Urlaub in Corona-Krise

EU-Impfpass soll kommen – Was das für Reisen und Urlaub in der Corona-Pandemie bedeutet

In der Corona-Krise soll der EU-Impfpass für Klarheit sorgen. Ist Urlaub bald nur noch mit einer Corona-Impfung möglich?

  • Ein EU-Impfpass kann dazu genutzt werden, Impfungen gegen Covid-19 zu speichern und zu kontrollieren.
  • Auch auf das freie Reisen kann das Auswirkungen haben.
  • Darf man bald womöglich nur noch mit einer Corona*-Impfung Urlaub machen?

Update vom Freitag, 26.02.2021, 06.15 Uhr: Der digitale Corona-Impfpass der EU soll in drei Monaten kommen. Darauf verständigten sich die beteiligten Staats- und Regierungschef auf dem EU-Gipfel.

Weiterhin ungeklärt, ist allerdings die Frage, ob die Urlaubssaison im Sommer 2021 stattfinden kann. Insbesondere Staaten, wie Österreich, Griechenland, Spanien oder Portugal, die vom Tourismus abhängig sind, drängen offenbar darauf, da sie nicht noch eine Saison verlieren wollen. Das berichtet die „Tagesschau“. Kanzlerin Merkel gab sich optimistisch, dass der digitale EU-Impfpass bis zum Sommer einsetzbar sei: „Die Erwartung ist schon, dass das bis zum Sommer fertig ist“, so Merkel.

Corona-Impfpass: Einigung auf EU-Gipfel

Am Donnerstag (25.02.2021) hatte der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung neue Hoffnungen auf die Urlaubssaison geweckt.* „Ich hoffe, dass bis Sommer die meisten Deutschen geimpft sind und auch ins Ausland verreisen können“, sagte der CDU-Abgeordnete Thomas Barreiß. „Wir können die Menschen ja nicht dauerhaft zu Hause festhalten“, betonte er.

Update von Freitag, 29.01.2021, 11.00 Uhr: Der EU-Impfpass soll kommen und könnte Reise und Urlaub schon im Jahr 2021 beeinflussen. Jetzt haben sich die EU-Staaten über die Informationen geeinigt, die im Corona-Impfzertifikat enthalten sein sollen. Hintergrund der Einigung ist, dass die Impfpässe eu-weit möglichst vergleichbar gemacht werden.

Die EU-Staaten haben sich den Corona-Impfpass geeinigt. Er könnte das Reisen enorm beeinflussen. (Symbolfoto)

Doch wie sollen die EU-Impfzertifikate genau aussehen? Der Corona-Impfpass soll der Einigung nach sowohl in digitaler Form als auch auf Papier möglich sein. Enthalten soll er Personaldaten, den verwendeten Impfstoff und die Behörde, die ihn ausgestellt hat. Doch dabei bleibt es nicht. Weiterhin soll es auf dem EU-Impfpass noch eine Art elektronisches Siegel geben, beispielsweise ein QR-Code oder eine Registrierung. Damit soll der Impfstatus einer Person möglichst schnell abgerufen werden können. Später könnten damit auch weitere Informationen verlinkt werden.

  • Informationen im Corona-Impfpass:
  • Basisinformationen zu Personalien
  • Verwendeter Covid-19-Impfstoff
  • Ausstellende Behörde
  • Elektronisches Siegel

Corona-Impfpass: Diese Folgen könnte er auf Reise und Urlaub haben

Mit dem Corona-Impfnachweis wäre es dann möglich, den Impfstatus beim Urlaub und Reisen schnell und einfach zu überprüfen. Airlines könnten ihn dafür nutzen, Menschen ohne Impfung den Flug und damit die Reise zu verwehren. Die Australische Airline Quantas hatte schon angekündigt, diesen Schritt für bestimmte Flugstrecken gehen zu wollen. Auch könnten Quarantäne-Regeln für Geimpfte weiter gelockert werden. Das ist unter anderem in Polen und Island bereits der Fall.

