News-Ticker weltweit

Corona-Krise sorgt für außergewöhnliche Aktion nach Geburt - Südkorea erstmals seit Februar ohne Neuinfektion

Fast alle Länder kämpfen aktuell gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Trump denkt unterdessen darüber nach, China eine Rechnung zu stellen. Ticker zu weltweiten News.

Update vom 30. April, 12.45 Uhr: Die harten Maßnahmen und das strenge Testprogramm der südkoreanischen Regierung zur Eindämmung des Coronavirus scheinen nach wochenlanger Arbeit zu fruchten. Seit Februar hat Südkorea erstmals im gesamten Land keine lokalen Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Lediglich vier importierte Fälle wurden am Mittwoch am Flughafen registriert, wie die Gesundheitsbehörden am Donnerstag bekannt gab. Dabei handelte es sich um Personen, die aus dem Ausland einreisten oder zurückkehrten. 

Lesen Sie auch zum Thema: Wegen des Coronavirus soll bei Geburten aktuell Mundschutz getragen werden. Eine junge Mutter aus Bayern erlitt dabei nun ein schweres Trauma.

Kwon Jun Wook von der südkoreanischen Zentrale für Krankheitskontrolle meinte jedoch, „es gab keine Infektionen in den Gemeinden“. Auch Südkoreas Präsident Moon Jae In twitterte über die positive Entwicklung im Land, da erstmals seit 72 Tagen „null lokal bestätigte Covid-19-Patiententen“ gemeldet wurden. Dies sei auf die Leistung der Bevölkerung zurückzuführen, so der Staatschef.

Südkorea hatte seit dem Ausbruch des Coronavirus im März großflächig getestet und entschlossen Infektionsketten nachverfolgt und somit die Lage unter Kontrolle gebracht. Das Land gilt nun als Vorreiter in der Pandemie-Bekämpfung. Auch die Zahl der täglichen Todesfälle ist seit etwa zwei Wochen stets unter 20. Bei 10.765 erfassten Infektionen gab es bislang 247 Todesfälle im Zusammenhang mit Sars-CoV-2. Ende Februar konnte mit 900 Neuinfektionen innerhalb eines Tages der Höhepunkt in Südkorea festgestellt werden.

Coronavirus: „Lockdown“ und „Covid Marie“ - Corona-Krise sorgt weltweit für kuriose Kindernamen

Update vom 29. April, 12.55 Uhr: Für viele Eltern, die während der Corona-Krise Kinder zur Welt bringen, ist dies eine einschneidende Erfahrung: Sorgen und Angst um eine gute Versorgung mischen sich in die Vorbereitungen zur Geburt. Eltern in Asien bringen dies jetzt zum Ausdruck - mit einer für uns durchaus ungewöhnlich klingenden Aktion. "Ich wollte, dass ihr Name uns daran erinnert, dass Covid uns nicht nur Leid gebracht hat", sagte ein Vater auf den Philippinen. Seine Tochter heißt „Covid Marie“. In Indien werden zwei Kinder auf den Namen „Corona Kumar“ und „Corona Kumari“ hören, ein Junge wird „Lockdown“ heißen - zur Erinnerung daran, dass seine Eltern, zwei Wanderarbeiter, zur Geburt nicht in die Heimatgegend zurückkehren konnten.

Lockdown - so heißt der Sohn von Wanderarbeitern in Indien jetzt

Coronavirus: Nahrungsknappheit in Ostafrika - Nicaragua noch ohne Ausgangssperren

In

Ostafrika

sind bereits jetzt 20 Millionen Menschen von Nahrungsmittelknappheit betroffen- nach Angaben des

World Food Programms

könnte sich diese Zahl auf über 40 Millionen verdoppeln durch die Coronakrise. Für Afrikas bevölkerungsreichsten Staat, Nigeria, wurde am Dienstag ein 3,4 Milliarden teurer Kredit vom

IWF

bewilligt - Nigeria leidet besonders stark am Verfall des Ölpreises.

