Heftiger Eklat

Corona-Gipfel: Söder bekennt sich zu Lockerungen auch für Bayern - warnt aber vor neuem Oster-Lockdown

Was für ein Corona-Gipfel-Tag, der da hinter uns liegt. Alle Eskalationen sowie alle wichtigen Ergebnisse für Bayern im Ticker zum Nachlesen. Alle News im Ticker.

  • Bis 23.34 Uhr dauerte der Video-Gipfel mit Merkel* und den Länderchefs über das weitere Vorgehen in der Corona*-Krise.
  • Die Stimmung beim Gipfel eskalierte am Ende. Söder ist regelrecht über Olaf Scholz hergefallen (Update vom 3. März, 22.53 Uhr).
  • Markus Söder warnte vor einem neuen Lockdown zu Ostern (siehe Update vom 4. März, 0.39 Uhr).

+++ Dieser News-Ticker ist beendet. Die Fortsetzung finden Sie hier.+++

Update vom 4. März, 6.33 Uhr: Am Mittwoch tagten Bund und Länder über Stunden zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie. Am Ende wurde der Lockdown verlängert - mit einigen Lockerungen. Angesichts der mutigen Öffnungsschritte hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder zur Vorsicht gemahnt. „Wahr ist, was hier beschlossen wurde, sind schon sehr große Schritte“, sagte der CSU-Chef in der Nacht zum Donnerstag nach der Bund-Länder-Runde in Berlin. Der März werde ein Übergangsmonat. „Es kann sich zum Guten, aber auch zum Schlechten entwickeln“, so Söder.

Bereits am Donnerstag (4. März) könnte das bayerische Kabinett die in Berlin beschlossenen Maßnahmen - darunter ein Stufenplan zur Öffnung des gesellschaftlichen Lebens - umsetzen.

Beim gestrigen Corona-Gipfel soll CSU-Chef Söder mit Bundesfinanzminister Olaf Scholz aneinander geraten sein. „Sie sind nicht der König von Deutschland“, soll Bayerns Ministerpräsident gesagt haben.*

Corona-Gipfel: Kanzlerin und Länderchefs beschließen Öffnungsplan

0.39 Uhr: Die Pressekonferenz ist beendet. Dieser Ticker damit für den heutigen Tag auch. Zusammenfassend: Alle Bundesländer, auch Bayern, haben sich zu diesem langfristigen Öffnungsplan bekannt. Je weiter die Inzidenzen sinken, desto mehr kann geöffnet werden. Steigt sie wieder über 100, greift die Notbremse und ein neuer, dann eventuell regionaler Lockdown kommt umgehend.

Söder hat schon klargemacht, dass er die vereinbarten Lockerungen für Bayern prinzipiell mitgehen wird. Zentral: Private Treffen sind bald wieder zu fünft erlaubt (wobei man da Kinder unter 14 nicht mitzählen muss) und zwei Haushalte, bei einer Inzidenz unter 35 stellt Söder sogar drei Haushalte in Aussicht. Hier nochmal das Papier, das unter anderen Ramelow und Berlins Regierender Bürgermeister Müller mehrmals heute Abend hochgehalten haben und auf das sich alle auch verständigen konnten. Die Version ist nicht mehr ganz aktuell. Die Fraktion Lockerer (im Gegensatz zum Team Vorsicht) hat sich in einem Punkt durchgesetzt. Überall wo die Inzidenz 35 steh, können Sie die Zahl gedanklich mit 50 ersetzen:

Auf eine ähnliche Grafik haben sich grundsätzlich alle Länder geeinigt, mit einer Änderung, die hier nicht mehr eingezeichnet ist: Der Inzidenzwert 35 wurde durch 50 ersetzt. Wie genau Bayern diesem Fahrplan folgen wird, erfahren wir morgen nach der Kabinettssitzung.

