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Corona-Erleichterung: Erste Bundesländer streichen das „plus“ in 2G plus für Booster-Geimpfte

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Von: Jonas Raab

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Die Inzidenz in Deutschland steigt wieder an, mehr als 74.000 neue Fälle meldet das RKI am Freitag. Erste Bundesländer streichen für Booster-Geimpfte das „plus“ in 2G plus. Der News-Ticker.

Update vom 3. Dezember, 20.45 Uhr: Kuriosum um die Corona-Regeln in Berlin. Der Senat hat dort am Freitag verschärfte Corona-Regeln beschlossen. Es handele sich um „erhebliche Einschränkungen für Ungeimpfte“, sagte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) nach einer Sondersitzung des Senats. „Wir müssen Gefahren reduzieren, wo es nur geht.“

Dabei geht die Hauptstadt einen Sonderweg. Zu den am Mittwoch in Kraft tretenden neuen Reglungen gehört nämlich auch eine niedrigere Obergrenze bei Großveranstaltungen. Im Freien sind dann nur noch höchstens 5000 Teilnehmende, in geschlossenen Räumen 2500 erlaubt. Dies sei „nochmal eine deutliche Reduzierung“ im Vergleich zu der beim Bund-Länder-Treffen beschlossen Obergrenze, erklärte Müller. Damit sollten auch die Kontakte im Umfeld solcher Veranstaltungen, also zum Beispiel im Nahverkehr, reduziert werden.

Etwas wirr wirkt dann allerdings der Blick auf die so beliebte Club-Szene Berlins. Wegen rechtlicher Fragen werden die Clubs nämlich zunächst nicht geschlossen. Wer sich nun aber auf einen ausgelassenen Tanz-Abend freut, der guckt in die Röhre, denn: „Es darf nicht mehr getanzt werden“, erklärte der Chef der Senatskanzlei, Christian Gaebler (SPD), nach der Senatssitzung. Vom Bund sei beschlossen worden, Clubs bei hohen Inzidenzwerten über 350 zu schließen, der rechtliche Prozess dazu laufe aber noch. Wenn der Bund nächste Woche die Gesetze anpasse, werde man auch in Berlin erneut beraten. Das Verbot des Tanzens sei aber auch schon ohne Beteiligung des Parlaments nach dem Infektionsschutzgesetz möglich. Es gilt ab Mittwoch, weil dann die neuen Verordnungen in Kraft treten.

Etliche Partygäste stehen am Berliner Club „KitKat“ an. Ab Mittwoch darf man noch rein, aber nicht mehr tanzen.
Etliche Partygäste stehen am Berliner Club „KitKat“ an. Ab Mittwoch darf man noch rein, aber nicht mehr tanzen. © Peter Meißner / Imago

Menschen mit Booster-Impfung brauchen sich in Baden-Württemberg nicht an 2G plus zu halten

Update vom 3. Dezember, 17.48 Uhr: Baden-Württemberg verkündet im Zuge neuer Corona-Maßnahmen auch eine besondere Neuerung für drittgeimpfte Personen. Wie der SWR berichtet, seien Personen, die bereits ihre Booster-Impfung erhalten haben, bei der 2Gplus-Regel von der dazugehörigen Testpflicht ausgenommen. Laut Ministerium ergreife man diese Maßnahme, um den hohen Schutz vor einer Infektion bei geboosterten Personen zu berücksichtigen. Neben Baden-Württemberg haben bereits Niedersachsen und Rheinland-Pfalz verkündet, diesen Schritt gehen zu wollen.

Update vom 3. Dezember, 17.32 Uhr: Am Freitag flog die Luftwaffe sechs Intensivpatienten mit einem Spezialflugzeug von Bayern nach Nordrhein-Westfalen zur Weiterbehandlung aus. Durch diese Maßnahme sollen in den bayerischen Krankenhäusern Aufnahme-Kapazitäten geschaffen werden. Die Kliniken sind aufgrund der Corona-Pandemie stark überlastet.