Nicaragua, das als einziges zentralamerikanisches Land die Schulen noch geöffnet hat und keine Ausgangssperren verhängt, will jetzt mit der regelmäßigen Desinfektion von öffentlichen Verkehrsmitteln, Märkten und Bildungseinrichtungen beginnen. Auf öffentlich ausgehängten Postern wird für Hygienemaßnahmen und Abstandhalten geworben. Nur drei Menschen seien dort bisher an Covid-19 verstorben, etwa 300 infiziert. Wie viel getestet wird, wird nicht veröffentlicht.

Komplikationen, die sich zu häufen scheinen, werden unterdessen weltweit von Medizinern disktutiert: Viele Patienten leiden unter Blutgerinnseln. Große Sorgen herrschen über die Wirtschaftslage in der Türkei - die Coronakrise verstärkt die ohnehin schon extrem schwierige Situation. Erdogans Handlungsspielraum ist dabei nicht groß.

Coronavirus: Trump denkt über Rechnung an China nach

Update, 09.25 Uhr: Vor zwei Wochen hatte Bild.de eine Rechnung aufgestellt: China würde Deutschland etwa 160 Milliarden Euro schulden - für entgangene Einnahmen in Tourismus, Einzelhandel und für Steuermittel, die zur Bekämpfung der Pandemie eingesetzt werden müssen (Bild.de hinter der Bezahlschranke). Diese Rechnung wurde aufgestellt, weil China vorgeworfen werden könne, seine Informationspflichten gegenüber der Weltgemeinschaft zu vernachlässigen.

Coronavirus - USA: Donald will sich „Dinge anschauen“

Nun wurde - nach Angaben von Bild.de - US-Präsident Donald Trump auf diese Rechnung angesprochen. Seine Antwort lautete demnach: „Deutschland schaut sich Dinge an, wir schauen uns Dinge an. Und wir sprechen über viel mehr Geld als Deutschland!“ Bei seiner Rechnung könne eine „s ubstantielle Summe“ herauskommen.

Unterdessen macht sich Deutschland auf die Suche nach einem abgetauchten Minister: Innenminister Horst Seehofer (CSU) ist auffällig unauffällig in der Corona-Krise. Das wird jetzt zum Thema in einem Innenausschuss*.

Coronavirus China: Volkskongress auf Mai verschoben

Update vom  29. April, 7.54 Uhr: Der wegen der Corona-Pandemie verschobene Volkskongress in China findet in diesem Jahr ab dem 22. Mai statt. Das berichtete Chinas staatliche Nachrichtenagentur Xinhua nun. Eigentlich hätte das in China wichtigste politische Ritual des Jahres schon am 5. März stattfinden sollen, war aber wegen des Ausbruchs der Lungenkrankheit Covid-19 verschoben worden. Rund 6000 Abgeordnete des Volkskongresses und Mitglieder der parallel tagenden beratenden Konsultativkonferenz kommen jährlich aus allen Provinzen in die Hauptstadt.

Coronavirus: China mit heftigen Anschuldigungen gegen Trump - „Unverschämte Lügen“

Update, 21.55 Uhr: Mit 3.098.391 Corona-Infizierten weltweit (Johns-Hopkins-Univeristät) ist in der Coronavirus-Pandemie die nächste Marke geknackt. 216.160 Menschen sind bisher an den Folgen einer Infektion gestorben. In China sind aktuell 83.938 Fälle gemeldet. 

Update vom 28. April, 12.40 Uhr: Während die Fallzahlen in den USA immer weiter in die Höhe schießen, hat ein US-Bundesstaat eine Schadensersatzklage gegen China eingereicht. Nun drohte auch Donald Trump China und will möglicherweise Entschädigungen für die Corona-Pandemie einfordern. Die Regierung prüfe aktuell, wie Peking für die Verbreitung des Coronavirus „zur Rechenschaft gezogen werden könne“, so Trump am Montag in Washington. 

Wie n-tv nun berichtet, will China diese Aussagen und nicht einfach so auf sich sitzen lassen. US-Politiker verbreiteten „unverschämte Lügen“ über die Pandemie, so äußerte sich Geng Shuang, chinesischer Außenamtssprecher, am Dienstag in Peking. Damit wolle sich die USA "vor ihrer Verantwortung für ihre eigenen, schlechten Maßnahmen zur Vorbeugung und Kontrolle der Epidemie drücken und die öffentliche Aufmerksamkeit von sich ablenken". Wie nun bekannt wurde, scheint an diesen „Lügen“ jedoch etwas dran zu sein. Ein Geheimdienstdokument lässt China in ein schlechtes Licht rücken.