Corona-Gipfel: Söder bekennt sich zu Lockerungen auch für Bayern - warnt aber vor neuem Oster-Lockdown

„Wir haben die zweite Welle besiegt, und die dritte Welle rollt“, sagte Söder außerdem. Die Gefahr und Dimension der dritten Welle hänge von jedem Einzelnen ab. „Deshalb müssen wir sehr aufpassen, dass wir nicht unbedacht in den nächsten großen Lockdown kommen. Wenn viele über Ostern reden, dann haben wir Ostern entweder eine schöne Zeit oder vielleicht den nächsten Lockdown.“ Deshalb habe man jetzt „einen Dreiklang aus Vorsicht, Vertrauen und Verantwortung“ beschlossen. Eine besondere Kontaktregelung für Ostern wurde nicht beschlossen. 

Corona-Gipfel: Söder kommentiert Auseinandersetzung mit Scholz

0.20 Uhr: Ob Söder mal seine Auseinandersetzung mit Scholz kommentieren kann? Söder: „Die MPK ist eigentliche eine geschlossene Sitzung, mittlerweile ja leider eher eine öffentliche Veranstaltung. Wir können sie in Zukunft auch live streamen. Ich könnte mir gut vorstellen, dass sie dann deutlich kürzer wird. Ich schätze Herrn Scholz grundsätzlich. Er hatte ein sehr pointiertes Auftreten, ich habe darauf geantwortet. Wir hatten eine Auseinandersetzung. Haben aber danach auch wieder miteinander geredet. Jetzt ist wieder alles gut.“

0.15 Uhr: Jetzt sind wir bei den Journalistenfragen gelandet. Gibt‘s besondere Lockerungen an Ostern? Merkel: Erstmal nein, ab 35 sowieso.

Die Pressekonferenz nach dem Corona-Gipfel im Relive

0.14 Uhr: Interessantes Detail aus Bayern. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat vor Kurzem entschieden, dass Pflegekräfte in Altenheimen nicht zu einem Corona-Test gezwungen werden können. Bayern hat zusätzlich zu Schnelltests auch Selbsttests bestellt. Aber Söder warnt: Dass jeder sich immer testen lassen kann, auch um mögliche Freiheiten wahrzunehmen, „das übersteigt derzeit die Kapazitäten“.

0.11 Uhr: „Wir hoffen sehr, dass der März ein Chancenmonat wird“, schließt Söder. Er hoffe sehr, „dass ein neuer Lockdown verhindert wird“. Diese Sorge bei ihm scheint wirklich groß zu sein. „Ich glaube aber, wir haben die richtige Balance heute gefunden.“

0.07 Uhr: Thema Kontaktbeschränkungen scheint auch für Bayern Gültigkeit zu haben. Söder: „Es gibt jetzt wieder fünf Personen und zwei Haushalte, wobei Kinder wieder unter 14 ausgenommen sind.“ Ab einer Inzidenz unter 35 seien sogar drei Haushalte möglich.

0.05 Uhr: Erwartungsgemäß lobt Söder seine Punktsiege. Vor allem die, dass Hausärzte auch mit impfen dürfen. „Zusätzlich zum Hochfahren des Systems der Impfzentren.“

0.01 Uhr am 4. März: Nun endlich, pünktlich zum Tageswechsel spricht der bayerische Ministerpräsident. „Der Verstand mahnt eindeutig zur Vorsicht“, sagt er. Auch, wenn die Sonne und der Frühling andere Gefühle aufkommen lassen. Der nächste Lockdown drohe am Horizont. „Deswegen dieser Dreiklang aus Vorsicht, Vertrauen und Verantwortung.“

23.55 Uhr: Berlins Regierender Bürgermeister Müller sagt einen Satz, der hängen bleibt: „Wir haben tausende Leben mit diesem Lockdown gerettet.“ Gleichzeitig seien jetzt Lockerungen wichtig. Wie zuvor Ramelow hält er die Öffnungs-Grafik aus dem Kanzleramt hoch. Anhand dessen könne sich jeder Bürger in seinem persönlichen Lebensumfeld orientieren, wie es weiter geht. „Ich glaube das war heute eine sehr wichtige Konferenz. Wir können sehr klar vermitteln heute, wie die Perspektive aussieht. Man kann sich darauf einstellen, was als nächstes kommt, man ist aber auch gefordert.“