Erster Omikron-Fall in Niedersachsen nachgewiesen

Update vom 3. Dezember, 15.32 Uhr: In Niedersachsen wurde der erste Fall der Omikron-Variante des Coronavirus nachgewiesen. Das teilte das Landesgesundheitsamt in Hannover am Freitagnachmittag mit. Der Infizierte hatte sich zuvor in Südafrika aufgehalten und hatte im Anschluss Erkältungssymptome verspürt. Eine Sequenzierung habe den Verdacht dann bestätigt.

Mehrere Wirtschaftsverbände fordern Impfpflicht

Indes warnen Handel und Industrie vor massiven Problemen durch die neuen Corona-Regeln. Einerseits würden die strengeren Auflagen mehr Aufwand bedeuten, andererseits seien sie aber auch mit höheren Kosten verbunden, sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) der Rheinischen Post. Eine Verlängerung der Corona-Wirtschaftshilfen sei daher richtig. Als wichtiges Signal wertete der DIHK-Präsident Peter Adrian, dass mit den Beschlüssen vom Donnerstag ein erneuter Lockdown in Deutschland für den größten Teil der Wirtschaft vermieden werde. Der Handelsverband HDE ging in seiner Kritik noch einen Schritt weiter und bezeichnete die Regeln als „reine Symbolpolitik.“ Mehrere Wirtschaftsverbände sprachen sich für eine allgemeine Impfpflicht aus, da „Impf-Appelle offenbar leider nicht ausreichen“, wie etwa Wolfang Weber, der Vorsitzende des Zentralverbandes Elektrotechnik- und Elektronikindustrie gegenüber der Welt sagte.

Mediziner vergleicht Situation auf Intensivstationen mit Russischem Roulette

Update vom 3. Dezember, 13.30 Uhr: Die Ministerpräsidentenkonferenz hat neue bundesweite Regeln zur Bekämpfung der Corona-Pandemie festgelegt. Baden-Württemberg legt nun nach und verschärft weiter. Bei Fußballspielen sind nur noch 750 Besucher erlaubt.

Update vom 3. Dezember, 12.30 Uhr: Die Situation auf vielen Intensivstationen ist aktuell mehr als angespannt, ein Mediziner spricht nun bei Markus Lanz von Russischem Roulette.

Corona in Deutschland: RKI-Chef Wieler und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn informieren auf PK

Update vom 3. Dezember, 11.23 Uhr: Sind die Corona-Zahlen eigentlich viel höher? Auf die Untererfassung der aktuellen Inzidenzen angesprochen, erklärte Gesundheitsmister Spahn auf der Pressekonferenz am Freitag mit RKI-Chef Wieler, dass es von Beginn der Pandemie an eine Untererfassung gegeben habe, da nicht alle Menschen, die positiv waren, getestet wurden. Aktuell sei die Laborkapazität am Limit.

Lothar Wieler wies ebenfalls daraufhin, dass das Plateau der Zahlen in den vergangenen Tagen auf eine Untererfassung in manchen Bundesländern zurückzuführen sein könnte. Von einer Entspannung der Lage könne nicht die Rede sein, ganz im Gegenteil. „Etwas mehr als ein Prozent der Bevölkerung ist aktuell infiziert, wir gehen von einer Untererfassung mit dem Faktor zwei oder drei aus“, so Wieler.

Update vom 3. Dezember, 9.50 Uhr: Großveranstaltungen werden angesichts der sich zuspitzenden Corona-Krise in Baden-Württemberg untersagt. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus Regierungskreisen. Demnach werde für sämtliche Veranstaltungen wie Fußballspiele oder Kulturveranstaltungen künftig eine „harte Obergrenze“ von 750 Personen gelten. Die Regeln sollen am Samstag in Kraft treten.

Auch Geimpfte und Genesene müssen in Baden-Württemberg künftig für den Restaurantbesuch einen negativen Corona-Test vorweisen. Für die Gastronomie gelte künftig die Regel 2G plus, wie die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus Regierungskreisen erfuhr. Dies soll am Samstag in Kraft treten.