Im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie stellen Antikörpertests eine große Hoffnung dar. Doch nun warnen US-Forscher vor falschen Ergebnissen.

Update vom 28. April, 7.05 Uhr: In China wurden sechs neue Coronavirus-Fälle gemeldet - gegenüber drei am Vortag. Die Nationale Gesundheitskommission erklärt, dass alle neuen Fälle von Einreisenden stammten. Die Gesamtzahl der COVID-19-Infektionen steigt damit nach offiziellen Angaben auf 82.836. Die Zahl der Toten bleibt unverändert bei 4633.

In Großbritannien gibt es eine Hoffnung auf einen Impfstoff.

Coronavirus: China greift heimlich zu Manipulationsversuch - weltweit nun mehr als drei Millionen Infizierte

Update, 21.03 Uhr: Seit Beginn der Corona-Pandemie sind US-Forschern zufolge weltweit bereits mehr als drei Millionen Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen worden. Das ging am Montag aus den Daten der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hervor. Demnach starben außerdem bereits mehr als 207.000 Menschen nach einer Covid-19-Infektion.

Die Website der Wissenschaftler wird regelmäßig mit eingehenden Informationen aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand bestätigter Infektionen an als beispielsweise die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der US-Gesundheitsbehörde CDC. Zuletzt wurden die Zahlen in manchen Fällen aber auch wieder nach unten korrigiert. 

Update, 19.04 Uhr: Bisherige Testergebnisse deuten darauf hin, dass in Singapur mehr als 100.000 ausländische Arbeiter mit dem Coronavirus infiziert sein könnten. Bislang wurden laut Angaben des Gesundheitsministeriums vom Montag bei 21.000 Tests in 11.419 Fällen eine Coronavirus-Infektion festgestellt. Rechnet man diese Zahlen hoch, könnte rund die Hälfte der 320.000 Arbeiter infiziert sein. Diese wohnen in Sammelunterkünften mit hoher Ansteckungsgefahr. In der Regel befinden sich 10 bis 20 Menschen in einem Schlafsaal, darunter viele Bauarbeiter. 

Indes lockert Italien die Corona-Maßnahmen in minimalem Umfang. Regierungschef Conte muss für die neue Lockdown-Regelung viel Kritik hinnehmen.

Coronavirus weltweit: 80 Prozent der Infektionen in Singapur betreffen Arbeiter

Der südostasiatische Stadtstaat mit insgesamt 5,8 Millionen Einwohnern hat bisher insgesamt 14.423 Covid-19-Fälle registriert - um die 80 Prozent davon unter den Arbeitern. Im weltweiten Vergleich betrachtet ist die Todesrate in Singapur relativ niedrig: Zwölf Menschen starben bislang nach einer Infektion. Zeitweise hatte der Stadtstaat als Beispiel gegolten, wie ein Land das Virus gut in den Griff bekommen kann - bis es durch die Fälle bei den Arbeitern große Sprünge gab.

Das Gesundheitsministerium betonte, dass die meisten Getesteten vorher keine Symptome gezeigt hätten. Dennoch seien sie - anders als in den meisten anderen Ländern - getestet worden. Die Regierung von Singapur beteuert unterdessen, die Arbeiter würden nicht anders behandelt als Einheimische. Sie sollen auch weiterhin bezahlt werden. 

Coronavirus weltweit: Kuba schickt mehr als 200 Ärzte und Wissenschaftler nach Südafrika

Update, 10.37 Uhr:  Kuba hat zur Unterstützung im Kampf gegen das Coronavirus 217 Mediziner nach Südafrika geschickt. Die Ärzte, Wissenschaftler und Gesundheitsexperten seien in Südafrika angekommen, dem am stärksten von Covid-19 betroffenen Land Afrikas, teilte das Büro von Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa am Montag mit. Die Kubaner würden in alle Provinzen des Landes geschickt, um dort die Bemühungen gegen die Lungenkrankheit zu unterstützen. Ramaphosa hatte demnach Kubas Präsident um die Unterstützung gebeten.

