Corona-Impfung für Kinder ab 12 Jahren

Corona-Impfung bei Kindern: Empfehlung der Impfkommission (STIKO) eindeutig

Die Ständige Impfkommission (STIKO) spricht keine allgemeine Corona-Impfempfehlung für Kinder ab zwölf Jahren. Allerdings für 12- bis 17-Jährige mit bestimmten Vorerkrankungen.

Update vom 10. Juni: Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat in der Corona-Pandemie keine generelle Impfempfehlung für gesunde Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren ausgesprochen, wie echo24.de* berichtet. Sie empfiehlt Impfungen gegen das Coronavirus aber für 12- bis 17-Jährige mit bestimmten Vorerkrankungen.

Nach ärztlicher Aufklärung und bei individuellem Wunsch und der Risikoakzeptanz von Kindern, Jugendlichen oder ihren Eltern sei eine Impfung aber auch bei gesunden jungen Leuten möglich, heißt es im jüngsten Bulletin des Robert Koch-Instituts (RKI). „Es geht um eine Abwägung von Nutzen und möglichem Risiko“, sagte der STIKO-Vorsitzende Thomas Mertens am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Die Wirkung der Impfung für 12- bis 17-Jährige sei dabei unbestritten. „Die Schutzwirkung ist sehr gut“, betonte Mertens.

Corona-Impfung bei Kindern: Empfehlung der Impfkommission (STIKO) eindeutig

Durch die relativ kleine Gruppe von rund 1.100 Kindern und Jugendlichen in der Zulassungsstudie und einen Beobachtungszeitraum von nur zwei Monaten seien aber mögliche schwere Nebenwirkungen nicht hinreichend auszuschließen. Dazu sei das Risiko für 12- bis 17-Jährige, schwer an Covid-19 zu erkranken, sehr gering.

Wir hatten in dieser Altersgruppe in Deutschland bisher nur zwei Todesfälle.

STIKO-Vorsitzende Thomas Mertens

In beiden Fällen hätten schwerste Vorerkrankungen vorgelegen. „Unsere Abwägung muss jeder verstehen“, ergänzte er. „Es ist eine sachgerechte Empfehlung.“ Die STIKO hatte bereits mehrfach angedeutet, dass sie aus Mangel an Daten zunächst keine allgemeine Impfempfehlung für alle Kinder ab 12 abgeben will.

STIKO-Empfehlung: Corona-Impfungen nur für vorerkrankte Kinder

Nach STIKO-Angaben leiden von den rund 4,5 Millionen 12- bis 17-Jährigen in Deutschland Schätzungen zufolge rund 379.000 an Vorerkrankungen, wie die dpa weiter berichtet. Die Ständige Impfkommission schränkt ihre Impfempfehlung allerdings auf rund ein Dutzend Krankheitsbilder ein, die mit erhöhtem Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf einhergehen.

Dazu zählen im Einzelnen:

Adipositas (Fettleibigkeit), angeborene oder erworbene Immundefizienz oder relevante Immunsuppression, angeborene zyanotische Herzfehler, schwere Herzinsuffizienz, schwere pulmonale Hypertonie, chronische Lungenerkrankungen mit einer anhaltenden Einschränkung der Lungenfunktion, chronische Niereninsuffizienz, chronische neurologische oder neuromuskuläre Erkrankungen, maligne Tumorerkrankungen, Trisomie 21, syndromale Erkrankungen mit schwerer Beeinträchtigung sowie ein schlecht eingestellter Diabetes mellitus.

Zusätzlich empfiehlt STIKO eine Corona-Impfung für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren, in deren Umfeld sich Angehörige oder andere Kontaktpersonen mit hoher Gefährdung für einen schweren Covid-19-Verlauf befinden. Dabei geht es aber um Menschen, die selbst nicht geimpft werden können oder bei denen der begründete Verdacht auf einen nicht ausreichenden Schutz nach Impfung besteht.

Corona-Impfung bei Kindern: Empfehlung der Impfkommission (STIKO) kommt

Update vom 7. Juni: Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat sich eine Empfehlung für die Impfung bei Kindern vorbehalten. Das wird sich am Donnerstag ändern — am 10. Juni soll die zum Thema Kinder ergänzte Impfempfehlung der STIKO publiziert werden. Die neue Fassung werde dann im sogenannten Epidemiologischen Bulletin des Robert Koch-Instituts (RKI) erscheinen, sagte eine RKI-Sprecherin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Es wird erwartet, dass das Expertengremium mangels ausreichender Datenbasis keine generelle Impfempfehlung für alle Kinder ausspricht, sondern den Impfstoff zunächst vor allem etwa für vorerkrankte Kinder vorsieht. Ein Entwurf für den STIKO-Beschluss war am Freitag an Länder und Fachgesellschaften gegangen. Diese können noch Änderungen einbringen, bevor die STIKO den Beschluss fasst.

Corona-Impfung bei Kindern: Empfehlung der Ständigen Impfkommission steht noch aus

Die niedergelassenen Kinderärzte immunisierten bereits seit Wochen junge Patienten ab 16 Jahren, primär die besonders gefährdeten Jugendlichen mit Vorerkrankungen, schilderte eine Sprecherin des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte. Da die Ständige Impfkommission für die Gruppe ab zwölf Jahren bisher keine generelle Impfempfehlung gegeben habe, sei der individuelle Beratungsbedarf in den Praxen groß. Zudem fehle Impfstoff.

