News-Ticker zur Pandemie

Corona in Deutschland: Hamburg lockert 2G-Modell

Die Corona-Zahlen in Deutschland sind leicht rückläufig. Die Forderungen nach einem „Freedom Day“ stehen dennoch in der Kritik. Volle Klubs und Stadien sind in Hamburg möglich. Der News-Ticker.

  • Die Corona*-Zahlen in Deutschland sinken leicht. (siehe Erstmeldung)
  • Die Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund übt deutliche Kritik an den Forderungen nach einem „Freedom Day“ (siehe Erstmeldung).
  • Die Biontech-Gründer sowie eine Mitarbeiterin werden mit dem den Paul-Ehrlich-Preis ausgezeichnet (siehe Update vom 21. September, 11.16 Uhr).
  • Hamburg lockert 2G-Modell weiter (siehe Update vom 21. September, 14.56 Uhr).
  • Dieser News-Ticker ist beendet. Hier finden Sie die Fortsetzung ab dem 22. September.

Update vom 21. September, 14.56 Uhr: In Hamburg können Fußballstadien ab dem kommenden Wochenende unter 2G-Bedingungen wieder bis zum letzten Platz besetzt werden. Auch in den Clubs dürften Geimpfte und Genesene ab Samstag wieder ohne Maske und abstandslos tanzen, wie die stellvertretende Senatssprecherin Julia Offen am Dienstag sagte.

Corona in Deutschland: Bundesland bei Impfungen weiter Schlusslicht

Update vom 21. September, 13.55 Uhr: Bei den Corona-Impfungen in Deutschland haben jetzt in 15 der 16 Bundesländer mindestens 60 Prozent der Einwohner zumindest eine erste Impfung erhalten. Unter dieser Schwelle liegt nach Daten des Bundesgesundheitsministeriums von Dienstag nur noch Sachsen mit 57,1 Prozent.

Bundesweit haben inzwischen 55,9 Millionen Menschen oder 67,3 Prozent aller Einwohner mindestens eine Impfung bekommen. Vollständig mit der meist nötigen zweiten Spritze geimpft sind nun 52,6 Millionen Menschen oder 63,3 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Corona in Deutschland: Biontech-Gründer ausgezeichnet

Update vom 21. September, 11.16 Uhr: Die Menschen hinter dem Corona-Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech* werden mit dem den Paul-Ehrlich- und Ludwig-Darmstaedter-Preis 2022 geehrt. Die drei Preisträger erhalten die Auszeichnung „für ihre Erforschung und Entwicklung von messenger-RNA zu präventiven und therapeutischen Zwecken“, wie der Stiftungsrat am Dienstag (21. September) in Frankfurt am Main bekanntgab.

Neben den Biontech-Gründern, dem Ärzte-Ehepaar Özlem Türeci (54) und Ugur Sahin* (56), wird auch die Biochemikerin Katalin Karikó (66) ausgezeichnet, die sich 2013 dem Unternehmen anschloss. Die drei Preisträger teilen sich ein Preisgeld in Höhe von 120.000 Euro. Die Auszeichnung gilt als eine der bedeutendsten Ehrungen in der medizinischen Grundlagenforschung. Viele Preisträger der vergangenen Jahrzehnte bekamen später den Medizin-Nobelpreis.

Die Biontech-Gründer Özlem Türeci (l.) und Ugur Sahin (r.) werden mit dem Paul-Ehrlich-Preis ausgezeichnet. (Archivbild)

Die Ehrung würdigt laut dem Stiftungsrat mehr als die Entwicklung des Corona-Impfstoffs. Die Preisträger hätten eine Technologie etabliert, „die in Teilbereichen der Medizin einen Paradigmenwechsel einleiten dürfte“, begründete man die Wahl. Die Möglichkeiten reichten von der Gabe von Impfantigenen oder therapeutisch wirksamen Proteinen hin zur internen Produktion in den Körperzellen der Patienten. Die „spektakulär schnelle“ Entwicklung eines hochwirksamen Impfstoffes gegen Covid-19 würdigte die Jury als „herausragenden Erfolg“.

Corona in Deutschland: Inzidenz sinkt leicht

Erstmeldung vom 21. September 2021:

Berlin - Die Corona-Zahlen in Deutschland sind am Dienstag (21. September) erneut leicht rückläufig. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei 68,5. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 71,0 gelegen, vor einer Woche bei 81,1. Insgesamt meldeten die Gesundheitsämter dem RKI innerhalb eines Tages 4664 Corona-Neuinfektionen*. Das ist ebenfalls ein deutlicher Rückgang im Vergleich zur Vorwoche, als noch 6325 neue Ansteckungen gemeldet wurden.

Einen leichten Anstieg meldete das RKI hingegen bei der Zahl der gemeldeten Todesfälle. Am Dienstag waren es 81, am selben Tag der Vorwoche 68 Todesfälle. Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona*-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI* am Montag (20. September) mit 1,65 an. Zuletzt wurde der Wert am vergangenen Freitag (17. September) mit 1,89 angegeben.

Ein Wochen- oder Monatsvergleich ist wegen einer hohen Zahl an Nachmeldungen nicht möglich. Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Corona in Deutschland: Vorsitzende des Marburger Bundes mit Kritik an „Freedom Day“

Ein sogenannter „Freedom Day“ – ein Enddatum für alle Corona-Schutzmaßnahmen, wie es Kassenärztechef Andreas Gassen zuletzt gefordert hatte – steht trotz der aktuell leicht sinkenden Zahlen weiterhin in der Kritik. Die Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Susanne Johna, mahnte in einem Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, ein solcher Schritt könne eine Belastung der Kliniken durch mehr Corona-Patienten zur Folge haben.

Auf der Großen Freiheit in Hamburg waren am vergangenen Wochenende zahlreiche Menschen unterwegs. Ein „Freedom Day“ steht weiter in der Kritik. (Symbolbild)

„Ich finde es nicht kollegial, solche zusätzlichen Belastungen einfach zu ignorieren, weil man das Maskentragen leid ist“, so Johna. „Die Impfquote* ist viel zu niedrig, um beispielsweise Maßnahmen wie die Maskenpflicht in Innenräumen aufzuheben“, erklärte sie weiter.

Corona-Lage in Deutschland laut Johna nicht mit Großbritannien vergleichbar

Zudem könne man den „Freedom Day“ in Großbritannien nicht als Beispiel für Deutschland nehmen. „Dort gibt es nicht nur aufgrund der höheren Impfquote, sondern vor allem auch wegen der deutlich höheren Immunität in der Bevölkerung infolge des zurückliegenden Infektionsgeschehens eine ganz andere Ausgangslage“, so Johna. Gerade in England habe man die Immunität dadurch erreicht, dass man eine wesentlich höhere Todesrate in Kauf genommen habe. Diesen Weg dürfe Deutschland nicht einschlagen, forderte die Vorsitzende des Marburger Bundes.

Bereits zuvor hatten sich neben der Bundesregierung unter anderem auch der Deutsche Lehrerverband und der Berufsverband für Pflegeberufe gegen eine solche Stichtagsregelung ausgesprochen. (ph/dpa/afp) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Jonas Walzberg/dpa

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