Südafrika hat mit mindestens 4546 bestätigten Corona-Fällen mehr Erkrankungen als jedes andere Land auf dem Kontinent, wie Zahlen der panafrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC zeigen. Um die Ausbreitung einzudämmen, hat Afrikas zweitstärkste Wirtschaftsmacht vor mehreren Wochen eine strenge landesweite Ausgangssperre verhängt, die verheerende Auswirkungen auf die Wirtschaft hat.

Kuba schickt seit Jahren Tausende Ärzte in alle Welt, um in Gesundheitskrisen - etwa der Ebola-Epidemie in Westafrika - Unterstützung zu leisten. Im Kampf gegen das Coronavirus wurden Mediziner bereits nach Italien entsandt. Kubanische Ärzte und Pfleger arbeiten derzeit im Auftrag ihrer Regierung in gut 60 Ländern.

Update vom 27. April, 6.26 Uhr: China meldet drei neue bestätigte Coronavirus-Fälle. Nach offiziellen Angaben sind zwei der drei neuen Infektionen bei Rückreisenden aufgetreten, berichtet der Deutschlandfunk online. Die Zahl der Todesfälle liegt nach Angaben der John-Hopkins-University bei 4.637. 

Ausgerechnet China erwartet in der Corona-Krise Lob - und verfolgt damit handfeste Pläne, kommentiert Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis.

Coronavirus: China greift heimlich zu Manipulationsversuch - brachiale Strafen in Tschetschenien 

Die News vom 26. April 

Update, 18.10 Uhr:  UN-Kommunikations-Chefin Melissa Fleming warnte am Sonntag im ZDF-heute-Interview vor einer drohenden Hungerkatastrophe durch das Coronavirus. Die Folgen der Corona-Krise bezeichnete sie als die „größte Herausforderung für die UN“ seit deren Gründung vor 75 Jahren. 

Schon jetzt hätten Hunderttausende Menschen in den Entwicklungsländern große Angst, das Coronavirus Sars-CoV-2 nicht zu überleben. "Eine Hungerkatastrophe ist fast schon da. Laut unseren Zahlen gibt es Hunderttausende Menschen in der Entwicklungswelt, die jetzt schon große Angst haben, das Virus nicht zu überleben. Nicht, weil sie krank werden, sondern weil sie kein Geld mehr haben“, sagte Fleming.

Dabei betonte Fleming zudem, dass die Folgen einer solchen Katastrophe auch in den wohlhabenderen Ländern deutlich zu spüren sein würden. „Wir werden eine riesige Steigerung der Armut in den Entwicklungsländern, sogar in der reichen Welt sehen.“ Mehr Menschen würden sich zur Flucht aus ihren Heimatländern gezwungen sehen. 

Ein Blick in die Geschichte lege zudem nahe, dass die Krise zu neuen Kriegen führen werde. „Wir müssen uns vorbereiten, und deshalb sagen wir als UN: Lasst das nicht auf uns zukommen, sondern versuchen wir ganz dringend, alle Länder der Welt zu stützen.“

Coronavirus weltweit: Brachiale Strafen in Tschetschenien 

Update, 16.34 Uhr: Der tschetschenische autoritär herrschende Regionalpräsident Ramsan Kadyrow regiert auch zu Zeiten des Coronavirus mit harter Hand. Nach AFP-Angaben werden Menschen, die gegen die Ausgangssperren verstoßen, von Polizisten mit Knüppeln gejagt, es gebe Morddrohungen gegen Journalisten, darunter die Journalistin Jelena Milaschina. Sie schrieb, dass Menschen aus Angst vor Repressionen eine Covid-19-Infektion lieber zuhause als im Krankenhaus auskurieren würden.

Corona: China kontaktiert heimlich deutsche Beamte

Australien hat dieApp COVIDSafe eingeführt. Sie nutzt die Bluetooth-Technologie, um Kontakte von Menschen zurückverfolgen zu können. Datenschutzbedenken seien unbegründet, so die Behörden. Der Einsatz ist freiwillig, Nutzer können ein Pseudonym verwenden. Wenn sich jemand länger als 15 Minuten in der Nähe eines Infizierten befunden habe, würden Daten an die Gesundheitsbehörden geliefert.

Womöglich um die internationale Darstellung Chinas in der Corona-Krise zu manipulieren, kontaktierte die Volksrepublik derweil heimlich deutsche Beamte. Die deutsche Regierung hat die ungebetenen Avancen bestätigt. 