Update vom 3. März, 23.52 Uhr: „Es soll sich lohnen, sich anzustrengen“, sagt Merkel. Deshalb stellt sie auch weitere Lockerungen bei den Kontaktbeschränkungen in Aussicht, sollte die Inzidenz regional unter 35 fallen. Der Fahrplan ist somit klar: Immer weitere Lockerungen: Ja gerne, aber nur, wenn die Inzidenzen weiter sinken oder zumindest stabil bleiben. Gleichzeitig gibt es eine Notbremse, sobald die Inzidenzgrenze 100 wieder überschritten wird. Dann werden alle Lockerungen zurückgedreht.

Update vom 3. März, 23.44 Uhr: Auch relevant für Bayern: Der Bund will einen Corona-Test pro Woche für jeden Bundesbürger bezahlen. Dann kommt Merkel zu den Inzidenzen: Frühestens am 22. März könnte demnach die Außengastronomie, Theater und Kinos (nur mit Schnelltests) bei einem Inzidenzwert unter 50 öffnen. Das alles nur, wenn die Inzidenzzahlen stabil oder sinkend sind übrigens.

Update vom 3. März, 23.41 Uhr: Nun nennt Merkel die unterschiedlichen Ergebnisse, wie sie schon im Laufe des sehr langen Abends durchgesickert waren. Mehr und schneller, ja, so schnell wie möglich soll in Zukunft geimpft werden, weniger Impfstoff zurückgehalten und die Abstände zwischen erster und zweiter Impfung so weit wie möglich ausgedehnt werden.

Update vom 3. März, 23.35 Uhr: Der Gipfel ist endlich vorbei. Die Pressekonferenz hat begonnen. Live im Video oben mitzuverfolgen. Hier schriftlich kommen nur die für Bayern relevanten News. Aktuell spricht Merkel und sagt das, was sie schon zu Beginn der Gipfelschalte gesagt hat: „Der Frühling wird ein anderer sein als 2020.“ Auf den Satz hat sie sich jetzt offenbar seit Stunden mit den Ministerpräsidenten gefreut.

Corona-Gipfel: Nerven liegen blank - Söder fällt über Scholz her - Ramelow geht früher

Update vom 3. März, 22.53 Uhr: Die Nerven liegen indessen offenbar blank bei der Gipfel-Videoschalte. Markus Söder ist nach Merkur.de-Informationen im Ton nochmal unfreundlicher geworden. „Ich weiß nicht, was Sie getrunken haben“, hat der CSU-Chef zu Vize-Kanzler Olaf Scholz (SPD) gesagt, „Sie sind hier nicht Kanzler!“ Eine bis dato wohl nie dagewesene verbale Eskalationsstufe. Thema war da die Härtefallfonds bei den Corona-Finanzhilfen. Die Pressekonferenz mit Ramelow war indessen tatsächlich während laufendem Gipfel. „Weil ich die Journalisten nicht warten lassen wollte.“ Ramelow plaudert also entspannt mit der Presse über den Gipfel, während Vielleicht-Kanzlerkandidat Söder über Kanzlerkandidat Scholz herfällt. Hut ab! Eine wichtige Info auch für Bayern vom heimlichen Sieger des Abends aus Thüringen: Die 100-Inzidenz ist offenbar laut Gipfelbeschluss die magische Grenze. Wenn die Inzidenz eines Bundeslands die 100 überschreitet, muss drastisch reagiert werden. Darauf haben sich offensichtlich alle Ministerpräsidentinnen und Präsidenten verständigt.

Update vom 3. März, 22.40 Uhr: Bodo Ramelow gibt ein Statement vor laufenden Kameras ab und erklärt eine eigene Teststrategie für Thüringen. Macht nur er Pause oder geht der Gipfel zu Ende? Das wissen wir aktuell nicht. Was wir wissen: Auch Bayern will eine eigene Teststrategie angreifen. Das sagte der bayerische Gesundheitsminsiter Klaus Holetschek beim BR. „Wir tun alles, dass wir Selbsttests bestellen und dieses System von Bayern aus nach vorne bringen.“ Auf den Bund will er da nicht mehr warten. Ramelow spricht indessen von der Zahl 100 als Kernmarke. Sehr spannend, was Söder daraus macht gleich. Während Ramelows Statement geht ein Herr mit Maske vor dem Pressetisch in Berlin vorbei und schüttelt mit dem Kopf. Wir warten weiter.

