Wann ist eine Booster-Impfung nötig?

Corona-Impfung: Wie lang schützen Moderna, Biontech und AstraZeneca?

Neue Studie deckt auf: Booster gegen das Coronavirus sind deutlich früher notwendig. Ein Impfstoff schützt bereits nach vier Monaten nicht mehr.

Erneut scheint die aktuelle Corona-Lage in Deutschland außer Kontrolle zu geraten. Immer mehr Menschen liegen auf der Intensivstation, die Zahl der Neuinfektionen ist so hoch wie nie. Betroffen sind vor allem die Ungeimpften, doch auch immer mehr Geimpfte erkranken an Covid-19*. Ein Grund dafür könnte sein, dass die Wirkung der Corona-Impfstoffe mit der Zeit nachlässt. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) betont immer wieder, wie wichtig Auffrischungsimpfungen gegen das Coronavirus sind. Doch wann ist eine Booster-Impfung wirklich nötig?

Eine neue Studie aus Schweden zeigt, wie lange Biontech, Moderna sowie AstraZeneca* vor dem Coronavirus schützen. Laut den Studien-Ergebnissen lässt der Impfschutz bereits früher nach als angenommen, ab einem gewissen Zeitpunkt zeigen die Vakzine sogar gar keine Wirkung mehr. Die Regierung setzt aktuell auf Booster-Impfungen sechs Monate nach der Zweitimpfung mit Biontech, Moderna und AstraZeneca. Doch das ist laut der schwedischen Studie eindeutig zu spät, wie echo24.de* berichtet.

Corona-Impfung: Wie lange schützen Biontech, Moderna und AstraZeneca?

„Die Wirksamkeit der Impfstoffe gegen symptomatische Covid-19-Infektionen nimmt in allen Untergruppen mit der Zeit ab, allerdings je nach Art des Impfstoffs unterschiedlich schnell und bei Männern und älteren immunschwachen Personen schneller“, heißt es in einer Zusammenfassung des Preprints einer Studie zur Notwendigkeit von Booster-Impfungen der University of Umea in Schweden.

Zu der Wirksamkeit des Vakzins von Biontech (BNT162b2) heißt es in dem Paper: „In dieser Studie nahm die Wirksamkeit des Impfstoffs BNT162b2 gegen symptomatische Infektionen schrittweise von 92 Prozent im ersten Monat auf 47 Prozent in den Monaten vier bis sechs ab und ab dem siebten wurde keine Wirksamkeit mehr festgestellt.“

Schwedische Studie zeigt: So lange schützen die Corona-Impfstoffe wirklich

Die Wirksamkeit von Moderna (mRNA-1273) hat im Vergleich zu Biontech langsamer abgenommen. Nach dem Höhepunkt im ersten Monat nach der Impfung ging die Wirksamkeit von Moderna nach vier Monaten auf 71 Prozent zurück, nach sechs Monaten auf etwa 60 Prozent. Schon in der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass die Langzeitwirkung von Moderna besser ist als bei Biontech*.

Die Wirksamkeit des Vektorimpfstoffes von AstraZeneca (ChAdOx1 nCoV-19) war laut der schwedischen Studie generell geringer. „In der vorliegenden Studie gab es keine verbleibende Wirksamkeit für ChAdOx1 nCoV-19 nach vier Monaten“, heißt es in dem Paper.

Corona-Studie: Wirksamkeit der Vakzine lässt drastisch nach – Boostern umso wichtiger

Das Ergebnis der Studie: „Die Befunde stützen die Gabe einer Booster-Dosis.“ Wann genau allerdings der richtige Zeitpunkt für eine Auffrischungsimpfung ist, lässt sich so pauschal nicht sagen. Insgesamt hat die Wirksamkeit der Impfstoffe, eine Krankenhauseinweisung oder den Tod durch Covid-19 zu verhindern, bei Männern und älteren Personen vergleichsweise schneller abgenommen als bei anderen Personengruppen. Daher ist es durchaus sinnvoll, diesen Gruppen beim „Boostern“ den Vortritt zu lassen.

Die schwedische Studie zeigt allerdings, dass egal, ob mit Biontech, Moderna oder AstraZeneca geimpft wurde, eine Auffrischungsimpfung bereits nach vier Monaten sinnvoll sein kann, spätestens nach sechs Monaten allerdings eindeutig nötig ist. Vor allem bei dem Vektorimpfstoff von AstraZeneca, dessen Wirksamkeit nach vier Monaten laut der Studie komplett schwindet, sollte schnellstmöglich geboostert werden. Die Ständige Impfkommission (Stiko) möchte zeitnah eine Empfehlung für Erwachsene abgeben.*echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Marcus Brandt/dpa

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