Gibt es eine Maskenpflicht auch in Arztpraxen? Besonders für Menschen mit Atemwegsbeschwerden könnte das ein Problem sein. 

Coronavirus: WHO warnt vor Immunitätsbescheinigungen

Update vom 26.04.2020, 12.01 Uhr: Nachdem mehrere Länder angekündigt hatten, sogenannte „Immunitätsbescheinigungen“ einzuführen, warnte die WHO eindringlich. Bisher gebe es keine Nachweise, dass eine durchgemachte Infektion zu Immunität führe. Auch Antikörpertests könnten positiv auf einen anderen Coronavirus anschlagen - vier davon seien weit verbreitet.

Nicaragua, das von einer linksgerichteten Regierung um Präsident Daniel Ortega regiert wird, hat bislang kaum Maßnahmen zur Viruseindämmung getroffen. Auch Massenveranstaltungen sind weiterhin erlaubt - mit 200 Zuschauern, Abstandsregeln und Hygienesprays wurde am Samstag (25.04.) ein Boxkampf durchgeführt. Offiziell gibt es erst drei Tote im Land.

Coronavirus - Boxkämpfe in Managua

Coronavirus: China zieht mangelhafte Produkte aus dem Verkehr

Bei Inspektionen in rund 16 Millionen Unternehmen in China wurden mangelhafte Atemschutzmasken, wirkungslose Desinfektionsmittel und Schutzkleidungsprodukte beschlagnahmt, wie eine Sprecherin des chinesischen Ministeriums für Industrie und Handel am Sonntag berichtete. Wie viele der Produkte mit einem Verkaufswert von insgesamt rund 1 Millionen Euro Verkaufswert für den Export bestimmt waren, blieb dabei unklar.

Spanien, Kanada, Tschechien und die Türkei hatten neben anderen Ländern bereits minderwertige Produkte aus China aus dem Handel zurückgerufen. Bereits Mitte April wurden an chinesischen Häfen 31,6 Millionen fehlerhafte Atemschutzmasken sowie 509.000 Schutzanzüge vor der Ausfuhr von den Zollbehörden beschlagnahmt.

Coronavirus in Ecuador: Tragische Verwechslung

Update 13.10 Uhr: Eine wegen einer Verwechslung irrtümlich für tot erklärte Frau aus Ecuador ist nach dreiwöchigem Koma im Krankenhaus wieder zu sich gekommen. Wie ihre Familie am Freitag berichtete, war Alba Maruri mit Symptomen einer Covid-19-Erkrankung ins Krankenhaus von Guayaquil gekommen und am 27. März für tot erklärt worden. Eine Woche später wurde den Angehörigen eine Leiche übergeben, die ohne vorherige Identifizierung durch die Familie feuerbestattet wurde.

In Wirklichkeit jedoch habe Maruri die ganze Zeit im Krankenhaus im Koma gelegen, schilderte ihr Neffe Juan Carlos Ramírez am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. Wegen des allgemeinen Durcheinanders auf dem Höhepunkt des Corona-Ausbruchs in der Stadt sei es in der Klinik zu einer Verwechslung gekommen, aufgrund dessen seine Tante für tot erklärt wurde.

Als die 74-Jährige schließlich am Donnerstag wieder erwachte, gab sie ihren Namen und die Telefonnummer ihrer Schwester an, der Irrtum klärte sich auf.

Die Familie hat nun ein Problem: Sie weiß nicht, von wem die Asche stammt, die sie in einer Urne aufbewahrt. Maruris Angehörige fordern vom Krankenhaus Entschädigung für das durch die falsche Todesnachricht entstandene seelische Leid sowie eine Erstattung der Krematoriumskosten. Das Land befindet sich in einem großen Dilemma.

Coronavirus weltweit: Häftlinge in Argentinien protestieren

Update 25. April, 9.45 Uhr: In Buenos Aires haben die Gefangenen nach stundenlangen Verhandlungen zwischen Vertretern des Justizministeriums, der Gefängnisverwaltung und Repräsentanten der Häftlinge den Aufstand am Freitagabend (Ortszeit) vorerst eingestellt. Am Samstag sollte eine Delegation der Behörden die Schäden in der Haftanstalt inspizieren und dann an einem runden Tisch mit den Gefangenen unter anderem über Verlegungen ins Hausarrest verhandeln.