Update vom 3. März, 22.24 Uhr: Wer sich wundert, dass hier so lange nichts Neues kam, auch wir haben alle gewartet, dass die Damen und Herren wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren. Und offenbar haben sie das inzwischen. Nach unseren Informationen mit folgendem Kompromissvorschlag: Die 35 ist vom Tisch. Die 50er-Inzidenz-Marke soll entscheidend sein für weitreichende Lockerungen. Darunter darf der Handel öffnen. Museen und kontaktfreier Sport werden wieder möglich. In den nächsten Wochen gäbe es demnach auch Perspektiven für Theater und Kinos, wenn die Inzidenz regional unter 50 bleibt. Sieg für die Lockerer - Niederlage fürs Team Vorsicht um Söder und Merkel. Ob sich Söder daran für seine Bayern-Regeln hält, bleibt freilich abzuwarten.

Update vom 3. März, 21.09 Uhr: Wegen Überhitzung unterbrochen. Die Deutsche Presseagentur meldet, dass der Gipfel eine Pause einlegt. Offenbar ist der Lockerungsstreit eskaliert. Wie viel Söder dafür kann, sei dahingestellt. Besonders deeskalierend scheint er bisher heute jedenfalls nicht aufgetreten zu sein. Zeit für eine weitere Zwischenbilanz aus Bayern-Perspektive. Dass der Lockdown prinzipiell verlängert wird bis 28. März, kam wohl für niemandem im Freistaat überraschend. Dass Hausärzte ab Ostern selber impfen dürfen, ist ein klarer Punkt für Söder. Die Lockerung der Kontaktbeschränkung auf fünf Personen und zwei Hausstände dürfte wohl auch in Bayern ein sehr vorsichtiger Söder sich nicht verhindern trauen. Das Zuckerl geöffnete Gartencenter und Blumenläden ist in Bayern keins, weil die haben ja eh schon offen.

Corona-Gipfel als Gradmesser für Bayern-Weg? Morgen Kabinettssitzung mit Söder

Update vom 3. März, 21.03 Uhr: Söders Haltung bei der aktuell laufenden Lockerungs-Diskussion lässt schon eine Tendenz für die Bayern-Beschlüsse nach der morgigen Kabinettssitzung (auch die gibt‘s freilich an dieser Stelle live) erahnen. Nach Bild-Informationen kämpft Söder wie ein bayerischer Löwe für die Einhaltung der selbst gesetzten Inzidenz-Grenzen für Öffnungen. Also bei einer Inzidenz von 35 freizügiges Öffnen und Lockern. Ab 50 bei Geschäften nur Click&Meet und ab hundert wieder alles zu. Söder soll zudem auch Unionskollege Jens Spahn scharf angegriffen haben. Da werde über Lockerungen geredet, obwohl die dafür notwendigen Instrumente Impfen und Testen gar nicht zur Verfügung stünden.

Corona-Gipfel: Söder provoziert mit flammendem Plädoyer gegen Lockerungen

Update vom 3. März, 20.32 Uhr: Die Gipfel-Teilnehmer sind endlich beim Thema Lockerungen angekommen und Markus Söder gibt auch hier wieder den Ton an. Der wirbt nach Informationen aus Gipfelkreisen von Merkur.de* gerade eindringlich dafür, nicht zu viel zu lockern. „Bei jedem von uns kämpfen Gefühl und Verstand einen harten Kampf“. Und weiter: Jeder merke auch den Druck - aber der Verstand sage eindeutig, bei steigenden Zahlen zu öffnen, brauche eigentlich Begleitinstrumentarien wie Impfen und Testen - die stehen aber noch nicht ganz zur Verfügung. Söder rät, die Inzidenz-Grenzen streng zu halten. „Jeder, der ohne Inzidenzen öffnet, riskiert einen neuen Lockdown. Die Inzidenzen holen uns alle ein.“

