Corona-Ticker

Fünf Kreise bei Corona-Inzidenz 0 - doch neue Sorgen: Impfstoff-Hersteller kürzt Lieferungen massiv

Die Corona-Lage in Deutschland entspannt sich zusehends. Doch Johnson & Johnson wird wohl nach einer Panne deutlich weniger Impfstoff liefern. Die WHO verfolgt amitionierte Impf-Ziele. Der News-Ticker.

  • Corona* in Deutschland: Fünf Kreise verzeichnen eine 7-Tage-Inzidenz. von 0.
  • Deutschland wird im laufenden Quartal 6,5 Millionen Dosen weniger Impfstoff von Johnson & Johnson bekommen. (siehe Update vom 12. Juni, 18.50 Uhr)
  • Die WHO plant in einem Jahr 70 Prozent der Weltbevölkerung impfen zu können. (siehe Update vom 12. Juni, 21.55 Uhr)
  • Dieser News-Ticker ist beendet. Hier finden Sie die Fortsetzung ab dem 13. Juni.

Update vom 12. Juni, 21.55 Uhr: Fünf Kreise in Deutschland liegen bei einer Inzidenz von 0 (siehe Update 17.28 Uhr). Und auch Mecklenburg-Vorpommern hat Grund zum Feiern. Als erstes Bundesland liegt es nach der zweiten und dritten Welle wieder bei einer Inzidenz von 5 (Stand: 12.6, 0.00 Uhr). Im Rest Deutschlands sind die Inzidenzzahlen weiterhin auf einem niedrigen Niveau. Nur Baden-Württemberg kratzt mit 26 noch knapp an der 25er-Marke. Alle anderen Bundesländer liegen darunter. Vier Länder weisen einstellige 7-Tage-Inzidenzen auf.

Indes verfolgt die WHO ein ehrgeiziges Ziel: Tedros Adhanom Ghebreyesus, der Chef der Weltgesundheitsoragnisation, will mit Hilfe der G7-Staaten innerhalb eines Jahres mindestens 70 Prozent der Weltbevölkerung zu einer Corona-Impfung verhelfen. Nach Angaben der WHO sind dafür elf Milliarden notwendig, die nicht allein durch Spenden der G7-Staaten erreicht werden müssen, so Tedros.

Corona in Deutschland: Weniger Impfstoff für die Bundesrepublik - Impfstoff-Hersteller kürzt Lieferungen

Update vom 12. Juni, 18.50 Uhr: Deutschland muss im laufenden Quartal auf große Mengen Impfstoff verzichten. Nach einer Panne beim Hersteller Johnson & Johnson in einem Impfstoff-Werk in den USA wird die Bundesrepublik vermutlich 6,5 Millionen Dosen weniger des Vektor-Impfstoffes geliefert bekommen. Ursprünglich geplant waren 10,1 Millionen Dosen für das zweite Quartal. „Das ist bedauerlich, denn jede Impfdose zählt. Daher erwarten wir von Johnson & Johnson, dass diese Menge im Juli schnellstmöglich nachgeliefert wird“, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums.

Nach der Panne in Baltimore* hatte es erhebliche Lieferschwierigkeiten gegeben. Mehrere Chargen im Umfang von jeweils mehreren Millionen Dosen seien wegen einer möglichen Kontamination unbrauchbar, teilte die Arzneimittelbehörde FDA am Freitag mit. Die New York Times berichtete unter Berufung auf informierte Kreise, dass 60 Millionen Impfdosen betroffen seien. Kanada kündigte einen Ausliefer-Stopp für 300.000 betroffene Impfdosen und eine Inspektion des Werks an. Das Werk hatte im April aufgrund einer Verwechslung der Impfstoffe von Astrazeneca und Johnson & Johnson die Produktion gestoppt. Die Prüfung der betroffenen Vakzin-Dosen läuft noch.

Corona in Deutschland: Delta Variante bleibt in Deutschland weiterhin gering

Update vom 12. Juni, 17.28 Uhr: Die Impfquote steigt, die Inzidenzen sinken. Fünf Kreise liegen in Deutschland bereits bei einer 7-Tage-Inzidenz von Null: Prignitz (Brandenburg), Tirschenreuth (Bayern), Pirmasens (Rheinland-Pfalz), Plön und Neumünster (beide Schlewsig-Holstein).

Doch nicht in allen europäischen Ländern sieht es so rosig aus. Großbritannien hat derzeit mit der Delta-Variante zu kämpfen. Die Infektions-Zahlen steigen wieder. Premierminister Boris Johnson ließ daher nun durchblicken, dass er Zweifel an weiteren Lockerungen hat. In Deutschland ist der Anteil der ansteckenderen Delta-Mutation weiterhin deutlich geringer. Das RKI meldete in dieser Woche einen Anteil von 2,5 Prozent. Karl Lauterbach warnte kürzlich dennoch, die Variante nicht zu unterschätzen.

