Pressekonferenz

Noch vor dem Corona-Gipfel: Krisenstab äußert sich zur Lage in Niedersachsen

Corona in Niedersachsen: Live-Ticker - Krisenstab berichtet über aktuelle Siatuation
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Noch vor dem für Dienstag (19.01.2021) angesetztem Corona-Gipfel von Bund und Ländern berichtet der Krisenstab Niedersachsen über die aktuelle Corona-Lage im Bundesland. Ministerpräsident Stephan Weil befürwortet eine Homeoffice-Pflicht. (Archivbild)

Eine Stunde vor dem Bund-Ländergipfel hält der Corona-Krisenstab der Landesregierung Niedersachsen eine Pressekonferenz ab. Alle Informationen im Ticker.

  • Der Corona*-Krisenstab der Landesregierung Niedersachsen hat am Dienstag (19.01.2021) eine Pressekonferenz abgehalten.
  • Es wurde über die aktuelle Corona-Lage und den Stand der Corona-Impfungen informiert.
  • Darüber hinaus wurde eine Vorschau auf mögliche Themen des Corona-Gipfels gegeben.

Update vom Mittwoch, 20.01.2021, 7 Uhr: Am Dienstag (19.01.2021) wurde vom Krisenstab der Landesregierung von Niedersachsen eine Pressekonferenz abgehalten.

Diese sollte den Stand der Dinge und mögliche weitere Maßnahmen vor dem Corona-Gipfel darlegen. Hier gibt es noch einmal alle Informationen in der Übersicht:

  • Trotz langsam sinkender Neuinfektionen sind am Dienstag über 600 Neuinfektionen in Niedersachsen bestätigt worden. „Die Lage ist nach wie vor ernst“, sagt Claudia Schröder, die stellvertretende Leiterin des Corona-Krisenstabs.
  • Die Krankenhäuser in Niedersachsen sind auf „einem hohen Niveau“ ausgelastet. Unter den Patienten befinden sich auch Kinder mit schweren Corona-Erkrankungen. Die über 80-Jährigen sind allerdings in Gruppe der Schwerkranken überrepräsentiert.
  • Trotz der Lieferengpässe des Impfstoffes sind die Zweitimpfungen für bereits einmal geimpfte Menschen in Niedersachsen fristgerecht sichergestellt.
  • In Niedersachsen wurden bisher 95.044 Impfungen durchgeführt. Davon knapp über 40.000 Bewohner in Altenheimen. Das entspricht der Hälfte aller Altenheimbewohner in Niedersachsen. 45.000 Beschäftigte in den Altenheimen wurden geimpft. Das entspricht etwas weniger als der Hälfte der Beschäftigten in Niedersachsen.
  • Biontech wird bei den Lieferungen in der letzten Januarwoche und den ersten beiden Februarwochen insgesamt ungefähr 40 Prozent weniger Impfstoff liefern als vorab angekündigt. Grund ist eine Produktionsumstellung wegen Qualitätsproblemen.
  • Ab dem 15.02.2021 will Biontech bei den Lieferungen wieder die ursprünglich Menge an Niedersachsen liefern.
  • Durch die Impfstoff-Engpässe wird die vollständige Durchimpfung aller Altenheime in Niedersachsen ausgebremst. Ursprünglich sollten alle Bewohner und Beschäftigte bis Ende Januar geimpft sein. Ob der ursprüngliche Zeitplan ab dem 15.02.2021 wieder eingeholt wird, ist nicht sicher.
  • Ab dem 28.01.2021 wird Terminvergabe für die Impfung von Menschen über 80 Jahre beginnen. Dann wird die Terminvergabe über das Webportal und die Hotline möglich sein.
  • Aufgrund der Lieferengpässe des Impfstoffes werden nicht wie geplant in allen Impfzentren die Impfungen bereits am 01.02.2021 starten können. Einige Impfzentren werden ein bis zwei Tage warten müssen.
  • Bei der Terminvergabe werden Termine für Erst- und Zweitimpfung vergeben. Die Terminvergabe erfolgt nur, wenn die Impfdosis für die Zweitimpfung sichergestellt ist.
  • Ist aufgrund von Mangel an Impfstoff, Zeit oder Personal im Impfzentrum kein Termin frei, werden die berechtigten Personen auf eine Warteliste gesetzt. Dazu genügt ein Anruf oder eine Anmeldung im Webportal. Es muss nicht jede Woche ein neuer Termin ausgemacht werden.
  • Ein großer Teil der Landesregierung hat auf Home-Office umgestellt. Es gibt noch keine endgültigen Zahlen zu der Quote. Es gibt allerdings große Unterschiede zwischen den Ministerien. So sind in der Staatskanzlei, im Ministerium für Regionales und Europaangelegenheiten und im Umweltministerium über 80 Prozent im Home-Office. Im Innenministerium sind es dagegen nur 22 Prozent.
  • Die Landesregierung setzt sich für eine verpflichtende Home-Office-Regelung ein. Die Grundlage soll allerdings ein Bundesgesetz sein.
  • Durch die Home-Office-Pflicht soll die Verbreitung des sich besonders schnell verbreitenden Großbritannien-Mutagens verlangsamt werden.
  • Ob die Großbritannien-Mutante tatsächlich ansteckender für junge Menschen ist, konnte noch nicht wissenschaftlich bestätigt werden.