Und davon sind bereits einige durchgesickert. So soll die Kontaktbeschränkung auf fünf Personen und zwei Haushalte erweitert werden, wobei Paare als Haushalt gelten. Ferner gibt‘s vielleicht doch eine Teilöffnung für den Tourismus mit offenen Ferienwohnungen und Campingplätzen bei einer Inzidenz unter 100. Ob da Bayern überall mitmacht, darf zumindest angezweifelt werden. Markus Söder hat jedenfalls bereits für morgen Vormittag eine Kabinettssitzung anberaumt.

Update vom 3. März, 19.33 Uhr: Die Gipfel-Teilnehmer überziehen ja bereits hoffnungslos. Für uns etwas Zeit, eine Zwischenbilanz aus bayerischer Sicht zu ziehen. Nach unseren Informationen haben sich die Ministerpräsidenten auf einen mutigeren Umgang mit den Impfdosen verständigt. Es gibt nun Konsens darüber, dass die Spanne zwischen Erst- und Zweitimpfung ausgereizt werden soll bei allen Impfstoffen. Es sollen weniger Dosen als Reserve zurückgehalten werden. AstraZeneca wird zudem in Kürze auch für über 65-Jährige empfohlen. Eine gute Nachricht für alle Impfhungrigen. Zuvor gab‘s heftig Zoff. Spahn soll sich darüber echauffiert haben, dass die Länder so viel Impfstoff für die zweite Dosis zurückhalten. Das kam nicht gut an bei den Landesfürsten. Auch nicht die mangelhafte Erklärung von Spahn zur völlig schief gelaufenen Schnelltest-Offensive. Dafür hat sich Söder in einem Punkt durchgesetzt: Astrazeneca soll schon ab Ende März von Hausärzten verimpft werden dürfen, will die Bild erfahren haben (siehe die beiden nachfolgenden Updates zu diesem Streit). Ebenfalls noch nicht bestätigt, aber immerhin fürs Urlaubsland Bayern nicht unspannend: Wie ntv erfahren haben will, soll ab dem 22. März der Aufenthalt in Ferienwohnungen, Ferienhäusern und Wohnmobilen mit sanitären Anlagen wieder möglich sein - unter bestimmten Bedingungen.

Corona Gipfel Merkur-Exklusiv: Söder fällt über Laschet her - und setzt sich durch

Update vom 3. März, 17.34 Uhr: Merkur.de* hat exklusive Infos aus der Ministerpräsidenten-Schalte bekommen und kann die bisher kursierenden Informationen bestätigen und ergänzen. Auch nach unseren Informationen ist eine heftige Kontroverse zwischen den Unions-Parteichefs Söder und Laschet ums Impfen entbrannt. Söder verlangte, die Hausärzte sofort einzubinden. Laschet wollte das schieben. Wenn man heute darüber rede, man öffne das System für Hausärzte, „dann haben wir die morgen am Hals“, wird der CDU-Chef zitiert. Söder reagierte ungehalten. Er sei nicht glücklich mit der Freigabe für Ärzte erst ab Mitte April. Es sei bedauerlich, wenn bei Laschet sonst Impfchaos ausbreche. Ob Laschet offenbar kein Vertrauen in die Ärzte habe, wenn er das so kritisch sehe, wollte Söder noch wissen. Offenbar gibt es jetzt einen Kompromiss mit einem Zeitraum „nach Ostern“. Söder hat sich also durchgesetzt.

Zuvor war Söder nach einem Bild-Bericht bereits mehrmals mit Daniel Günther, dem Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein aneinandergeraten. „Markus Söder ist heute sehr wütend“ zitiert das Blatt den Eindruck aus Teilnehmerkreisen.

