Rettung für Schulen und Restaurants?

Karlsruher Forscher entwickeln Gerät, das Coronaviren in der Luft nahezu vollständig zerstört

Mit Bühnennebel wird vor den Probanden eines Großversuchs der Universitätsmedizin Halle/Saale in der Arena Leipzig die Ausbreitung von Aerosolen in der Luft simuliert.
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Karlsruher Forscher haben einen Filter entwickelt, der das Coronavirus aus der Luft eliminieren soll.

Forschern aus Karlsruhe ist die Entwicklung eines Corona-Luftreinigers gelungen. Der „Aerobuster“ soll Coronaviren zu fast 100 Prozent aus der Luft entfernen.

Karlsruhe - Noch immer nehmen die Zahl an Neuinfektionen mit dem Coronavirus (*BW24 berichtete) zu, obwohl der Teil-Lockdown bereits seit zwei Wochen* andauert. Ministerpräsident Winfried Kretschmann stellte schon Corona-Forderungen* an die Bundesregierung. Bisher gilt der Mund-Nasen-Schutz als allgegenwärtige Maßnahme*, um sich und andere vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus anzustecken.

Denn durch sogenannte Aerosole, also kleinste Tröpfchen in der Luft, steigt die Ansteckungsgefahr in geschlossenen Räumen. Die Aerosole verbreiten sich durchs Atmen, Sprechen oder Husten. Wissenschaftlern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) ist im Kampf gegen das Coronavirus die Entwicklung eines Luftreinigers gelungen. Ihr „Aerobuster“ soll die Coronaviren mit einer bis zu 100 prozentigen Sicherheit aus der Luft filtern, wie es in einer Mitteilung des KIT heißt.

Corona-Filter: Viruslast wird durch „Aerobuster“ drastisch gesenkt

Ihre Erfindung könnte besonders Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten, Uni-Hörsäle, Arztpraxen oder Restaurants helfen*, die Viruslast in der Atemluft zu verringern. „Erste Ergebnisse zeigen, dass mit unserem ‚Aerobuster‘ luftgetragene Modell-Viren zu fast 100 Prozent inaktiviert werden können. Dabei ist der ‚Aerobuster‘ mit einem hohen Luftdurchsatz extrem leistungsstark und hat deutlich niedrigere Anschaffungskosten als handelsübliche Luftreinigungsgeräte“, sagt Professor Horst Hahn, Leiter des Instituts für Nanotechnologie des KIT und einer der „Aerobuster“-Erfinder.

Simulationen der Aerosolbewegungen in einem durchschnittlichen Klassenzimmer mit 20 Schülern würden belegen, dass die Konzentration mit aktiven Coronaviren durch den „Aerobuster“ drastisch gesenkt werden kann, heißt es in einer Pressemitteilung des KIT. Der Corona-Luftreiniger sei auch einsetzbar in anderen Bereichen mit viel Publikumsverkehr, wie Krankenhäuser, Pflege- und Altenheime, Restaurants, Büros, Werkshallen oder öffentliche Verkehrsmittel und deren Wartebereiche.

KIT-Forscher: Corona-Luftfilter kann zum Heizen der Räume genutzt werden

„Die Vorrichtung besteht aus einem einfachen Metallrohr, einem Lüfter, wie er zur Kühlung von PCs eingesetzt wird, einem Heizmodul und einem Strahler, der ultraviolettes Licht einer bestimmten Wellenlänge aussendet“, so Hahn. Der Luftreiniger sei durch seine Stehlampen-Größe leicht und könne platzsparend an einem Ständer, an der Decke oder an der Wand angebracht werden, heißt es weiter. „Die Abwärme kann zudem zum Heizen der Räume genutzt werden“, ergänzt Thomas Blank vom Institut für Prozessdatenverarbeitung und Elektronik. 

Außerdem könne mit dem „Aerobuster“ künftig auch gegen weitere Pandemien oder Grippewellen eingesetzt werden. „Mit einem geeigneten Partner aus der Industrie könnten binnen weniger Wochen 10.000 Stück verfügbar sein“, sagt Hahn. Die Beschaffungskosten für die Materialien belaufen sich nach Schätzungen der Experten auf rund 50 Euro. *BW24 ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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