In ganz Lateinamerika kam es wegen der Corona-Pandemie in den vergangenen Wochen immer wieder zu Gefangenenmeutereien. In den oftmals überfüllten Haftanstalten haben die Menschen nur schlecht Zugang zu Warmwasser, Seife und medizinischer Versorgung. „Körperlicher Abstand und Selbst-Isolation sind unter solchen Bedingungen praktisch unmöglich“, sagte zuletzt auch die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet.

Update, 19.31 Uhr: Aus Angst vor einer Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus haben Gefangene in einer Haftanstalt in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires gegen die hygienischen Bedingungen hinter Gittern protestiert. Die Häftlinge eines Bundesgefängnisses im Stadtteil Villa Devoto steckten Matratzen in Brand und warfen vom Dach der Haftanstalt Steine, Stühle und Metallteile auf die Polizisten am Boden, wie am Freitag im Fernsehsender TN zu sehen war. Auf einem Transparent war zu lesen: „Wir weigern uns, im Gefängnis zu sterben.“

Die Gefangenen forderten, dass Sicherheitsmaßnahmen in der Haftanstalt ergriffen werden, um eine Verbreitung des Coronavirus zu verhindern. Zudem verlangten sie, dass Angehörige von Risikogruppen in den Hausarrest verlegt werden. Zuletzt hatte bereits der Oberste Strafgerichtshof empfohlen, beispielsweise Untersuchungshäftlinge, Gefangene mit Freiheitsstrafen unter drei Jahren, schwangere Frauen und ältere Häftlinge in den Hausarrest zu entlassen.

Der renommierte Virologe Prof. Christian Drosten hat in einem Interview die Lage in Deutschland eingeordnet und seine Meinung über Lockerungen abgegeben. 

Coronavirus weltweit: Südafrikas Präsident reagiert mit Ironie auf „Masken-Fiasko“

Update, 16.30 Uhr: Nach einer verunglücktenMasken-Demonstration im TV hat Cyril Ramaphosa, südafrikanischer Präsident, die Lacher auf seiner Seite. Zum Ende einer Rede an die Nation hatte der 67-Jährige am Vorabend vor laufenden Kameras sichtliche Probleme mit dem Anlegen seines Mundschutzes. Am Freitag meinte er selbstironisch bei einem Pressetermin in Johannesburg: „Allen, die gestern über mich gelacht haben, sage ich: Ich werde eine TV-Sendung starten und den Leuten beibringen, wie man eine Maske anlegt...“ Seine verzweifelten Versuche mit der Maske hatten in sozialen Medien für Spott gesorgt.

Er hatte bei der Rede vorsichtige Lockerungen der Ausgangssperre erläutert. Sein Finanzminister Tito Mboweni kündigte am Freitag Kürzungen und Umschichtungen im Haushalt zur Finanzierung eines von Ramaphosa angekündigten milliardenschweren Rettungspaketes an. Es soll die verheerenden wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise im Lande abfedern. Kürzungen soll es etwa im Tourismussektor geben, der zum Erliegen gekommen ist. Mboweni verteidigte zudem Gespräche mit der Weltbank und dem Internationalen Währungsfonds (IMF).

Coronavirus weltweit: Größte Rodeo-Show der Welt in Kanada abgesagt

Update, 16.29 Uhr: Wegen der Corona-Pandemie ist die LandwirtschaftsausstellungCalgary Stampede, die auch als größte Rodeo-Show der Welt gilt und jedes Jahr mehr als eine Million Menschen in die zentralkanadische Stadt Calgary zieht, abgesagt worden. „Das ist sehr, sehr schwer“, sagte der Bürgermeister von Calgary, Naheed Nenshi, in der Nacht zum Freitag. „Aber dieses Jahr, mit diesem Risiko, können wir das einfach nicht machen.“

Das Spektakel war für den 3. bis 12. Juli geplant gewesen. Im vergangenen Jahr hatte der US-Akrobat Nik Wallenda die Calgary Stampede auf einem Seil in 35 Meter Höhe überquert und damit den Rekord für den längsten Spaziergang auf einem Seil in einer städtischen Gegend gebrochen.