Über 74.000 neue Corona-Fälle: Doch RKI äußert Bedenken - Infektionszahlen könnten auch falsch sein

Update vom 3. Dezember, 6.30 Uhr: Nachdem die Sieben-Tage-Inzidenz an drei Tagen in Folge gesunken war, meldet das Robert Koch-Institut nun wieder einen steigenden Wert. So kletterte die Inzidenz pro 100.000 Einwohner und Woche am Freitagmorgen auf 442,1. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 439,2 gelegen, vor einer Woche bei 438,2 (Vormonat: 169,9). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 74.352 Corona-Neuinfektionen. Vor genau einer Woche waren es 76.414 Ansteckungen.

Die tatsächliche Zahl der Neuinfektionen könnte jedoch viel höher liegen. So vermuten viele Experten aktuell, dass die Erfassung der Zahlen durch eine merkliche Untererfassung beeinflusst wird. So kommen viele Gesundheitsämter und Kliniken aktuell mit der Meldung von Fällen in einzelnen Regionen nicht mehr hinterher. Wie die dpa berichtet, soll auch dem RKI die Beurteilung der Lage schwer fallen.

Der gebremste Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz könne „einerseits ein erster Hinweis auf eine sich leicht abschwächende Dynamik im Transmissionsgeschehen aufgrund der deutlich intensivierten Maßnahmen zur Kontaktreduzierung sein“, heißt es im RKI-Wochenbericht von Donnerstagabend. Allerdings könnte die Entwicklung „regional auch auf die zunehmend überlasteten Kapazitäten im Öffentlichen Gesundheitsdienst und die erschöpften Laborkapazitäten zurückzuführen sein“.

Und auch die Zahl der Todesfälle steigt wieder an. Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 390 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 357 Todesfälle. Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Donnerstag mit 5,47 an (Mittwoch: 5,61). Der Wert spielt eine wesentliche Rolle für die Beurteilung des Infektionsgeschehens. Bei Überschreitung der Grenzwerte 3, 6 und 9 in den Bundesländern können dort jeweils schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie verhängt werden.

Corona: Mittlerweile vier bestätigte Omikron-Fälle in Deutschland

Update vom 2. Dezember, 19.58 Uhr: In Deutschland gibt es mittlerweile vier bestätigte Fälle einer Infektion mit der Omikron-Variante des Coronavirus. Das gab das Robert Koch-Institut (RKI) in seinem Wochenbericht am Donnerstagabend bekannt. Die erstmals in Südafrika festgestellte Mutation konnte mittels Genomsequenzierung bei den Patienten nachgewiesen werden. In allen vier Fällen handelte es sich demnach um Reiserückkehrer aus Südafrika. Alle Betroffenen seien geimpft und würden nur milde Symptome zeigen. Darüber hinaus gibt es bei acht weiteren Fällen einen Verdacht auf eine Infektion mit der Omikron-Variante, der noch bestätigt werden muss.

Corona: RKI unsicher bei Interpretation der Corona-Zahlen - zwei Szenarien denkbar

Unklarheit herrscht beim RKI derweil bei der Interpretation der 7-Tage-Inzidenz, die in den vergangenen Tagen wieder leicht gesunken war. „Der starke Anstieg der 7-Tage-Inzidenz in den letzten Wochen hat sich in der vergangenen Woche nicht fortgesetzt“, bestätigt das Institut in seinem Wochenbericht. Die Ursachen dafür sind jedoch unklar.

Dies könne „einerseits ein erster Hinweis auf eine sich leicht abschwächende Dynamik im Transmissionsgeschehen aufgrund der deutlich intensivierten Maßnahmen zur Kontaktreduzierung sein“. Allerdings könnte die Entwicklung „regional auch auf die zunehmend überlasteten Kapazitäten im Öffentlichen Gesundheitsdienst und die erschöpften Laborkapazitäten zurückzuführen sein“, so das RKI. Als einen Hinweis auf Entspannung können die aktuellen Zahlen also nicht zwangsläufig gewertet werden.