Die Pressekonferenz des Corona-Krisenstabs in Niedersachsen ist beendet

+++Ticker aktualisieren+++

+++14.03: Schröder: Es gibt Erkenntnisse, dass die Großbritannien-Mutante tatsächlich mehr junge Menschen infiziert. Die hohen Zahlen unter junge Menschen könnten allerdings auch aufgrund der schlimmen Corona-Lage in Großbritannien entstehen. Geklärt ist allerdings, dass sich diese Mutante schneller verbreitet. Pörksen: Die Daten sagen nicht klar aus, ob es am Alter liegt oder am Lockdown. Schröder: Niedersachsen will die Sequenzierung vorantreiben, um Mutationen zu erkennen. Die Ausstattung der Labore muss noch aufgestockt werden. Die Größe der Stichproben ist noch nicht klar.

+++14.01 Uhr: Frage: Gibt es personellen Kapazitäten, um Rückfragen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern zum Home-Office beantworten zu können? Anke Pörksen glaubt nicht, dass dies ein so großes Problem bei der Umsetzung sein wird.

+++13.58 Uhr: Experten fordern verschärften Lockdown: Die Landesregierung hat in vertraulichen Gespräch diese Argumente gehört. Anke Pörksen will die Frage, ob die Landesregierung weiterhin gegen verschärfte Maßnahmen ist, nicht beantworten. „Niedersachsen ist sich der Ernst der Lage bewusst“

+++13.50 Uhr: Schätzungen zur Home-Office-Quote in der Wirtschaft gibt es nicht. Anke Pörksen erklärt: Es gibt oft Zuschriften von Bürgern, dass Menschen immer noch in Großraumbüros arbeiten und keinen Sinn darin sehen. Datenschutz und digitale Sicherheit des Systeme sowie die Funktionsweise der Verwaltungseinrichtungen spielen sowohl in der Wirtschaft und in staatlichen Institutionen eine Rolle. Aber es werde erwartet, dass alle überprüfen, was möglich ist. Die Landesregierung setzt sich für eine Home-Office-Pflicht ein, um die Ausbreitung von gefährlichen Mutationen des Coronavirus zu verlangsamen. Das wäre aber vermutlich auf der Basis eines Bundesgesetzes geregelt.

+++13.46 Uhr: Schätzungen zu der Anzahl der Arbeitnehmer des Labdes im Home-Office: Die Erhebungen laufen zur Zeit. Vorläufige Zahl: Staatskanzlei 88 Prozent, Ministerium für Regionales und Europaangelegenheiten 99 Prozent, Finanzministerium 22 Prozent aufgrund von technischen Schwierigkeiten, Ministerium für Inneres und Sport ohne Polizei 76 Prozent, Justizministerium 33 Prozent wegen der vielen Richter, Kultusministerium 48 Prozent, Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft 55 Prozent, Umweltministerium 85 Prozent, Wirtschaftsministerium 70 Prozent, Datenschutzbeauftrage 90 Prozent, Landesrechnungshof 100 Prozent.

+++13.42 Uhr: Terminvergabe per Hotline: Schröder glaub nicht an ein Chaos ab dem 28. Januar. Die Anzahl der Hotline -Mitarbeiter soll demnächst auf 200 wachsen. Es soll ein kleines Gespräch geben und üblicherweise auch jeweils ein Termin für die Erst- und Zweitimpfung vergeben werden. Falls es nicht genug Impfstoff gibt, oder alle Termine in einem Zeitslot vergeben sind, werden die Anrufer auf Warteliste gesetzt. Es muss nicht jede Woche nochmal angerufen werden.