Corona in Deutschland: Sind alle Impfzentren schon bald dicht? Debatte entbrennt

Update vom 12. Juni, 12.01 Uhr: Ende September sollen nach aktuellem Plan die Impfzentren in Deutschland schließen. Aber wäre das klug? Über diese Frage wird gerade diskutiert. „Anstatt die Impfzentren künstlich am Leben zu erhalten, sollte die Politik ihre Energie lieber in eine sinnvolle Planung der Impfstoffbereitstellung für die Auffrischungsimpfungen stecken“, sagt Hausärzteverbandschef Ulrich Weigeldt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Es sei „mehr als fraglich, Strukturen aufrechtzuerhalten, von denen man immer wieder hört, dass die Kosten pro Impfung etwa zehnmal so teuer sind wie in den Praxen“, fügte Weigeldt hinzu.

Die Kommunen hingegen dringen trotz der Kosten auf einen Weiterbetrieb auch über den 30. September hinaus. Die Impfzentren seien - gerade, wenn demnächst mehr Impfstoff* geliefert wird - mit ihren großen Kapazitäten, „zu wichtig, um sie einfach abzuwickeln“, sagte Städtetags-Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy der Passauer Neuen Presse. Zudem starteten von dort aus die mobilen Impfteams zu Pflegeeinrichtungen und sozialen Brennpunkten.

Debatte um Weiterbetrieb der Corona-Impfzentren: „Wir haben Verträge geschlossen“

Dedy gab zu bedenken: „Die Impfzentren machen einen guten Job. Die Teams sind eingespielt“ - und warnte: „Sonst müssen die Städte sämtliche Impfaktivitäten zum 1. Oktober 2021 beenden.“

Der Städtetag mahnte auch zügige Entscheidungen von Bund und Ländern in dieser Sache an. „Wir haben Verträge geschlossen, die müssen bis Ende Juni gekündigt oder verlängert werden. Wenn hier der Schalter umgelegt ist, sind die Impfzentren bald zu - dann wohl endgültig“, sagte Dedy.

Wartende in einem deutschen Impfzentrum.

Corona in Deutschland: Mehr als jeder Vierte vollständig geimpft

Update vom 12. Juni, 11.41 Uhr: Mehr als ein Viertel der Menschen in Deutschland* sind vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das Bundesgesundheitsministerium* und das RKI (siehe Erstmeldung) gaben die Impfquote am Samstag mit 25,7 Prozent an. In konkreten Zahlen bedeutet das 21.350.096 Menschen.

Die Quote der Erstimpfungen betrug dem Lagebericht zufolge 48,1 Prozent. In den Bundesländern Bremen, Saarland, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen ist bereits mehr als die Hälfte der Bevölkerung mindestens einmal geimpft. Am niedrigsten ist die Quote in Sachsen mit 43 Prozent.

Corona: RKI meldet für Deutschland bundesweite Inzidenz von 18,3

Unsere Erstmeldung vom 12. Juni: Berlin - Eine Inzidenz von Null! Die Kreise Prignitz (Brandenburg), Tirschenreuth (Bayern), Pirmasens (Rheinland-Pfalz), Plön und Neumünster (beide Schlewsig-Holstein) können sich an diesem Samstag freuen. Sie unterschreiten aktuell den bundesweiten Wert von 18,3. In der numerischen Auflistung des RKI*-Dashboards sind sie die Schlusslichter, in diesem Fall also die Ersten.

Mit 18,3 ist die bundesweite 7-Tage-Inzidenz* bei den Corona-Neuinfektionen aber auch weiter gesunken (Vorwoche: 26,3). Das RKI meldete am Samstagmorgen 1911 Neuinfektionen innerhalb eines Tages, sowie weitere 129 Todesfälle an oder mit Covid-19*. Am vergangenen Samstag waren knapp 2300 Neuinfektionen gezählt worden.

In Schleswig-Holstein gibt es inzwischen zwei Kreise mit einer Corona-Inzidenz von 0.

RKI meldet neue Corona-Zahlen für Deutschland: R-Wert weiterhin unter 1

Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Fälle in Deutschland seit Beginn der Pandemie liegt nach RKI-Angaben mittlerweile bei 3.713.480. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der insgesamt registrierten Todesfälle stieg auf 89.816.

Der bundesweite 7-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Freitagabend bei 0,83 (Vortag: 0,79). Liegt dieser Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Corona steht auch groß auf der Agenda des aktuellen G7-Gipfels. Die Mitgliedsstaaten setzen an diesem Samstag ihre Beratungen im englischen Cornwall fort. Am Freitag war bekannt geworden, dass sich ein Mitglied der Vorausdelegation aus Deutschland* vorsorglich in Isolation begeben hat, nachdem in einem Hotel in dem Ort St. Ives mehrere Corona-Fälle bekannt geworden sind.

Auf die Anreise von Angela Merkel* (CDU*) hatte das keine Auswirkung. Die Bundeskanzlerin diskutiert dort bis einschließlich Sonntag mit ihren Kollegen aus Großbritannien, den USA, Frankreich, Italien, Japan und Kanada. Themen sind neben den Folgen der Pandemie* der Klima- und Artenschutz und die Stärkung der Demokratie. (AFP/dpa/frs) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Ying Tang/Imago

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