Beides könnte sich schon bald ändern: ersteres durch die Empfehlung der STIKO und zweiteres durch die eventuelle Zulassung des Corona-Vakzins von Moderna für Kinder ab zwölf Jahren* — der Hersteller hat bereits einen Antrag bei der EMA eingereicht. Eine Immunisierung mit dem Vakzin von Biontech ist seit Montag (7. Juni) auch für Kinder ab zwölf Jahren erlaubt. Ein Problem sei allerdings, dass Biontech für Erstimpfungen derzeit stark rationiert ist — eine Zulassung von Moderna für Kinder könnte Abhilfe schaffen.

Auch wenn die Priorisierung für alle Altersgruppen offiziell aufgehoben ist, impfen Kinderärzte der Verbandssprecherin zufolge zunächst auch weiter vor allem ihre gefährdeten Patienten, etwa mit Down-Syndrom oder Herz- und Lungenerkrankungen.

Kinder und Corona-Impfung: Empfehlung der Impfkommission (STIKO)?

Erstmeldung vom 26. Mai: Angesichts sinkender Corona-Zahlen* und zahlreichen Lockerungen in verschiedenen Bereichen gibt es immer mehr Forderungen nach einer Rückkehr zum Präsenzunterricht in den Schulen. Das Infektionsgeschehen könnte dies sogar noch vor den Sommerferien zulassen — umso wichtiger werden langfristige Konzepte und Maßnahmen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bekräftigte in diesem Zuge die Pläne für ein Impfangebot für Kinder ab zwölf Jahren im Fall einer Impfstoffzulassung für Kinder, wie *echo24.de berichtet.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) möchte laut Deutscher Presse-Agentur (dpa) zeitnah, möglicherweise sogar noch im Mai, über die Empfehlung zur Zulassung des Biontech-Impfstoffs ab zwölf Jahren* entscheiden. Die Ständige Impfkommission (STIKO) behält sich eigene Klärungen für eine mögliche Impfempfehlung vor.

Corona-Impfung für Kinder ab zwölf Jahre? STIKO gibt vorerst keine Empfehlung ab

Der STIKO-Vorsitzende Thomas Mertens sagte am Dienstag im Deutschlandfunk, natürlich seien das Recht auf Bildung, normale Teilhabe am Leben und Freunde eine ganz wichtige Sache für Kinder. „Aber die Frage, die zu klären ist, ist, ob die Impfung wirklich die einzige und die richtige Möglichkeit ist, um das zu erreichen. Wir dürfen ja nicht vergessen, bei der Impfung werden ja keine Bonbons verteilt, sondern da wird ja immerhin ein medizinischer Eingriff vorgenommen.“ Oberstes Ziel müsse das Wohlergehen der Kinder sein.

Die Diskussion über Nutzen und Risiken von Impfstoffen ist laut Spahn auch bezogen auf die jeweilige Altersgruppe wichtig. „Covid-19 ist für jemanden, der 80 ist, ein höheres Risiko als für jemanden, der 18 ist“, sagte der Minister in Bernburg in Sachsen-Anhalt. Gleichzeitig gebe es allerdings auch schwerwiegende Langzeitwirkungen* bei jüngeren Infizierten.

Der Bundesgesundheitsminister bekomme auch viel Post von Eltern mit Kindern mit Vorerkrankungen, die sehnsüchtig auf eine Impfung warten. „Wenn wir dieses Virus gut im Griff, unter Kontrolle haben wollen, in Deutschland und Europa, dann werbe ich dafür, dass sich möglichst viele impfen lassen.“

Corona-Impfung für Kinder ab zwölf Jahre? Deutschland plant Impfangebot bis Ende August

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern streben an, Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren bis Ende August ein Impfangebot zu machen — über die Umsetzung wollen an diesem Donnerstag auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten beraten. Der Hersteller Biontech/Pfizer hat eine Zulassung seines Präparats ab zwölf Jahren bei der europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) bereits beantragt.

Wir gehen davon aus, dass es in den nächsten Tagen, diese oder nächste Woche, eine Zulassung geben kann,

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

Der Hersteller Moderna kündigte ebenfalls an, für seinen Impfstoff eine Zulassung ab zwölf Jahren zu beantragen. Die SPD-Fraktionsvizin Katja Mast befürwortete, dass älteren Kindern und Jugendlichen vor dem Ende der Sommerferien ein Impfangebot gemacht wird. „Nur so ist für die Zeit danach ein Mindestmaß an Normalität gewährleistet für Kinder, Jugendliche und deren Familien, die dieses Land durch die Krise getragen haben.“ Sie appellierte an die Länder, Kinder-Impfungen logistisch gut vorzubereiten.

Laut einer klinischen Studie von Biontech in der Altersgruppe von zwölf bis 15 Jahren* habe der Corona-Impfstoff eine Wirksamkeit von 100 Prozent gezeigt. Die Impfung sei bei den Jugendlichen gut vertragen worden. Die Nebenwirkungen hätten jenen in der Altersgruppe von 16 bis 25 Jahren entsprochen, erklärten die Unternehmen Biontech und Pfizer bereits Mitte April. In den USA ist der Corona-Impfstoff von Biontech für Kinder ab 12 Jahren bereits zugelassen. Eine weitere Studie für jüngere Kinder und Babys ab sechs Monaten läuft bereits. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Jan Woitas/dpa

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