Nach Corona-Gipfel: Branche klagt über „Todesstoß“ durch Maßnahmen

Update vom 2. Dezember, 18.10 Uhr: Nachdem die Vertreter von Bund und Ländern am Nachmittag einheitliche Regelungen zur Bewältigung der Corona-Pandemie beschlossen haben, folgt nun Kritik vor allem aus dem Einzelhandel und der Gastronomie. So klagte der Gastronomieverband Dehoga darüber, dass die Lage der Branche „wirklich von Tag zu Tag dramatischer“ werde. Man rechne damit, dass noch mehr Personal der Branche den Rücken zukehren werde.

Der Hauptgeschäftsführer der Handelsverband Deutschland (HDE) beklagte sich ebenfalls am Donnerstag über die neuen Einschränkungen für seine Branche. Bund und Länder versuchten, „auf dem Rücken des Handels die Versäumnisse in der staatlichen Impfkampagne zu kaschieren“. Noch dramatisch erscheint der Ausblick der Feuerwerkshersteller. Nachdem Bund und Länder sich am Donnerstag auf ein „Böllerverbot“ für Silvester geeinigt haben, warnte die Branche vor den Konsequenzen. Der Beschluss bedeutet „mit aller Wahrscheinlichkeit den Todesstoß für die gesamte Feuerwerksbranche in Deutschland“. Einig waren sich die Branchen in ihrem Ruf nach mehr staatlicher Hilfe.

Coronavirus in Deutschland: Bund und Länder einigen sich auf schärfere Einschränkungen

Update vom 2. Dezember, 15.30 Uhr: Zum Brechen der vierten Corona-Welle in Deutschland haben sich Bund und Länder auf bundesweit deutlich schärfere Vorgaben und Einschränkungen geeinigt. Diese reichen von erheblichen Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte und Nicht-Genesene bis hin zu 2G-Regelungen für den Besuch von Restaurants, Kinos, Theatern und anderen Freizeiteinrichtungen. Zusätzlich kann sogar ein aktueller Test - also 2G plus - vorgeschrieben werden. Auch in Läden - mit
Ausnahme solcher für den täglichen Bedarf wie Lebensmittel - kommen jetzt nur noch Geimpfte oder Genesene. Dies gilt unabhängig von den Inzidenzen. Die Geschäfte müssen das Einhalten der Regel kontrollieren.

Die Bund-Länder-Runde mit der scheidenden Kanzlerin Angela Merkel und ihrem designierten Nachfolger Olaf Scholz sowie den
Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten beschloss auch eine deutliche Reduzierung der Zuschauerzahl für überregionale Sport-, Kultur- und ähnliche Großveranstaltungen. Künftig dürfen maximal 30 bis 50 Prozent der Platzkapazität genutzt werden. In Innenräumen dürfen es aber höchstens 5000 Besucher und im Freien höchstens 15.000 sein.

Private Zusammenkünfte im öffentlichen oder privaten Raum, an denen nicht geimpfte und nicht genesene Personen teilnehmen, sind dem Beschluss zufolge auf den eigenen Haushalt sowie höchstens zwei Personen eines weiteren Haushaltes zu beschränken. Kinder bis zum Ende des 14. Lebensjahres sind hiervon ausgenommen. Ehegatten, Lebenspartner und Partnerinnen beziehungsweise Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft gelten auch ohne gemeinsamen Wohnsitz als ein Haushalt. Die Regelung gilt nicht für private Zusammenkünfte, an denen ausschließlich Geimpfte und Genesene teilnehmen.

Corona-Gipfel: Strenge Maßnahmen beschlossen - Verkauf von Feuerwerk an Silvester verboten

In Kreisen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 350 gilt bei privaten Feiern und Zusammenkünften eine Teilnehmergrenze von 50 Personen (Geimpfte und Genesene) in Innenräumen und 200 Personen (Geimpfte und Genesene) im Außenbereich. Der Verkauf von Böllern und Feuerwerk zu Silvester wird in diesem Jahr verboten sein. Auf besonders publikumsträchtigen Plätzen soll es zudem ein Feuerwerksverbot geben. Für betroffene Unternehmen ist eine Kompensation im Rahmen der geplanten Wirtschaftshilfen vorgesehen.