Corona-Gipfel aus Bayern-Sicht: Imfpstreit eskaliert

Update vom 3. März, 16.56 Uhr: Fällt die Impfverordnung für Deutschland und damit die Priorisierung? Die aktuelle Diskussion beim Corona-Gipfel in Berlin legt das nahe. Söder hat die Impf-Debatte bereits zum Start des Gipfels angefeuert (siehe vorheriges Update). Astrazeneca solle sofort für alle freigegeben werden und durch Hausärzte, Krankenhäuser und so weiter verimpft werden dürfen, so seine bekannte Forderung. Die Impfverordnung, in der deutschlandweit eine klare Prioritätenliste festgeschrieben ist, angeführt von den über 80-Jährigen, die bekanntlich in Bayern mehrheitlich noch immer ganz hinten anstehen*, würde dann fallen und nur noch als Empfehlung gelten. Überraschend: Laut bild.de soll Spahn grundsätzlich von der Idee nicht abgeneigt sein, die Ärzte selbst entscheiden zu lassen. So dass diese im Zweifel die Priorisierungs-Verordnung einfach übergehen dürfen.

Söder-Vorstoß zu Impf-Priorisierung löst Diskussion aus: Zuspruch und Warnung vor Chaos

Update vom 3. März, 15.36 Uhr: Seit 14.30 Uhr läuft die Videoschalte zwischen Bund und Ländern, eigentlich war der Start für 14 Uhr geplant. Zu Beginn soll Bayerns Ministerpräsident Markus Söder vehement dafür geworben haben, keinen Impfstoff liegen zu lassen. „All you can vaccinate...“ soll der Ausspruch des CSU-Chefs gelautet haben. Man müsse aus der starren „Impfbürokratie“ in mehr Flexibilität kommen, so die Forderung. Aus diesem Grund müsse man so schnell wie möglich alle Ärzte einbeziehen, also auch niedergelassene Hausärzte, Betriebsärzte, Krankenhäuser und dann auch Schulärzte. Söder bezog sich dabei dem Vernehmen nach zunächst auf den Impfstoff von Astrazeneca. Dies müsse später aber auch für andere Impfstoffe gelten.

Für seinen Vorstoß soll Söder Zuspruch erhalten haben, etwa von Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller (SPD) und Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern. Wie bereits vor dem Gipfel bekannt geworden war, lehnen jedoch Merkel, Laschet und Spahn diese Pläne aus Bayern ab. Rheinland-Pfalz-Ministerpräsidentin soll dagegen vor einem großen Chaos gewarnt haben und die aktuellen Prioritäten verteidigt haben.

Corona-Lockdown vor Verlängerung: Wirtschaft zeigt sich „fassungslos“

Schon bevor Ergebnisse des Gipfels final feststehen, zeigte sich die Wirtschaft entsetzt. Denn Hotels und Reiseveranstalter dürfen laut Beschlussvorlage vorerst nicht mit Lockerungen rechnen. Der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft spricht deshalb von einem „Schlag ins Gesicht“. Man sei „fassungslos“, erklärte Verbandspräsident Michael Frenzel am Mittwoch.

Corona-Gipfel in Deutschland: Merkel und Länderchefs tagen zum weiteren Vorgehen

Update vom 3. März, 14.08 Uhr: Heute entscheidet sich das weitere Vorgehen in der Corona-Krise in Deutschland. Die Länderchefs beraten am Nachmittag mit Kanzlerin Angela Merkel. Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder ist dabei. Der CSU-Chef wird auch an der Pressekonferenz nach dem Gipfel teilnehmen. Morgen sind die heutigen Beschlüsse dann auch Thema im bayerischen Kabinett. Der Ministerrat stimmt am Donnerstag über die Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz ab.

„Müssen jetzt vorankommen“: CSU-Minister macht Druck auf Söder - neue Hoffnung für den Sport

Update vom 3. März, 10.59 Uhr: Heute tagt Kanzlerin Merkel mit den Länderchefs zum weiteren Vorgehen in der Corona-Krise (siehe Erstmeldung). Der Präsident der Bayerischen Landesärztekammer, Gerald Quitterer, hat vor zu starken Lockerungen von Lockdown und Kontaktbeschränkungen gewarnt. Denn dies könne leicht wieder zu einem erheblichen Anstieg der Neuinfektionen führen und die Erfolge der letzten Monate zunichte machen. Das schrieb Quitterer in der März-Ausgabe des Bayerischen Ärzteblatts.

