News-Ticker für Deutschland

Stiko-Chef wettert gegen Kinder-Impfung - erstmals seit Monaten weniger als 1000 Corona-Intensivpatienten

Die Corona-Zahlen sind seit September erstmals einstellig. Die Zahl der Corona-Intensivpatienten ist so niedrig, wie seit Oktober nicht mehr. Der News-Ticker.

  • Erstmals seit vergangenen Herbst meldet das Robert-Koch-Institut (RKI) eine einstellige Corona-Inzidenz (siehe Erstmeldung).
  • Stiko-Chef Mertens kritisiert die politische Debatte zu Kinder-Impfungen (siehe Update vom 19. Juni, 15.32 Uhr).
  • Die Zahle der Corona-Intensivpatienten in Deutschland* ist laut DIVI unter 1000 gesunken (siehe Update vom 19. Juni, 16.45 Uhr).
  • Dieser News-Ticker ist beendet. Hier finden Sie die Fortsetzung ab dem 20. Juni.

Update vom 19. Juni, 16.45 Uhr: Erstmals seit acht Monaten ist die Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstation unter 1000 gefallen. Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) meldete am Samstag 960 Erwachsene in Behandlung. Ähnlich niedrig war die Zahl zuletzt in der zweiten Oktoberhälfte.

Am Höhepunkt der dritten Welle Ende April waren es laut DIVI mehr als 5000 Patienten. Die Zahl aller Corona-Intensivpatienten, also einschließlich Kinder, gab die DIVI in ihrem Tagesbericht am Samstag mit 964 an.

Kinder-Impfungen: Stiko-Chef kritisiert politische Debatte - „nichts evidenzbasiertes“

Update vom 19. Juni, 15.32 Uhr: Die Sommerferien stehen kurz bevor und das Impfen von Kindern und Jugendlichen ist zur politischen Debatte geworden. Thomas Mertens, der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko) kritisierte die Diskussion am Samstag auf dem Online-Kongress für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin.

Dies sei zu einem politischen Thema geworden, noch bevor es eine Zulassung für einen Impfstoff gegeben habe. „Von diesen ganzen Aussagen war ja praktisch nichts wirklich evidenzbasiert“ so der Mediziner. Die entscheidende Problematik sei in dieser Phase überhaupt nicht besprochen worden, nämlich: „brauchen Kinder und Jugendliche diese Impfung?“

Mertens begründete seine Kritik mit dem oft milden Krankheitsverlauf bei Kindern und Jugendlichen. „Wenn man damals, wie ursprünglich geplant, fünf Millionen Impfstoffdosen für Kinder beiseite gelegt hätte, dann wären das ja fünf Millionen Impfstoffdosen gewesen, die für die Impfung der Eltern gefehlt hätten“, so Mertens. 

Update vom 19. Juni, 14.16 Uhr: Die aktuellen Zahlen des Robert-Koch-Instituts machen Hoffnung. Während die 7-Tage-Inzidenz erstmals seit September im einstelligen Bereich liegt, sind immer mehr Menschen in Deutschland vollständig geimpft. 30,4 Prozent der Bevölkerung haben laut RKI ihre zweite Spritze erhalten. Mit den am Freitag verabreichten 904 231 Impfdosen gegen das Coronavirus, steigt die Zahl der Erst-Geimpften auf 42 Millionen (50,6 Prozent), die der vollständig Geimpften auf 25,3 Millionen (30,4).

Corona-Inzidenz in Deutschland sinkt unter 10 - erstmals seit September

Update vom 19. Juni, 12.13 Uhr: Trotz sinkender Zahlen sollen die Corona-Maßnahmen in Schulen aufrechterhalten werden. Zumindest wenn es nach Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geht. „Wir werden nicht völlig ohne Schutzmaßnahmen wieder in den Schulbetrieb gehen können“, sagte er am Samstag laut dpa bei einer Online-Tagung der Evangelischen Akademie Tutzing.

Nach den Sommerferien, im Herbst und Winter würden Maßnahmen wie Maskenpflicht oder auch Wechselunterricht nach wie vor notwendig sein. „Da setzen sich Millionen Menschen in Bewegung, die sich sonst nicht in Bewegungen setzen würden und begegnen sich“, betonte Spahn. Das könne dann zu einer „Drehscheibe in die Haushalte hinein“ werden. „Wir sollten dieses Mal die Sommerzeit besser nutzen“.

Corona-Inzidenz in Deutschland sinkt unter 10 - erstmals seit September

Erstmeldung vom 19. Juni: Während die Temperaturen in Deutschland an diesem Wochenende Rekordhöhen erreichen sinken die Corona-Zahlen rekordverdächtig tief. Am Samstagmorgen meldete das Robert-Koch-Institut (RKI) einen Wert von 9,3 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner.

Am vergangenen Samstag hatte die Corona*-Inzidenz* noch bei 18,3 gelegen. Ein einstelliger Wert für Deutschland, das war zuletzt im September registriert worden. Nur zwei Landkreise stechen in Deutschland weiterhin heraus: die bayerische Schweinfurt liegt mit seiner Inzidenz bei 58, Zweibrücken in Rheinland-Pfalz bei 61,4.

Corona-Zahlen sinken auf einstelligen Wert - Ort in Bayern bleibt Ausnahme

Insgesamt meldeten die Gesundheitsämter dem RKI am Samstag 1108 Corona-Neuinfektionen. 99 Infizierte starben. Deutlich weniger als in der vergangenen Woche. Hier waren 1911 Neuinfektionen und 129 Todesfälle registriert worden.

Lediglich die Sorge vor der hoch ansteckenden Delta-Variante* wirft weiterhin einen Schatten auf die gute Entwicklung der Infektionszahlen.* Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und RKI*-Präsident Lothar Wieler warnten am Freitag vor der Mutation. Die Zahl der Infektionen mit der Virusvariante bewege sich in Deutschland zwar noch auf niedrigem Niveau, steige aber schnell an, betonten sie laut afp. Die Frage sei nicht, ob, sondern wann sie zur dominierenden Variante hierzulande werde.

Corona-Zahlen in Deutschland: Fortschritt der Impfungen

Wieler mahnte dahingehen sich vollständig impfen zu lassen - nur dann würden die Impfungen sehr gut gegen die Delta-Variante schützen. Spahn betonte am Freitag aber auch den Fortschritt der Impfkampagne in Deutschland. 41,5 Millionen Menschen haben so Spahn eine erste Impfdosis erhalten, das sind 50,1 Prozent. 29,6 Prozent haben nach seinen Angaben bereits den vollen Impfschutz, sind also zweimal geimpft. (vs) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © dpa/Fabian Sommer

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