Vereinbart wurde ferner, dass Clubs und Diskotheken bei hohen Corona-Infektionszahlen wegen des Ansteckungsrisikos geschlossen werden müssen. Dies gilt spätestens ab einer Inzidenz von 350 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen. In den Schulen gilt generell eine Maskenpflicht für alle Klassenstufen. Um die Impfkampagne zu beschleunigen, können sich daran künftig auch Zahnärztinnen und Zahnärzte, Apotheker und Pflegefachkräfte beteiligen. Dazu soll es später auch eine gesetzliche Regelung geben.

Der Bund sagt in dem Beschlusspapier zu, eine einrichtungsbezogene Impfpflicht für Beschäftigte beispielsweise in Krankenhäusern und Altenpflegeeinrichtungen auf den Weg zu bringen. Bund und Länder begrüßen es zudem, dass der Bundestag zeitnah über eine allgemeine Impfpflicht entscheiden will.

Corona in Deutschland: Merkel und Co. beschließen zahlreiche Maßnahmen beim Corona-Gipfel

Update vom 2. Dezember, 15 Uhr: Die geschäftsführende Kanzlerin Angela Merkel hat die Lage in der Corona-Pandemie in Deutschland als sehr ernst bezeichnet. Die vierte Welle müsse gebrochen werden, sagte Merkel am Donnerstag in Berlin nach Beratungen von Bund und Ländern. Ziel der beschlossenen Maßnahmen sei es, mit den neuen Maßnahmen die Lage in
den Intensivstationen zu brechen. „Dazu muss die vierte Welle gebrochen worden.“ Es gebe zwar eine Beruhigung der Infektionslage, aber auf viel zu hohem Niveau.

Der designierte Bundeskanzler Olaf Scholz rief erneut dazu auf, sich impfen zu lassen. Merkel sagte, der Impfstatus werde bei einer
doppelten Impfung nicht dauerhaft anerkannt werden können. Es werde auch auf EU-Ebene diskutiert, dass nach neun Monaten die zweite Impfung ihre Gültigkeit verliere, daher sei das Boostern ganz wichtig. Der Übergang werde aber so sein, dass jeder eine Chance habe, seinen Impfstatus zu erneuern.

Corona in Deutschland: Stiko-Vorsitzender räumt Versäumnis ein

Update vom 2. Dezember, 14.30 Uhr: Die Kritik an der verspäteten Booster-Impfung inmitten der vierten Corona-Welle wächst. Im ARD-Politikmagazin „Panorama“ räumt der STIKO-Vorsitzende Thomas Mertens Versäumnisse ein.

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (STIKO), der emeritierte Ulmer Virologe Thomas Mertens, hat im Gespräch mit dem ARD-Politikmagazin „Panorama“ erstmals eingeräumt, dass bestimmte Entscheidungen der Kommission „aus der heutigen Perspektive“ zu spät erfolgt sind. So wäre es laut Mertens „wahrscheinlich günstiger gewesen, mit dem Boostern früher anzufangen“.

Warum die STIKO so lange für ihre Entscheidung brauchte, erklärte Mertens in „Panorama“ damit, „dass wir erst definieren, welche Daten brauchen wir, um zu einer Empfehlung kommen zu können. Und wenn das festgelegt ist, dann müssen diese Daten erhoben, erarbeitet werden. Und wenn diese Daten vorliegen, dann fängt die STIKO an, diese Daten zu diskutieren.“

Corona in Deutschland: Stiko-Chef würde eigenes Kind nicht impfen

Update vom 2. Dezember, 12.15 Uhr: Während Markus Söder am Donnerstag eine Impfpflicht für ab 12-Jährige ins Spiel gebracht hat (siehe Update vom 2. Dezember, 9.20 Uhr), positioniert sich der Vorsitze der Ständigen Impfkommission im „F.A.Z.-Podcast für Deutschland“ aktuell deutlich gegen Kinder-Impfungen für unter 12 Jahre alte Kinder. So würde Thomas Mertens aktuell nicht sein eigenes sieben Jahre altes Kind gegen das Coronavirus impfen lassen.