Wie es mit dem EU-Impfpass weitergeht und welche Auswirkungen das auf eine mögliche Reise in der Zukunft hat, hängt von mehreren Faktoren ab. Zum einen ist noch offen, ob Personen mit Corona-Impfung auch tatsächlich keine weiteren Menschen mehr anstecken können. Außerdem bleibt abzuwarten, wie schnell eine breite Mehrheit der Bevölkerung in den EU-Staaten geimpft werden kann.

EU-Impfpass: Was das für Reisen und den Urlaub 2021 bedeutet

Erstmeldung von Montag, 25.01.2021: Frankfurt - In der Diskussion um einen Corona-Impfpass spielt der Aspekt des Reisens eine wichtige Rolle. Denn gibt es erst einmal einen solchen Pass, der die Impfung gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 belegt, könnten daraus Konsequenzen für den Urlaub vieler Menschen entstehen. Urlaubsländer wie Griechenland, Malta und Spanien haben bereits für einen einheitlichen EU-Impfpass geworben und angedeutet, dass damit freies Reisen für Geimpfte wieder möglich sein könnte.

Endlich wieder Urlaub am Meer. Das wünschen sich wohl die meisten für den Sommer 2021. Doch in Corona-Zeiten scheint die sonst so normale Reiseplanung für den Sommerurlaub in weite Ferne zu rücken. Besonders die klassischen Urlaubsländer in der EU, wie Griechenland und Spanien trifft das hart. Der griechische Ministerpräsident, Kyriakos Mitsotakis, plädierte jetzt: „Die Personen, die geimpft sind, müssen frei reisen dürfen.“

Corona-Impfpass: Könnte das Reisen bald von einer Covid-19-Impfung abhängig sein? (Symbolbild).

Corona-Impfpass in der EU: Weshalb ist das Fliegen nur noch mit Impfnachweis möglich?

Die Impfung solle in einem Corona-Impfpass dokumentiert und kontrolliert werden. Auch Spanien stellt sich hinter diesen Vorstoß. So sagte die spanische Tourismusministerin Reyes Maroto der Zeitung „La Vanguardia“: „Das könnte zur Wiederherstellung der Mobilität auf europäischer Ebene beitragen“. Und auch viele Airlines mischen bei dieser Diskussion mit. Ist frei wählbarer Urlaub bald nur noch für Menschen mit Impfpass möglich?

Ein negativer Corona-Test ist schon jetzt beim Reisen meist unabdingbar. Dies könnte ebenso für Geimpfte anwendbar sein. Laut „tagesschau“ ist davon auszugehen, dass Airlines diesen Schritt gehen werden. Wird jetzt noch ein negativer Corona-Test* als Voraussetzung für eine Reise betrachtet, könnte das bald auch für Impfnachweise gelten. Erste Hinweise auf eine solche Entwicklung gibt es bereits.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr kündigte in der „Welt am Sonntag“ an, dass auf Interkontinentalflügen künftig nur noch Menschen mit einem negativen Corona-Test oder gegen Covid-19 geimpfte Personen mitgenommen werden. Die australische Airline Quantas hatte bereits im November angekündigt, dass ein Impfnachweis für Reisende auf bestimmten internationalen Flügen demnächst zur Pflicht werde.

Reisen nur noch mit Corona-Impfnachweis? Erste Länder lockern Einreisebedingungen

Aber nicht nur Flugreisen sollen künftig unter anderem von einer Corona-Impfung abhängig sein. Das Gleiche könnte für generelle Einreisen auch via Bahn oder Auto gelten. Erste Tendenzen gibt es schon. Einige Länder haben bereits beschlossen, die Quarantäne-Regeln bei geimpften Personen auszusetzen. So muss ein geimpfter Mensch, laut der Webseite des Auswärtigen Amtes, in Polen nicht mehr in Quarantäne. Dasselbe gilt für Island und die Republik Moldau. Die Seychellen verlangen eine Impfung bei Erwachsenen und einen negativen PCR-Test, wenn eine quarantänefreie Einreise gewährleistet werden soll. Ein Urlaub ohne längere Wartezeiten wegen einer Quarantäne ist in diesen Ländern mit Impfung also schon jetzt wieder möglich.