Er rief zugleich dazu auf, die Impfstoffe nicht schlecht zu reden. Es gehe darum, mit allen zugelassenen Impfstoffen* schwere Krankheitsverläufe zu verhindern beziehungsweise eine Covid-19-Erkrankung zu vermeiden. Die Impfung gebe Anlass zur Hoffnung auf eine Normalisierung des Lebens in der zweiten Jahreshälfte. „Der positive Trend der vergangenen Wochen setzt sich Ende Februar offenbar nicht mehr fort. Doch dank der verschiedenen zugelassenen Corona-Impfstoffe verfügen wir nun über die Mittel, Sars-CoV-2 mittelfristig in Schach zu halten“, so der Ärztepräsident.

Corona-Lockdown in Bayern - Innenminister stellt klar: Kontaktfreier Sport an der frischen Luft zuerst möglich

Kurz vor Beginn des Corona-Gipfels hat Bayerns Innenminister Joachim Herrmann einen vorsichtigen Wiedereinstieg in den Breitensport im Corona-Lockdown in Aussicht gestellt. Er könne sich vorstellen, dass zunächst kontaktfreie Sportarten - darunter fallen etwa Golf oder Tennis - an der frischen Luft ausgeübt werden können, sagte der CSU-Politiker am Mittwoch im Innenausschuss des bayerischen Landtags. „Das ist deutlich zu unterscheiden von einer Mannschaftssportart in einer geschlossenen Halle“, sagte Herrmann.

„Wir müssen jetzt wirklich vorankommen, zumindest die einen oder anderen Angebote zu lockern“, betonte der Minister. „Jetzt müssen wir abwarten, was die Ministerpräsidentenkonferenz produziert“, sagte er. Herrmann könne sich vorstellen, dass es Spielräume für Lockerungen entsprechend der regionalen Inzidenzwerte geben könnte.

Er erklärte weiter, insbesondere für Kinder und Jugendliche sei die Wiederaufnahme von Sportangeboten wichtig - aus gesundheitlicher und gesellschaftlicher Perspektive. „Kinder und Jugendliche brauchen ein bisschen Gruppencharakter“, so Herrmann. Er machte auch darauf aufmerksam, dass sportliche Betätigung und Fitness auch die Widerstandsfähigkeit gegen das Coronavirus erhöhen können. „Der Sport hat auch eine gesundheitliche Bedeutung“, sagte Herrmann. Für sinnvoll erachte er, Trainer und Übungsleiter im Breitensport bevorzugt - ähnlich wie Lehrer und Erzieher - für eine Anti-Corona-Impfung zuzulassen.

Lockdown in Bayern: Zwei Corona-Tests pro Woche für Lehrkräfte und Kita-Personal

Mitarbeitende in Bayerns Schulen und Kitas sollen sich künftig zwei Mal wöchentlich auf Corona testen lassen. Dafür stünden zunächst 8,6 Millionen Selbsttests monatlich zur Verfügung. Das teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch mit. Sobald weitere Lieferungen eintreffen, sollen auch Schüler über 15 Jahren wöchentlich einen Schnelltest durchführen können.

Bald würden noch mehr Corona-Tests zur Eigenanwendung beschafft, kündigte das Ministerium an. Das Angebot könnte dann auch für jüngere Schüler ausgeweitet werden. „Schrittweise werden die Testungen erhöht - auch angepasst an die weiteren Entwicklungen in Begleitung des Wegs hin zu mehr Präsenzunterricht“, erklärte ein Sprecher des Ministeriums. „Die Tests sind freiwillig“, sagte der Sprecher. „Sie sind einfach anzuwenden und tragen dazu bei, infektiöse und oft asymptomatische Personen zu entdecken.“ Ein positives Ergebnis müsse durch einen PCR-Test überprüft werden, solange stünden Betroffene unter Quarantäne.