Coronavirus in China: Hoffnungen auf Immunitiät wohl enttäuscht

Update, 12.51 Uhr: Eine der großen Hoffnungen zur Überwindung der Corona-Pandemie war die Immunität von bereits Genesenen. Wenn man den neuesten Beobachtungen chinesischer Ärzte Glauben schenkt, muss diese enttäuscht werden: Nachdem schon aus Südkorea erste Fälle bekannt wurden, bei denen die Vermutung nahe lag, dass sich bereits von Covid-19 genesene Patienten erneut mit dem Virus ansteckten, folgen nun auch ähnliche Berichte aus China. 

Laut der Nachrichtenagentur Reuters steigt in China die Zahl derjenigen, die Corona überstanden haben und trotzdem weiterhin auf Covid-19 positiv getestet werden. Die Infizierten zeigen zwar keine Symptome mehr, nach einer anfänglichen Negativ-Testung folgte jedoch später nach weiteren Tests erneut ein positives Ergebnis. Dieses Phänomen trat bis zu 70 Tage nach dem Negativ-Test auf und hielt bis zu weiteren 60 Tagen an.

Coronavirus in China: Genesene Patienten erneut angesteckt? Wissenschaftler haben dennoch Hoffnung

Beruhigend an diesen Fällen ist zumindest, dass keiner der Patienten bislang andere Menschen angesteckt hat. Außerdem könne eine Wieder-Infektion vermutlich ausgeschlossen werden, da die früher Infizierten in überwachter Quarantäne verweilen. 

„Ich bin mir sicher, sie wurden nicht wieder angesteckt“, so ein Intensivmediziner des Zhongnan Hospitals im chinesischen Wuhan. Experten gehen demnach weiter von einer Reaktivierung des Virus im Körper der vormals Erkrankten aus. 

Corona: China mit neuen Erkenntnissen zur Ansteckung - Klimaanlagen sollen Virus übertragen

Erstmeldung vom 24. April: China - Ein mit Covid-19 infizierter Mann* hat in China in einem Restaurant scheinbar zwei Familien angesteckt. Der Virus soll dort über die Klimaanlage verbreitet worden sein. Zu diesem Ergebnis kam die chinesische Seuchenschutzbehörde CDC, die den Infektionsweg von drei Familien rekonstruierte.

Corona-Ausbreitung durch Klimaanlage: Familien in China in Restaurant infiziert 

Die drei Familien waren laut spiegel.de Ende Januar bis Anfang Februar an Corona* erkrankt. Bei zwei der Familien war bislang unklar, wo sie sich angesteckt* haben könnten. Alle Familienmitglieder waren jedoch am 24. Januar in demselben Restaurant in Guangzhou zu Gast, indem auch der Erkrankte mit seiner Familie war. 

Das Restaurant verfügte über keine Fenster, sondern nur über eine Lüftungsanlage. Diese muss die Ausbreitung des weltweit auftretenden Virus* begünstigt haben, da der Infizierte von den anderen beiden Familien für eine Tröpfcheninfektion zu weit entfernt saß. Größere Atemtröpfchen können sich laut den Experten normalerweise nicht lange in der Luft halten. Außerdem legen sie keine Strecke zurück, die länger als einen Meter ist. Der später an Covid-19 erkrankte Mann war mit seiner Familie zuvor aus dem chinesischen Wuhan angereist.  

Corona-Ausbreitung durch Klimaanlage: Luftstrom verteilte Viren in Restaurant

Nach Angaben des Berichts der Seuchenschutzbehörde ist es wahrscheinlich, dass der Luftstrom der Belüftungsanlage dafür sorgte, dass die Viren auf die beiden anderen Familien übertragen wurden. Eine der Familien saß scheinbar direkt unter der zentralen Klimaanlage des fünfstöckigen Restaurants. 

In Deutschland wird derweil an einem Impfstoff gegen Covid-19 geforscht*. Außerden hat die GroKo in der Corona-Krise ein umfangreiches Maßnahmen-Paket geschnürt. Einige der Forderungen wirken aber höchst fragwürdig.

*merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes. 

jbr

Rubriklistenbild: © dpa / Sam Mcneil

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