Es gebe aktuell keinerlei Daten über die Verträglichkeit des Impfstoffs bei jüngeren Kindern. Mertens erklärte, dass man sich über etwaige Langzeitfolgen erst sicher sein müsse, bevor man Kinder zwischen fünf und elf Jahren gegen das Virus immunisiere. Der Stiko-Vorsitzende erklärte in dem Podcast auch, dass die Stiko aktuell dabei sei, ihre Empfehlung für diese Altersgruppe fertigzustellen. Dies solle noch vor der Verfügbarkeit des Impfstoffs für jüngere Kinder in Deutschland erfolgen. Eine Entscheidung könnte somit noch vor dem 11. Dezember feststehen.

Corona-Gipfel mit Merkel und Scholz hat begonnen

Update vom 2. Dezember, 11.25 Uhr: Der Corona-Gipfel hat begonnen, die Spitzen von Bund und Ländern haben am Donnerstag gegen 11 Uhr ihre Beratungen aufgenommen. In der Schaltkonferenz der Ministerpräsidenten mit der geschäftsführenden Kanzlerin Angela Merkel und deren voraussichtlichem Nachfolger Olaf Scholz sollte ein umfangreiches Maßnahmenpaket beschlossen werden. Nordrhein-Westfalens Regierungschef Hendrik Wüst hatte als Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) vor Beginn der Runde konsequente Entscheidungen im Kampf gegen die dramatisch hohen Corona-Zahlen verlangt.

Auf dem Tisch liegen eine Reihe von Vorschlägen für strengere Auflagen. Diese würden vor allem Ungeimpfte besonders hart treffen. So sind für sie massive Kontaktbeschränkungen im Gespräch. Außerdem soll die 2G-Regel auch auf den Einzelhandel ausgeweitet werden: Zutritt zu Geschäften hätten dann nur noch Geimpfte und Genesene. Ungeimpfte dürften nur noch Geschäfte des täglichen Bedarfs wie etwa Supermärkten, Drogerien und Apotheken betreten.

Corona in Deutschland: Zahl der verabreichten Impfungen steigt wieder an

Update vom 2. Dezember, 10.50 Uhr: Die Corona-Zahlen steigen in Deutschland weiter an, doch auch die Zahl der verabreichten Impfungen steigt seit kurzem wieder drastisch an. So kommt Deutschland der Zahl von einer Million Corona-Impfungen pro Tag wieder näher. Am Mittwoch ließen sich insgesamt 987.000 Menschen den Piks verabreichen. Allerdings: vier von fünf Impfwilligen erhielten dabei eine Auffrischungsimpfung („Booster“), wie aus dem Impfdashboard des Robert Koch-Instituts vom Donnerstag
hervorgeht.

Am Dienstag waren es noch 807.000 verabreichte Dosen. Der Rekord wurde bisher am 9. Juni mit 1,4 Millionen Dosen erzielt. Vollständig geimpft - für diesen Status ist eine Auffrischungsimpfung bisher nicht erforderlich - sind inzwischen 68,7 Prozent der Bevölkerung und 79,3 Prozent aller Erwachsenen über 18 Jahren.

Bund und Länder wollen bis Weihnachten 30 Millionen Impfungen verabreichen - dazu müsste rein rechnerisch das Tempo noch deutlich gesteigert werden.

Corona in Deutschland: Bundesgesundheitsminister Spahn findet Lockdown für Ungeimpfte wichtig

Update vom 2. Dezember, 9.40 Uhr: Es sind wohl vermutlich überwiegend Einschränkungen für Ungeimpfte, die beim Corona-Gipfel am Donnerstag eine große Rolle spielen werden. So hat der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn vor der Bund-Länder-Runder erklärt: „Was tatsächlich wichtig ist, ist quasi ein Lockdown für Ungeimpfte“, so der CDU-Politiker am Donnerstag im ZDF-„Morgenmagazin“.

