einer Pressekonferenz am Sonntag zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen an - unter anderem mehr Sicherheitskameras und zusätzliche Polizeipräsenz.

Chanukka-Attacken: Woher kommt der Antisemitismus? 

Der 38 Jahre alte Täter, der in dem nördlich von New York liegenden Örtchen Monsey fünf Menschen verletzte, konnte festgenommen werden. Vor Gericht muss er sich nun wegen fünffachen versuchten Mordes und Einbruchs verantworten und plädierte zunächst auf nicht schuldig. Vier der Verletzten konnten bis zum Montag wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden, einer wurde mit einer Kopfverletzung weiter behandelt. 

Die Zahl der antisemitischen Übergriffe in den USA war nach Angaben der Anti-Defamation League, die sich in den USA gegen Diskriminierung von Juden einsetzt, eigentlich seit 2001 stetig gesunken - steige aber seit 2014 wieder an. Beim bislang schlimmsten Angriff hatte im Oktober 2018 ein Mann elf Gläubige in einer Synagoge in Pittsburgh erschossen. Auch weltweit gibt es derzeit eine Welle antisemitischer Übergriffe, wie auch in Halle im Oktober dieses Jahres.

Antisemitismus in den USA: Die Atmosphäre des Hasses 

Der Antisemitismus schlägt in den USA zurzeit tiefe Wurzeln. Der Angriff von Monsey ist nicht der erste in New York – während des mehrtägigen Lichterfestes Chanukkah hatte es mindestens fünf offensichtlich antisemitisch motivierte Angriffe in New York gegeben. Mit dem mehrtägigen Lichterfest gedenken Juden jedes Jahr der Neuweihe des Tempels in Jerusalem im Jahre 165 vor der christlichen Zeitrechnung. Die US-Metropole hatte deshalb erst kürzlich ihre Sicherheitsvorkehrungen verschärft. 

Das Einwandererland USA ist für starke soziale Spannungen unter Menschen verschiedener Herkunft bekannt. Für die Entladung dieser Spannungen in Hass und Gewalt wird nun auch der amtierende Präsident Donald Trump verantwortlich gemacht. „Eine Atmosphäre des Hasses hat sich in diesem Land in den letzten paar Jahren entwickelt“, sagt beispielsweise der demokratische New Yorker Bürgermeister De Blasio. „Viel davon kommt aus Washington und hat große Auswirkungen.“

„Immer wieder sind wir Zeugen der schlimmen Auswirkungen des Antisemitismus, diesmal in Monsey in New York“ schrieb Israels Ex-Verteidigungsminister Avigdor Lieberman bei Twitter. Als dauerhafte Lösung sehe er nur die Auswanderung der Juden nach Israel. 

Das Oberlandesgericht in Naumburg lehnt die Entfernung des historischen Reliefs „Judensau“ von der Stadtkirche in Wittenberg ab. Das ist auch gut so. Ein Kommentar.

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