Corona-Pandemie

Coronavirus „noch nicht müde“ – Spahn und Wieler warnen vor Lockerungen in Deutschland

Jens Spahn und Lothar Wieler haben über Corona-Lage in Deutschland informiert.

  • Bundesgesundheitsminister Jens Spahn* (CDU) und RKI-Chef Lothar Wieler haben auf einer Pressekonferenz über die Corona*-Lage in Detschland informiert.
  • Teil davon war der Fortschritt der Impfungen gegen das Virus*.
  • Zudem stand die Frage einer möglichen Lockdown-Verlängerung im Raum.

+++ 16.00 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und RKI-Chef Lothar Wieler haben am Freitagmorgen die neuesten Entwicklungen der Corona-Krise in Deutschland bekannt gegeben. Konkret ging es dabei vor allem um mögliche Lockerungen der Maßnahmen, das Infektionsgeschehen, kursierende Corona-Mutante und eine mögliche Lockdown-Verlängerung.

Die Details der Pressekonferenz lesen Sie im Live-Ticker.

Corona in Deutschland: Spahn und Wieler nennen Details

+++ 11.12 Uhr: Die Pressekonferenz mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, RKI-Präsident Lothar Wieler und dem Präsident des Paul Ehrlich-Instituts Klaus Cichutek endet.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erklärte: „Wir sind auf dem Weg aus der Pandemie.“ (Archivfoto)

Die wichtigste Frage, ob der Corona-Lockdown verlängert wird, wurde nicht beantwortet. Allerdings machte Spahn Hoffnung darauf, dass bald mehr Impfangebote gemacht werden können. Den Lockdown aber so lange zu verlängern, bis keine Corona-Neuinfektionen mehr in Deutschland auftreten, lehnte Spahn ab. Allerdings könnten noch „acht bis zehn harte Wochen“ bevor stehen, bis es eine echte Entspannung in der Situation gebe.

Corona in Deutschland: Jens Spahn will keine „No-Covid“-Strategie

RKI-Präsident Wieler warnt derweil davor, dass sich neue Corona-Mutanten in Deutschland ausbreiten. Diese Entwicklung solle so gut wie möglich im Blick behalten werden, eine Lockerung von Maßnahmen solle nur dort erfolgen, wo es „unbedingt notwendig“ sei.

+++ 10.59 Uhr: Zur „No-Covid“-Strategie, dem Ansatz eines möglichst weitgehenden Lockdowns und einer Lockerung erst bei null Neuinfektionen, verweist Lothar Wieler auf Corona-Leugner. Wieler sagt aber auch: „Das Narrativ, dass wir die Zahlen so weit runterbekommen, wie es geht, ist das richtige Narrativ.“

Spahn: Preis für null Corona-Neuinfektionen wäre zu hoch

Jens Spahn macht klar, dass Wirtschaft und Gesundheit nicht gegeneinander aufgewogen werden sollten. Die Frage sei, um welchen Preis keine Neuinfektionen zu erreichen seien. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen solle möglichst weit runter, aber eine zu starke Belastung des Gesundheitssystems sei das Hauptziel. „Das ist ein anderes Ziel, als null Infektionen“, so Spahn. Die Debatte sei notwendig, aber aus seiner Sicht sei der Preis für keine Neuinfektionen zu hoch.

+++ 10.57 Uhr: Jens Spahn begrüßt, dass die EU-Kommission aktiv daran arbeitet, die Probleme bei der Impfkampagne zu bekämpfen. Aber: „Am Ende ist das Virus der Gegner“, es gehe nicht darum, sich gegenseitig die Schuld an den Schwierigkeiten beim Corona-Impfstoff zuzuschieben. Verantwortung gebe es „auf allen Ebenen“.

Spahn: Beginn der Corona-Impfungen für Gruppe 2 ab April möglich

+++ 10.49 Uhr: Die Priorisierungsgruppe 1, die über 80-Jährigen und Menschen in Pflege und Medizin, könnte bis zum 30. März vollständig geimpft sein. Voraussetzung sei, dass alle Lieferungen der Corona-Impfstoffe eintreffen. Danach könne mit der Gruppe 2, mit hohem Infektionsrisiko, gestartet werden. Sicher sei dieser Zeitplan allerdings nicht.

Studien zu Impfstoffen für Kinder und Jugendliche sind derzeit laut Klaus Cichutek noch in Arbeit. „Im Laufe des Halbjahres“ könne es erste Ergebnisse zu einem Corona-Impfstoff auch für die Jüngsten geben.

RKI-Präsident: Corona-Maßnahmen nur lockern, wo notwendig

+++ 10.39 Uhr: Die neuen Varianten haben dem Coronavirus „einen Boost gegeben“, sagt RKI-Präsident Wieler. Daher sollte das Rückfahren von Maßnahmen nur mit Vorsicht geschehen, wenn überhaupt.