Die große Zahl an Ungeimpften sei das, was „das Gesundheitssystem vor eine Herausforderung stellt“. „Wenn Sie auf die Intensivstationen schauen, wenn Sie schauen: Wo ist die Dynamik überhaupt auch bei den Infektionen, dann ist das bei dieser zu großen Zahl an Ungeimpften.“ Deswegen seien Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte wichtig. Zudem nannte der Minister 2G (also Zugang nur für Geimpfte und Genesene) „konsequent in fast allen Lebensbereichen“, das Absagen oder deutliche Reduzieren von Großveranstaltungen sowie Schließungen von Bars, Clubs und Diskotheken. „Wir sehen ja, in den Regionen in Deutschland - in Sachsen, in Bayern - wo sehr weitgehende Maßnahmen ergriffen wurden, scheint sich die Lage zu stabilisieren und zu verbessern“, sagte Spahn. „Die Maßnahmen wirken.“

Man brauche „massive Kontaktbeschränkungen und Reduzierungen, um jetzt diese Dynamik auch rauszubringen“. Er warnte zudem: „Selbst wenn es ab morgen keine Infektionen mehr in Deutschland gäbe, werden wir trotzdem wahrscheinlich über 6000 Covid-19-Intensivpatienten in Deutschland noch den nächsten Tagen sehen.“

Corona in Deutschland: Allgemeine Impfpflicht für Kinder ab 12 Jahren?

Update vom 2. Dezember, 9.20 Uhr: Die Diskussionen rund um die allgemeine Impfpflicht stehen noch im Raum, da bringt der bayerische Ministerpräsident Markus Söder bereits eine Impfpflicht bei Kindern ab zwölf Jahren ins Spiel. „Das muss man diskutieren“, sagte er im Bayerischen Rundfunk. „Generell wäre es natürlich gut, wenn die Impfpflicht zumindest bei denen, bei
denen der Impfstoff schon erprobt ist - ab zwölf - auch stattfinden würde.“ Das würde schnell gehen und die Schulen „absolut sicher machen“. Zudem sei sein Gefühl bei den jungen Leuten: „Die wollen auch geimpft werden, weil sie sagen: „Dann habe ich Freiheit“.“

Corona in Deutschland: Corona-Gipfel am Donnerstag - Erste Details bekannt

Update vom 2. Dezember, 7.15 Uhr: Heute findet erneut ein Corona-Gipfel statt (siehe auch Erstmeldung). Ziel ist eine gemeinsame Strategie im Kampf gegen die vierte Corona-Welle. Es geht um die Verschärfung von Corona-Maßnahmen - soviel ist klar. Details zu den neuen Regeln sollen an diesem Donnerstag ausgearbeitet werden. Ungeimpfte müssen wohl mit empfindlichen Einschränkungen rechnen. Es geht um folgende Punkte:

Zahl der Corona-Toten steigt im Vergleich zur Vorwoche – kommen Impfpflicht und Lockdown?

Update vom 2. Dezember, 6.13 Uhr: Ist es schon ein positiver Trend? Die deutschlandweite Corona-Inzidenz ist das dritte Mal erneut gesunken. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet eine am Donnerstagmorgen einen Wert von 439,2.  Am Montag war ein Höchstwert von 452,4 erreicht worden, am Dienstag hatte der Wert bei 452,2 gelegen, am Mittwoch bei 442,9.

RKI: Corona-Inzidenz sinkt auf 438,2

DatumMontag, 29. November 2021Dienstag, 30. Dezember 2021Mittwoch, 1. Dezember 2021Donnerstag, 2. Dezember 2021Vormonat
RKI-Inzidenz bundesweit452,4452,2442,9439,2154,5

Binnen 24 Stunden sind 73.209 Corona-Neuinfektionen verzeichnet worden (Vorwoche: 75.961 Corona-Neuinfektionen). Die Dunkelziffer allerdings nach Ansicht von Experten in der aktuellen vierten Corona-Welle groß. Experten gehen von einer deutlich höheren Infektionslage aus.

388 Menschen starben in Verbindung mit einer Sars-CoV-2-Infektion binnen eines Tages. Vor einer Woche waren es 351 Todesfälle. Die Zahl der Corona-Toten steigt am Donnerstagmorgen seit Beginn der Pandemie auf 102.178.

Auf den Intensivstationen in Deutschland müssen 4.664 Covid-Patienten behandelt werden. Davon werden 2.439 künstlich beatmet. Das geht aus den Daten des DIVI-Intensivregister am Donnerstagfrüh hervor.