Corona-Lockdown in Bayern vor Verlängerung: Erste Details durchgesickert - Söder warnt

Erstmeldung vom 3. März, 9.32 Uhr: München - Am heutigen Mittwoch berät Kanzlerin Angela Merkel* mit den Länderchefs über das weitere Vorgehen in der Corona*-Krise. Kurz vor Beginn der Beratungen zu den nächsten Schritten haben Bund und Länder ihre Vorstellungen präzisiert. Der aktualisierte Beschlussentwurf der Bund-Länder-Arbeitsgruppe, der der AFP am Mittwoch vorlag, sieht exakte Vorgaben für einen Notbremsen-Mechanismus vor. Damit soll es möglich sein, bei einem Anstieg der Infektionszahlen zu strengeren Kontaktbeschränkungen zurückzukehren.

Corona-Gipfel: Lockdown vor Verlängerung, aber Lockerung der Kontaktbeschränkungen?

Diese Notbremse soll gezogen werden, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz* an drei aufeinanderfolgenden Tagen auf über hundert steigt, heißt es. Dann sollen „ab dem zweiten darauffolgenden Werktag“ die bislang gültigen Kontaktbeschränkungen wieder in Kraft treten. Damit würde die Möglichkeit zu privaten Zusammenkünften wieder auf den eigenen Haushalt und eine weitere Person beschränkt. Kinder bis 14 Jahre werden dabei aber nicht mitgezählt. Generell planen Bund und Länder dem Entwurf zufolge, schon ab Montag die privaten Kontaktbeschränkungen zu lockern: Dann dürfen sich wieder bis zu fünf Menschen aus zwei Haushalten treffen.

Auch die Bedingungen für die Wiedereröffnung des Einzelhandels wurden in der aktualisierten Beschlussfassung leicht gelockert. Demnach war zunächst geplant, nur einen Kunden pro 20 Quadratmeter zuzulassen. Der aktuelle Entwurf sieht nun vor, einen Kunden pro zehn Quadratmeter „für die ersten 800 Quadratmeter Verkaufsfläche“ zuzulassen. Darüber hinaus darf es dann einen Kunden pro 20 Quadratmeter geben.

Weg aus dem Corona-Lockdown: Fünftstufiger Öffnungsplan - Bald wieder Freizeitveranstaltungen?

Die aktualisierte Beschlussvorlage skizziert zudem einen fünfstufigen Öffnungsplan für den Weg aus dem Lockdown - der am Vortag bekannt gewordene Entwurf hatte noch aus vier Stufen bestanden. Die neu hinzugefügte fünfte Stufe sieht vor, Freizeitveranstaltungen im Außenbereich mit bis zu 50 Menschen zuzulassen; Voraussetzung dafür soll sein, dass die Sieben-Tage-Inzidenz nach Inkrafttreten der vorherigen Stufe 14 Tage lang unter 35 bleibt.

In der neuen Vorlage bleibt es dabei, dass die Länder die Entscheidung über die Öffnungsschritte fällen. Die Öffnungen können dann landesweit oder regional erfolgen. Grundsätzlich soll der Lockdown* den Plänen nach bis zum 28. März verlängert werden.

Corona-Gipfel: Kanzlerin Merkel berät mit Söder und weiteren Länderchefs zum Vorgehen

Die Beratungen zwischen der Kanzlerin* und den Ministerpräsidenten beginnen ab 14 Uhr. Anschließend wird es eine Pressekonferenz geben. Mit dabei sein wird auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Der CSU*-Chef plädierte mehrfach für einen vorsichtigen Kurs in der Corona-Krise. „Wir brauchen die richtige Balance zwischen Vorsicht und Öffnen. Es darf keinen unkontrollierten Öffnungsrausch geben. Die Lage ist instabil. Wir dürfen jetzt nicht die Nerven verlieren. Besser ein klarer Kompass, als ein Blindflug in die dritte Welle hinein“, schrieb er auf Twitter. (kam/AFP)*Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Markus Schreiber/dpa/dpa-Bildfunk

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