Energiemangel und Geh-Schwierigkeiten

Alarmierende Coronavirus-Studie: Patienten klagen über Lungenschäden - mehrere Monate nach Erkrankung

Ein Forscher in Tianjin in China liefert Nachweisreagenzien für das neue Coronavirus an.
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Eine Corona-Studie der Universität Wuhan beschäftigt sich mit möglichen Langzeitschäden durch eine Covid-19-Erkrankung (Symbolbild).

Ärzte warnen vor möglichen Folgeschäden einer Covid-19-Erkrankung - vor allem an der Lunge. Eine Corona-Studie aus dem chinesischen Wuhan weist nun in diese Richtung.

  • Kann eine Covid-19-Erkrankung mit Langzeitschäden einhergehen? Eine aktuelle Studie aus China widmet sich der Frage.
  • Die Forscher fanden noch sehr lange Lungen-Beeinträchtigungen bei Patienten - bei einem sehr hohen Prozentsatz.
  • Auch deutsche Lungenärzte warnten kürzlich vor möglichen Spätfolgen einer Erkrankung am neuartigen Coronavirus.

Wuhan - Kann Sars-CoV-2* bei Erkrankten Langzeitschäden verursachen - und wenn ja, welche? Als ursprünglicher Ausgangspunkt der Corona-Pandemie* vermuten Wissenschaftler einen Markt in der Großstadt Wuhan in China. Dort wurde an der Universität Wuhan nun laut der britischen Tageszeitung The Times eine Studie abgeschlossen, deren Ergebnisse in diese Richtung weisen. Demnach konnten bei fast allen an Covid-19*-Erkrankten noch Monate nach ihrer Diagnose Schäden an ihrer Lunge festgestellt werden.

Corona-Studie der Universität Wuhan: Covid-19-Erkrankte klagen Monate später über Lungenschäden

Die Studie unter der Leitung von Dr. Peng Zhiyong, Intensivstations-Direktor des Zhongnan-Krankenhauses der Universität Wuhan, ist dem Bericht zufolge auf ein Jahr ausgelegt. Untersucht werden 107 Patienten, die durchschnittlich 59 Jahre alt sind.  Alle hatten während ihrer Covid-19-Erkrankung eine Lungenentzündung und mussten künstlich beamtet werden.

Zhiyongs Auswertung ergab demnach, dass 90 Prozent der Studien-Teilnehmer noch drei Monate nach ihrer Klink-Entlassung eine in ihrer Funktion beeinträchtigte Lunge hatten. Die Probanden klagten demnach über Energiemangel, Schwierigkeiten beim Gehen und Symptomen einer Depression. Viele hatten überdies ihren Geruchs- oder Geschmackssinn nicht vollständig wiedererlangt.

Mögliche Corona-Langzeitschäden? „Es wird vermutet, dass es Spätfolgen geben kann“

Erst Ende des vergangenen Monats warnte auch Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) laut der dpa , dass viele Covid-19-Patienten mehr oder weniger starke Lungenschäden aufwiesen. Das zeigten Bilder aus dem Computertomographen. Die Uniklinik Augsburg veröffentlichte vor kurzem Bilder nach Obduktionen: Die Lungen mancher Corona-Opfer sahen erschreckend aus - löchrig wie ein Schwamm. Die Augsburger Ärzte kamen zu dem Schluss, dass diese Schäden nicht durch die Beatmung, sondern am ehesten direkt durch das Virus entstanden waren.

Mehr zur Sars-CoV-2-Forschung im Video

„Es wird vermutet, dass es Spätfolgen geben kann“, sagte Torsten Blum , Oberarzt in der Berliner Lungenklinik Heckeshorn im Helios Klinikum Emil von Behring, zur dpa. Dabei gehe es nicht allein um Patienten, die lange Zeit an Beatmungsgeräten lagen. „Da wissen wir, dass es Narben im Bereich der Lunge geben kann.“

Wesentliche Fragen beträfen insbesondere die leichteren Fälle. Menschen, die nicht ins Krankenhaus mussten. „Möglicherweise kann dieses neue Coronavirus auch bei ihnen länger anhaltende oder gar dauerhafte Folgeschäden in der Lunge auslösen“, so Blum. Konkret heißt das: Luftnot - vor allem bei Anstrengung.

Das britische Corona-Management scheint alles andere als rundzulaufen. Etwa 740.000 Corona-Tests mussten zurückgerufen werden.

Ein deutsches Forschungsteam hat in einer Studie die Wirkung von Mundspülungen auf das neuartige Coronavirus untersucht, das Ergebnis überrascht. (frs mit Material der dpa) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Unterdessen gibt es in China eine neue besorgniserregende Entdeckung - das Coronavirus wurde auf importierten Chinckenwings gefunden.

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