Die Ausbreitung einer Corona-Variante aus Südafrika in Tirol sei auf viele Ski-Urlaube zurückzuführen, erklärt Wieler. Das deute darauf hin, dass Lockerungen nur da durchgeführt werden sollen, wo es „wirklich notwendig“ ist. Die Ausbreitung in Tirol hätte so verhindert werden können, so Wieler.

Lockerung des Corona-Lockdowns laut Jens Spahn noch unsicher

+++ 10.31 Uhr: Es werde für das Coronavirus schwerer, sich zu verbreiten, erklärt Jens Spahn. Dafür seien Impfungen und auch Immunität verantwortlich. In den nächsten Wochen solle genau beobachtet werden, wie sich die Ausbreitung neuer Corona-Varianten ausbreite. In Dänemark seien bereits 30 Prozent der Erkrankungen durch Mutanten bedingt.

Wenn die Zahlen sinken, gehe es darum, einen Effekt wie in Portugal oder Irland zu entgehen, wo die Corona-Neuinfektionen sich schnell wieder mehrten. Daher solle die Ausbreitung der Mutanten bei Maßnahmen bedacht werden, als Beispiel nennt Spahn die neue Maskenverordnung und das Tragen von medizinischen Schutzmasken. Das sei ein „ganz wichtiger Punkt“. Ob schon kommende Woche gelockert werden könne, sei aber unklar.

Mehr Corona-Impfungen durch neuen Imfpstoff

+++ 10.29 Uhr: Am Montag (08.02.2021) soll eine neue Impf-Verordnung in Kraft treten. Besonders die Priorisierung könnte sich ändern. Menschen mit Vorerkrankungen sollen „deutlich früher“ gegen das Coronavirus geimpft werden. Grund dafür ist, dass der Impfstoff von AstraZeneca vor allem an Menschen unter 65 verimpft werden soll. Allerdings sieht Jens Spahn „acht bis zehn harte Wochen“, welche durch einen Mangel an Impfstoff in Deutschland geprägt sein werden.

Impfstoff als Chance die Corona-Pandemie zu bekämpfen

+++ 10.19 Uhr: Cichutek erklärt, dass der Impfstoff von AstraZeneca nicht nur in der gesamten EU empfohlen werde, sondern auch von der Weltgesundheitsorganisation. Weiterhin seien noch mehr Impfstoffe vor der Zulassung.

„Durch den Einsatz der Impfstoffe haben wir die Chance, die Pandemie zu bekämpfen“, so Cichutek. Er ruft dazu auf, sich impfen zu lassen.

RKI-Präsident erinnert an Bedeutung von Corona-Regeln

+++ 10.17 Uhr: „Das Virus ist noch nicht müde, im Gegenteil“, sagt Wieler. Er ruft erneut dazu auf, Abstand zu halten, auf unnötige Reisen zu verzichten, zu Lüften und auf Hygiene zu achten.

Es spricht Klaus Cichutek vom Paul Ehrlich-Institut. Auch er betont erneut, dass alle Impfstoffe ein „günstiges Nutzen-Risiko-Verhältnis“ haben. Bei der Prüfung des Corona-Impfstoffs von AstraZeneca werde sichergestellt, dass jede Charge den hohen Ansprüchen des Instituts genüge.

Schwerer Verlauf von Corona-Erkrankung durch neue Variante

+++ 10.15 Uhr: Die Variante B117 könne unter Umständen auch zu einem schwereren Verlauf einer Covid19-Erkrankung führen. Bislang sei die Variante in 13 Bundesländern nachgewiesen worden, etwas weniger als sechs Prozent der Infektionen gehen auf die Variante zurück, allerdings steige der Anteil.

Die neuen Corona-Varianten „dominieren das Geschehen noch nicht“, so Wieler. Es sei aber damit zu rechnen, dass sie in Zukunft noch häufiger vorkommen. Die Pandemi sei durch die Varianten gefährlicher geworden, erklärt Wieler. Das Entstehen von neuen Varianten müsse verhindert werden, die aktuellen genau beobachtet. Dazu soll beitragen, dass mehr Proben kontrolliert und überwacht werden.

„Wir sind auf dem Weg aus der Pandemie“, erklärt Jens Spahn

+++ 10.13 Uhr: „Wir sind aus dem Weg raus aus der Pandemie“, versichert Spahn. Aber der Weg müsse vorsichtig gegangen werden.

Als Nächstes spricht Lothar Wieler. Er weist darauf hin, dass die Situation noch immer nicht unter Kontrolle sei. Das RKI beobachte drei „besorgniserregende“ Varianten des Coronavirus. Besonders B117 käme häufig in Deutschland vor.

+++ 10.11 Uhr: Es gebe Vorurteile gegenüber den Impfstoffen, Spahn versichert aber, dass ein Corona-Impfstoff, wenn er zugelassen ist, auch wirkt. Alle drei Impfstoffe von Biontech, Moderna und AstraZeneca seien gleichermaßen wirksam. Dank des dritten Impfstoffes könne die Kampagne doppelt so schnell voranschreiten, wie bisher, erklärte Spahn.

