Bald in Deutschland?

Corona-Impfstoff: Deutschlands Impf-Chef lobt „Sputnik V“ und erklärt entscheidenden Unterschied zu Astra

Die internationale Nachfrage nach Sputnik V ist gewaltig. Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA prüft noch die Zulassung von Sputnik V. Nun prescht der Stiko-Chef vor.

Berlin - Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko) hat den russischen Corona-Impfstoff Sputnik V gelobt. „Das ist ein guter Impfstoff, der vermutlich auch irgendwann in der EU zugelassen wird. Die russischen Forscher sind sehr erfahren mit Impfungen. Sputnik V ist clever gebaut“, sagte Thomas Mertens der Rheinischen Post.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA prüft die Zulassung von Sputnik V noch. In der EU sind bisher die Vakzine der drei Hersteller Pfizer/Biontech, Moderna und AstraZeneca* zugelassen. Am 11. März will die EMA voraussichtlich auch die Zulassung des Impfstoffes des US-Herstellers Johnson&Johnson empfehlen.

Daneben erläuterte Mertens den entscheidenden Unterschied zwischen Sputnik V und dem Mittel von AstraZeneca: „Wie bei Astrazeneca handelt es sich um einen Vektorimpfstoff, der auf einem Adenovirus basiert. Aber anders als bei Astrazeneca verwendet er zwei unterschiedliche Vektorviren für die erste und zweite Dosis. Das ist sehr klug, denn dadurch kann er potenziell auftretende Wirksamkeitsverluste durch Immunantworten gegen die Vektoren verhindern“, so Mertens in dem Interview.

Stiko-Chef gibt Prognose zur Corona-Pandemie ab

Mertens wollte keine Prognose abgeben, wann alle, die das wollen, in Deutschland geimpft sind. „Ungerne“, sagte er auf eine entsprechende Frage. „Ich hoffe zumindest darauf, dass wir die Lage bis Herbst so weit im Griff haben, dass der Effekt der Impfungen deutlich sichtbar wird“, sagte der Stiko-Chef. Schon jetzt sei ein massiver Abfall von schweren Erkrankungen und Todesfällen in den Alten- und Pflegeheimen festzustellen. Länder verstoßen „schon lange“ gegen Corona-Prioritäts-Liste, berichtet Merkur.de*.

Sputnik V: Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA prüft die Zulassung von noch.

Mertens zeigte sich zudem „sicher“, dass es auch bald Corona-Impfstoff für Kinder geben werde. Derzeit untersuchten die Hersteller in Studien, wie ihre Mittel bei Kindern wirkten. Bei einer zeitlichen Prognose blieb der Stiko-Chef vorsichtig. „Ich bin mir nicht sicher, ob das dieses Jahr noch etwas wird“, sagte er. „Vielleicht können wir Ende des Jahres mit der Impfung der Kinder beginnen.“ Hier finden Sie unseren News-Ticker zum Thema Corona in Deutschland.

Der Chef der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, sah Mitte Februar keinen Grund dafür, Lehrer:innen und Erzieher:innen bevorzugt zu impfen*. dpa *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Pavel Korolyov/afp

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