Nach RKI-Bericht zu „Unsicherheiten“

Impfzahlen höher als angegeben? Intensivmediziner fordern Umfrage – Lauterbach hat Vermutung

SPD-Politiker Karl Lauterbach gestikuliert im August 2021 bei einem Pressestatement mit Arbeitsminister Hubertus Heim bei einem Besuch im schwer vom Unwetter getroffenen Klinikum Leverkusen.
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Auch Karl Lauterbach (Archivbild) beschäftigt ein aktueller RKI-Bericht zur Corona-Impfquote in Deutschland.

Wie hoch ist die Impfquote in Deutschland wirklich? Auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält hier eine Fehleinschätzung für möglich. Intensivmediziner fordern nun verlässliche Zahlen. 

Berlin - Haben in Deutschland mehr Menschen eine Corona-Impfung* erhalten als angenommen? Das Robert-Koch-Institut (RKI)* hatte über eine Differenz zwischen offiziellen Meldezahlen und Umfrageangaben berichtet. Intensivmediziner fordern deshalb nun eine repräsentative Bevölkerungsumfrage.

„Das Impfen ist der entscheidende Erfolgsfaktor der Pandemie. Wir müssen alles dafür tun, das Vertrauen in die Impfkampagne zu stärken“, sagte Divi-Präsident Gernot Marx den Funke-Zeitungen vom Donnerstag.

Es sei deswegen wichtig, die vom RKI berichtete Differenz bei der Impfquote der unter 60-Jährigen schnell durch eine unabhängige und repräsentative Umfrage zu prüfen. „Verlässliche Zahlen sind die Basis für die Akzeptanz der Corona-Maßnahmen“, sagte Marx. Sollte die Impfquote in der Gruppe tatsächlich viel höher liegen als gemeldet, „hätten wir gerade mit Blick auf den Herbst eine viel entspanntere Lage“.

Corona in Deutschland: Lauterbach hält höhere Impfquote für denkbar

SPD*-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält es ebenfalls für möglich, dass die Impfquote in Deutschland* unterschätzt wird. Seine Beobachtung sei, dass sich die Impfzentren nicht mehr füllten, sagte Lauterbach den Funke-Zeitungen. „Das kann zwei Gründe haben, eine höhere Impfmüdigkeit oder dass die tatsächliche Impfquote höher ist als allgemein angenommen“, erklärte er. Beides sei möglich.

Eine aktuelle RKI-Befragung hatte ergeben, dass womöglich mehr Erwachsene in Deutschland mindestens einmal geimpft sind als bislang offiziell erfasst. Der Unterschied ist demnach in der Altersgruppe der 18-59-Jährigen besonders auffällig. Während bei der Umfrage 79 Prozent der Erwachsenen unter 60 Jahren angaben, mindestens einmal geimpft zu sein, waren es laut dem offiziellen Meldesystem nur 59 Prozent. Nach Einschätzung des RKI liegt die tatsächliche Impfquote vermutlich zwischen den beiden Werten.

RKI meldet neue Corona-Zahlen für Deutschland: Inzidenz steigt auf 27,6

Die bundesweite 7-Tage-Inzidenz* bei den Corona-Neuinfektionen hat sich laut RKI unterdessen von 25,1 auf 27,6 erhöht. Am Donnerstag vor einer Woche hatte der Wert noch bei 19,4 gelegen. Binnen 24 Stunden wurden demnach 5638 Neuinfektionen sowie 17 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus verzeichnet. Der Inzidenz-Wert steigt hierzulande steigt seit Wochen wieder kontinuierlich an.

Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Ansteckungen hierzulande erhöhte sich auf 3.805.063. Die Gesamtzahl der Corona-Todesfälle gab das RKI mit 91.834 an, die Zahl der Genesenen mit rund 3.673.700. (AFP/dpa/frs) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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