+++13.39 Uhr: Frage zu fünf statt sechs Flakons in den Päckchen von Biontech. Schröder sagt, dass sei in den Berechnungen der Landesregierung schon eingerechnet. Ab dieser Woche will Biotech garantierten, dass sechs Impfdosen aus einer Vial entnommen werden können.

+++13.36 Uhr: Frage zur Qualitätsproblemen von Biontech und die Umstellung des Produktionsprozesses: Schröder erläutert die Komplexität der Herstellung. Biontech sei auch eher ein forschendes Unternehmen, dass jetzt auf einmal auf Industrielevel produziert muss. Daher seien Fehler nicht auszuschließen. Vor allem, da die Planungen für immer mehr Produktionsstandorte gerade laufen. Die Zusicherung für Liefermengen seien bei Biontech unter der Prämisse erfolgt, dass alles perfekt läuft. Kleineste Störungen führen daher zu großen Verspätungen.

+++13.33 Uhr: Frage nach weniger Arbeit in den Impfzentren: Schröder glaubt nicht, dass die Mitarbeiter nur rumsitzen wegen weniger Impfstoff. Auch die Ehrenamtler und Honorarkräfte werden jetzt aufgrund der Umstellung des Impfplanes noch mehr zu tun haben. Freiberufliche Ärzte werden über Honorarverträge vergütet.

+++13.29 Uhr: Bis Anfang Februar sollten 63.000 Impfdosen von Biontech geliefert werden. Damit sollten alle Altenheime bis Anfang Februar geimpft werden. Davon fehlen jetzt 40 Prozent. Ob alle Heime bis zum 15. Februar durchgeimpft werden können, ist noch unklar.

+++13.26 Uhr: Schon jetzt impfen die Impfzentren Menschen aus gefährdeten Personengruppen. Es ist laut Schröder noch nicht sicher, wann die nachfolgenden Personengruppen Erstimpfungen erhalten werden können. Da sich die insgesamt im Januar und Februar gelieferte Impfstoffmenge von Biontech um insgesamt 40 Prozent reduziert, werden die bestehenden Bestände neu verteilt.

+++13.19 Uhr: Die Verteilung der Impfstoffe an die Impfzentren erfolgt auf Basis eines Verteilschlüssels. Dieser basiert auf die Menge von alten Menschen. Große Städte erhalten daher nicht automatisch schneller oder mehr Impfstoffe, sagt Schröder. Sie weist nochmal darauf hin, dass die Lieferung für die Zweitimpfung sichergestellt ist.

+++13.16 Uhr: Ab dem 28. Januar wird die Terminvergabe für die Impfzentren gestartet für über 80-Jährige. Allerdings können die Zentren aufgrund der mangelnden Impfdosen nicht gleich Anfang Februar mit dem Impfen beginnen. Welche Impfzentren wann das nächste Mal Impfstoff geliefert bekommen, wird noch erarbeitet. Das Internetportal zur Terminvergabe wird ab dem 28. Januar freigeschaltet.

+++13.15 Uhr: Zurück zu Biontech: Durch die Verringerte Impfstoff-Menge geht das Impfen in den Altenheimen langsamer voran. Bisher wurden über 40.000 Bewohner und über 45.000 Mitarbeiter geimpft. Das macht fast die Hälfte der Bewohner von Altenheimen haben eine Erstimpfung erhalten. Etwas weniger als die Hälfte der Beschäftigten wurde geimpft.

+++13.11 Uhr: Anfang Februar könnte ein neuer Impfstoff von Astrazeneca das Genehmigungsverfahren der EU durchlaufen haben. Es sei allerdings nicht bekannt, ob das Unternehmen bereits Impfstoff vorproduziert habe.

+++13.08 Uhr: Als Gründe für die Verspätung gibt Schröder an, dass Biontech Probleme bei der Qualitätssicherung habe. Es werde jetzt die Produktion umgestellt. Daher gibt es zunächst eine Reduktion der Lieferungen. Bis zum 15. Februar will Biontech wieder die ursprünglich versprochen Menge liefern.