Spahn will aus „Stillstand“ durch Corona-Lockdown aussteigen

+++ 10.09 Uhr: Zum ersten Mal seit dem 24. Okotber hat Deutschland am 05. Februar eine Inzidenz von weniger als 80 erreicht. Noch sinke die Zahl der Neuinfektionen aber nicht schnell genug, so Spahn. Den Mutationen des Coronavirus soll keine Möglichkeit zur Ausbreitung gegeben werden.

Es gelte jetzt, den richtigen Zeitpunkt für den Ausstieg aus dem „Stillstand“ zu finden. „Viele Familien mit Kindern sind am Limit“, erklärt Spahn. Er wiederholt, dass Kitas und Schulen als erstes geöffnet werden sollen. Über Öffnungen soll in der kommenden Woche mit den Länderchef:innen gesprochen werden.

Jens Spahn spricht von „schwierigem“ Start der Corona-Impfkampagne

+++ 10.07 Uhr: Jens Spahn spricht als erstes. Die Entdeckung des Coronavirus ist ziemlich genau ein Jahr her. Den Start der Impfkampagne bezeichnet Spahn als „schwierig“, dass es bereits jetzt drei Impfstoffe gibt, ist Spahn zufolge ein „großer Erfolg“. Rund ein Prozent der Bevölkerung hat bereits die zweite Corona-Impfung erhalten, innerhalb der EU laut Spahn eine „hohe Quote“.

Fast 80 Prozent der Menschen in Pflegeheimen haben die erste Corona-Impfung erhalten. Rund die Hälfte davon auch die zweite Impfung.

Update vom Freitag, 05.02.2021, 10.03 Uhr: Die Pressekonferenz mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in Berlin beginnt. Neben Spahn sind auch Lothar Wieler vom RKI und Präsident des für Impfstoffe zuständigen Paul Ehrlich-Instituts, Klaus Cichutek, anwesend.

Erstmeldung vom Freitag, 05.02.2021, 9.39 Uhr: Berlin – Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland ist rückläufig. Bundesweit liegt die 7-Tage-Inzidenz nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bei 79,9 und nähert sich damit immer mehr dem Zielwert von 50. Allerdings meldete das RKI am Freitag auch fast 13.000 neu registrierte Corona-Infektionen. Aber noch immer gibt es Probleme mit der Verfügbarkeit von Impfungen gegen das Virus. Wie die aktuelle Lage ist, wollen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), der Präsident des Robert Koch-Instituts Lothar Wieler und der Präsident des für Impfstoffe zuständigen Paul Ehrlich-Instituts, Klaus Cichutek, aher am Freitag (03.02.2021) um 10.00 Uhr in einer Pressekonferenz erläutern.

Live: PK mit Jens Spahn und Lothar Wieler - Angebot zur Corona-Impfung soll bestehen bleiben

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte angekündigt, allen Menschen in Deutschland bis zum Ende des Sommers im September ein Angebot zur Impfung zu machen. Diese Aussage hatte Merkel mehrfach bekräftigt, doch es bleiben Zweifel, ob das Ziel erreicht wird. So plagen Lieferschwierigkeiten die Hersteller der Impfstoffe, EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte Versäumnisse bei der Beschaffung des Corona-Impfstoffes für die EU eingeräumt. Bis alle Menschen in Deutschland durchgeimpft sind*, wird es wohl also noch dauern.

Spricht Bundesgesundheitsminister Spahn auch über Lockerungen?

Der genaue Inhalt der Pressekonferenz mit Jens Spahn ist noch unklar. Möglich wäre aber, dass der Bundesgesundheitsminister eine Lockerung des nach wie vor bestehenden Lockdowns ankündigt. Dieser soll noch bis zum 14. Februar aufrechterhalten werden. Allerdings, so Spahn gegenüber den Medien der Funke-Gruppe am Donnerstag (04.02.2021) auch klar, es lässt sich „noch nicht abschließend sagen, wo wir am 14. Februar stehen.“ In jedem Falle sollten Schulen und Kitas als erstes wieder geöffnet werden, wenn es zu Lockerungen kommt.

Bereitschaft zur Corona-Impfung steigt

Schon vor der Pressekonferenz mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ist klar, dass die Bereitschaft, sich impfen zu lassen, steigt. In einer Umfrage im Auftrag von infratest dimap im Auftrag der ARD* gaben 59 Prozent an, sich „auf jeden Fall“ impfen lassen zu wollen - 22 Prozent mehr als noch im November 2020. Noch mehr Menschen allerdings fanden das Tempo, mit dem gegen das Coronavirus geimpft wird, zu langsam. 68 Prozent sind laut der Umfrage unzufrieden damit. „Sonderrechte“ für Geimpfte, wie sie immer wieder ins Gespräch gekommen sind, lehnt dagegen eine große Mehrheit ab. Nur 28 Prozent sprachen sich für entsprechende Regelungen aus. (Marcel Richters) *fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digitral-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Bernd von Jutrczenka/dpa

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