Corona-Gipfel will „umfangreiche Kontaktbeschränkungen“: Kommen morgen Lockdown und Impfpflicht?

Berlin - Anfang der Woche sank die Inzidenz in Deutschland zwei Tage hintereinander*. Die guten Nachrichten wurden jedoch schnell überschattet: Am Mittwoch (1. Dezember) vermeldete das Robert Koch-Institut* (RKI) einen starken Anstieg an Corona*-Todesfällen. Zudem sorgt die als besorgniserregend eingestufte Omikron-Variante* Alarmbereitschaft.

Mit dieser Gemengelage vor Augen tagen Bund und Länder am Donnerstag und somit nur zwei Tage nach den letzten Beratungen erneut. Nachdem am Dienstag keine neuen Maßnahmen beschlossen wurden, sollen beim erneuten Corona-Gipfel nun die Weichen für die kommenden Tage, Wochen und Monate gestellt werden. Deutschland steuert auf breite Kontaktbeschränkungen und eine Impfpflicht zu. Das zeigt eine Beschlussvorlage, die dem Münchner Merkur* vorliegt.

Corona in Deutschland: Gipfeltreffen von Bund und Ländern steht an -„umfangreiche Kontaktbeschränkungen“

Bundeskanzler unter sich: Olaf Scholz und Angela Merkel empfangen am Donnerstag, 2. Dezember die Länderchefs zum Corona-Gipfel.
Bundeskanzler unter sich: Olaf Scholz und Angela Merkel empfangen am Donnerstag, 2. Dezember die Länderchefs zum Corona-Gipfel. © Chris Emil Janßen/imago

Die möglichen Corona-Maßnahmen wurden von Bund und Ländern bereits am Dienstag diskutiert. Nach der Runde wurden „umfangreiche Kontaktbeschränkungen vor allem für Ungeimpfte, auch bei privaten Zusammenkünften“ angekündigt. Auch „die Ausweitung der 2G-Regeln auf den Einzelhandel und Einschränkungen bei Großveranstaltungen“ soll kommen. Die Beschlüsse dazu werden wohl am Donnerstag gefasst.*

Es würden nun „viele Maßnahmen ergriffen, die jetzt wichtig sind, um Kontakte zu reduzieren“, sagte der designierte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), der neben der scheidenden Amtsinhaberin Angela Merkel* (CDU) an den Gesprächen teilgenommen hatte, am Dienstagabend in den ARD-„Tagesthemen“. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) sprach sich am Mittwoch neben der Einführung der 2G-Regel im Einzelhandel auch für die Beschränkungen von Familienfeiern zu Weihnachten aus.

Corona-Gipfel von Bund und Ländern: Kommt am Donnerstag die Impfpflicht?

Schwesig ging im im ZDF-„Morgenmagazin“ mit Blick auch auf die Weihnachtszeit „fest davon aus“, dass am Donnerstag deutschlandweit die 2G-Regel im Einzelhandel beschlossen wird. Mit Ausnahme von Supermärkten dürften Ungeimpfte „dann nicht mehr so einfach shoppen gehen.“ Auch große Familienfeiern mit 50 Leute werde es dann nicht mehr geben, sagte sie. Zudem forderte sie 2G-plus (Geimpft, Genesen und Getestet) für Restaurants und die Schließung von Clubs und Diskotheken.

Auf den Weg gebracht werden soll nun auch eine allgemeine Impfpflicht. Scholz kündigte dazu „zeitnah“ ein Gesetzgebungsverfahren* an. Regierungssprecher Steffen Seibert teilte mit, dass „neben einrichtungsbezogenen Impfpflichten auch eine zeitnahe Entscheidung über eine allgemeine Impfpflicht vorbereitet wird“. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) begrüßt die Impfpflicht. Denn die schwierige Pandemielage hätten vor allem die Ungeimpften verursacht, sagte er. In Teilen der FDP stößt Scholz‘ Vorhaben weiter auf Skepsis. Fällt am Donnerstag die Entscheidung? (jo/AFP) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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