+++13:05 Uhr „Bei dem Impfen kommen wir gut voran.“ 95.044 Impfungen durchgeführt. Das ist die Hälfte des Impfstoffes in Niedersachsen. Heute soll eine neue Lieferung des Impfstoffes kommen. Ab nächster Woche werden die Impfungen allerdings einbrechen. Es wird voraussichtlich 40 Prozent weniger Impfstoff im Januar/Februar ausgeliefert als angekündigt. Das heißt, es können weniger Menschen geimpft werden. Es werden allerdings alle mit einer Erstimpfung eine Zweitimpfung erhalten.

+++13.10 Uhr: Über 600 Neuinfektionen. „Die Lage ist nach wie vor ernst“, sagt Schröder. Trotz kleinerem Rückgang der Neuinfektionen. Die Krankenhäuser sind ausgelastet auf einem hohen Niveau. Auch mehrere Kinder werden stationär behandelt. Alte sind allerdings überrepräsentiert.

+++13.00 Uhr: Die Pressekonferenz beginnt. Die stellvertretende Leiterin des Corona-Krisenstabs, Claudia Schröder, erläutert die aktuellen Corona-Zahlen.

Pressekonferenz des Corona-Krisenstabs im Liveticker: Niedersachsen hat klare Positionen zu Lockdown

Erstmeldung vom Dienstag,19.01.2021, um 12.33 Uhr: Hannover - Bund und Länder kommen am Dienstag, 19.01.2021, um 14 Uhr zu einem Krisengipfel zum Thema Corona-Pandemie in Deutschland zusammen. Nur eine Stunde vorher, um 13 Uhr, informiert der Corona-Krisenstab der niedersächsischen Landesregierung auf einer Pressekonferenz zur Corona-Lage im Bundesland.

In dem Briefing will der Krisenstab über die Entwicklung der Fallzahlen und den Stand der Impfkampagne in Niedersachsen informieren. Voraussichtlich werden die stellvertretende Leiterin des Corona-Krisenstabs, Claudia Schröder, und Regierungssprecherin Anke Pörksen nicht über Ergebnisse oder Beschlüsse zum Bund-Länder-Gipfel sprechen.

Corona in Niedersachsen: Unklarheit wegen Virus-Impfung

In Niedersachsen ist die Corona-Lage angespannt. Bislang haben sich in Niedersachsen insgesamt  129.922 Personen mit Corona infiziert (Stand: 19.01.2021). 2727 Patienten sind bislang verstorben. Die Lage würde sich allerdings „auf hohen Niveau“ stabilisieren, sagte der Leiter des Corona-Krisenstabs der Landesregierung, Staatssekretär Heiger Scholz am Montag. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 102,3.

Unklarheit herrscht dagegen bei der Corona-Impfung. Die Impfungen sind in Niedersachsen zwar angelaufen, doch ist die Versorgungslage mit Impfstoffen nicht sicher. „Wir wissen noch nicht, wann wir mit wie viel rechnen können“, sagte Scholz. Es ist anzunehmen, dass auf der Pressekonferenz eine Erklärung zu diesen Themen abgegeben wird.

Pressekonferenz des Corona-Krisenstabs Niedersachsen im Liveticker: Weil ist gegen härteren Lockdown

Mit Blick auf die sich verschlechternde Wirtschaftliche Lage, hatte sich Stephan Weil, Ministerpräsident von Niedersachsen, im Vorfeld des Bund-Länder-Gipfels gegen eine Verschärfung der geltenden Corona-Maßnahmen ausgesprochen. Ein verlängerter Lockdown mit den bisher bestehenden Regeln bis Mitte Februar findet dagegen die Unterstützung der Landesregierung, berichtete die dpa.

Nachgewiesene Corona-Infektionen (19.01.2021)129.922 (+598)
Verstorbene Personen2727 (+83)
Geschätzte genesene Personen107.190 (+976)
7-Tage-Inzidenz102,3
Quelle: Land Niedersachsen

Eine Absage erteilte die Landesregierung auch Überlegungen für nächtliche Ausgangssperren oder die Verpflichtung zur Nutzung von FFP2-Masken, wie sie seit Montag, 18.01.2021, in Bayern besteht. Allerdings kann sich Niedersachsens Landesregierung verpflichtende OP-Masken im ÖPNV vorstellen. Sie fordert außerdem eine verbindliche Regelung zum Homeoffice. (Philipp Zettler) *hna.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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