Eine Umfrage des Portals „Reise vor 9“ unter 1.300 Menschen aus der Reisebranche zeigt eine klare Tendenz auf. Drei Viertel der Teilnehmer:innen gaben an, dass sie es für sehr oder überwiegend wahrscheinlich halten, dass viele Länder künftig auf eine Corona-Impfung bei der Einreise bestehen könnten. Außerdem erwarten knapp 70 Prozent, dass das Reisen bis zum Ende der Corona-Pandemie weltweit Geimpften vorbehalten bleiben könnte.

Umfrage unter 1.300 Personen aus der TouristikbrancheAnteil
Corona-Impfung bei Einreise künftig von vielen Ländern gefordert75 Prozent (sehr oder überwiegend wahrscheinlich)
Reisen könnte Geimpften vorbehalten bleibenKnapp 70 Prozent
Fluggesellschaften könnten nur noch Geimpfte an Bord lassen67 Prozent
Entsprechende Regeln in der Hotellerie47 Prozent
Quelle: Reisen vor 9

EU-Impfnachweis: Wie läuft der Urlaub dank Corona-Impfpass? Offene Fragen bleiben

Doch wie soll ein Corona-Impfpass aussehen. Wie Medienberichte übereinstimmend verkündeten arbeitet die EU derzeit an einem gemeinsamen Standard. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen sagte dazu, dass es mit dem gelben Impf-Zertifikat der Weltgesundheitsorganisation bereits einen weltweiten Standard gebe. Die Frage sei jetzt, wofür man dieses nutzen könne.

Welche Rolle dieses Impf-Zertifikat bei Reisen in Corona-Zeiten* spielen soll, darauf hat sich die EU also noch nicht geeinigt. Laut von der Leyen sei vieles noch zu unklar. So sei noch nicht sicher, ob gegen Covid-19 geimpfte Menschen das Virus noch übertragen. Auch ist noch immer nicht klar, wie lange eine Person, nach einer Impfung, immun ist. Aus Sicht der EU-Kommissionschefin spielt außerdem eine politisch brisante Frage eine zentrale Rolle. Denn was können Menschen tun, die sich aus legitimen Gründen nicht impfen lassen können oder aber schlicht noch keinen Zugang zu einer Impfung bekommen haben.

Digitaler Corona-Impfnachweis: Darum arbeiten Airlines an digitalen Impfpass

Unabhängig von der Diskussion um den Corona-Impfpass in der EU arbeiten bereits einige Airlines daran, ein digitales Angebot für einen Impfnachweis einzuführen. Der Welt-Airlineverband (IATA) hat einen sogenannten „IATA Travel Pass“ entwickelt, der Daten zu Impfnachweis und Corona-Test enthält. Damit sollen Flugreisen erleichtert und Quarantänen vermieden werden können. Die arabischen Fluggesellschaften Ethihad und Emirates haben diesen Gesundheitspass bereits eingeführt. Auch die Lufthansa sei, nach eigenen Angaben, an dem Projekt beteiligt. Bislang werde aber noch die Einführung für bestimmte Passagiergruppen geprüft.

Statt nur auf den in Deutschland genutzten, gelben Impfpass zu setzen hat sich auch ein Kreis in Bayern an einen eigenen digitalen Corona-Impfass gewagt. In Altötting wurden Impfkarten eingeführt, die Namen, Geburtsdatum, Wohnort, Fotos sowie Impfstoff und die beiden Impftermine der Geimpften in digitaler Form enthalten. Abrufbar sind die Daten mittels eines QR-Codes.

Eines ist sicher, nämlich, dass noch gar nichts sicher ist. Geht es nach vielen Expert:innen aus der Reisebranche, dann wird eine Impfung in Zukunft eine wichtige Bedingung bei der Reisefreiheit darstellen. Auch die Anstrengungen einiger Länder und Airlines deuten darauf hin. Wie sich dies dann genau auswirken wird, das hängt auch davon ab, wie die Impfanstrengungen der Länder fruchten, und ob Geimpfte tatsächlich keine weiteren Menschen anstecken können. Für den Urlaub 2021 bedeutet das allerdings, Reise-Fans müssen die Urlaubsplanung noch auf die lange Bank schieben. (Sophia Lother) *fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © PanoramiC/image-images

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