Nebenwirkungen der Impfstoffe

Norwegen mit Warnung vor Corona-Impfung nach Todesfällen- für diese Personen

Trotz Fortschritten bei der schleppenden Impfkampagne geht der Streit darüber innerhalb der großen Koalition weiter.
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Die norwegische Gesundheitsbehörde beobachtet Risiken des Corona-Impfstoffs für sehr alte und schwerkranke Menschen. (Symbolbild)

Die Gesundheitsbehörde in Norwegen hat ihre Richtlinien für die Corona-Impfungen nach mehreren Todesfällen geändert. Der Fokus liegt auf bestimmten Personen.

Schon ein Jahr lang befinden sich die Menschen auf der ganzen Welt im Kampf gegen das Coronavirus – und dieser wird voraussichtlich auch noch einige Monate andauern. Immer wieder muss die Politik bei den Corona-Maßnahmen nachschärfen, so beim Corona-Gipfel am 19. Januar*. Doch der gewünschte Erfolg bleibt bislang aus. Und somit bleibt auch der Lockdown, während die große Hoffnung auf den Corona-Impfungen liegt, die nach und nach eine Rückkehr zur Normalität ermöglichen sollen, wie echo24.de* berichtet.

Corona-Impfungen: Norwegen warnt vor Folgen für ältere, gebrechliche Patienten

Doch bei den Corona-Impfstoffen sorgt jetzt ein Nachricht aus Norwegen für Verunsicherung. Die norwegische Gesundheitsbehörde warnt laut der Nachrichtenagentur Bloomberg nämlich, dass die Covid-19-Impfstoffe für sehr alte und schwerkranke Menschen riskant sein könnten. Dabei handelt es sich nach Bloomberg-Einschätzung um die bisher vorsichtigste Aussage einer europäischen Gesundheitsbehörde, nachdem die Länder damit begonnen haben, die Nebenwirkungen der Corona-Impfstoffe im realen Einsatz zu bewerten.

Aus diesem Grund wurden in Norwegen die Richtlinien zur Impfung dieser Personengruppe – hochbetagte und schwerkranke Menschen – gegen Covid-19 geändert. Konkret geht es um die Nebenwirkungen der mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer* (Impfstoff Corminaty) und vom Covid-19 Vaccine von Moderna, die bislang in der EU zugelassen wurden. Für jüngere und fittere Menschen würden die Nebenwirkungen meist keine Gefahr darstellen, erklärte Steinar Madsen, medizinischer Direktor der Norwegischen Gesundheitsbehörde, laut dem Ärzteblatt.

Coronavirus: 23 schwerkranke Senioren in Norwegen nach Impfung gestorben

Hintergrund der Warnung ist eine Auswertung der Todesfälle in Norwegen. Nach Angaben der norwegischen Behörden sind 23 Senioren kurz nach Erhalt ihrer ersten Impfdosis gestorben. Sie alle waren aber älter als 75, hatten schwere Grunderkrankungen. Bei 13 Todesfällen wurde eine Autopsie durchgeführt.

Der Chef der Norwegischen Arzneimittelbehörde sagte laut der Tagesschau, es könnte nicht ausgeschlossen werden, dass Nebenwirkungen der Corona-Impfungen den Tod mitverursacht hätten. Die norwegischen Gesundheitsbehörden gaben aber wenig später laut Bloomberg an, dass es keinen direkten Zusammenhang zwischen den jüngsten Todesfällen bei älteren Menschen, die gegen Covid-19 geimpft wurden, und dem Impfstoff gibt.

Nebenwirkungen der mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna können Fieber, Übelkeit, Schmerzen an der Einstichstelle, Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen sein sowie Schüttelfrost und Abgeschlagenheit. Nach ihrer Corona-Impfung werden die Patienten stets für bis zu 30 Minuten beobachtet, um auf mögliche allergische Reaktionen reagieren zu können. Wie in Deutschland werden auch in Norwegen zurzeit vor allem ältere und pflegebedürftige Menschen gegen Corona geimpft.

Corona-Impfungen: Norwegen ändert Impf-Richtlinien für gebrechliche Menschen

Steinar Madsen von der norwegischen Gesundheitsbehörde teilte aber mit, man sei nicht alarmiert und auch nicht besorgt. Es handle sich um sehr seltene Vorfälle bei sehr gebrechlichen Patienten mit schwerer Grunderkrankung. Die vorkommenden Nebenwirkungen des Impfstoffes wie Fieber, Übelkeit und Durchfall hätten allenfalls die Zustände der Patientinnen und Patienten verschlechtert, wie auch wa.de* über die Entwarnung in Norwegen* berichtet. Die Ärzte in Norwegen wurden aufgefordert, mit den Corona-Impfungen weiterzumachen.

Trotzdem geht die norwegische Arzneibehörde jetzt auf Nummer sicher und rät jetzt zur Vorsicht bei sehr alten, kranken Menschen. Die üblichen Nebenwirkungen der Covid-19-Impfungen könnten bei diesen Personen mit Grunderkrankungen zu schweren Verläufen führen. Die geänderte Anweisung: Bei Patienten, auf die diese Merkmale zutreffen, soll durch die Ärzte in Zukunft eine individuelle Beurteilung stattfinden. Das betrifft das Gespräch über Risiken und Nutzen der Impfung mit den Patienten und Angehörigen.

Auch in Deutschland gibt es Menschen, die nach der Corona-Impfung gestorben sind. Das Paul-Ehrlich-Institut erklärte laut FAZ, aus dem zeitlichen Zusammenhang sei kein ursächlicher Zusammenhang abzuleiten. Es habe sich dabei um Patienten mit „gravierenden Grunderkrankungen“ gehandelt.

Todesfälle nach Corona-Impfungen in Norwegen – so reagieren Biontech und Pfizer

Wie die Tagesschau berichtet, nahmen vor der Zulassung des Biontech/Pfizer-Präparats rund 43.500 Menschen an der Studie teil. Dabei waren aber nur wenige der Probanden über 85 Jahre alt und auch kein Proband war akut erkrankt oder in instabilem Zustand. Nach einem Bericht der FAZ teilten Biontech und Pfizer mit, sie seien über die Vorfälle in Norwegen informiert worden und arbeiteten mit den dortigen Behörden zusammen. Die Unternehmen wiesen aber auch darauf hin, dass in Norwegen derzeit vor allem Menschen geimpft würden, die sehr alt und teilweise unheilbar krank seien. *echo24.de iund wa.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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