Bastellösungen gegen Covid-19

Corona-Maßnahme entsetzt den TÜV: „Dass es nicht zu schwersten Unfällen kam, dürfte purer Zufall sein“

Mit Absperrband sind die vorderen Sitzreihen und die vordere Eingangstür eines Linienbusses in Hannover im März 2020 abgesperrt.
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Um Busfahrer vor Corona zu schützen, hatten manche Verkehrsbetriebe (hier im März 2020 in Hannover) den vorderen Busteil für Fahrgäste abgesperrt.

„Do it yourself" gegen Corona? Kann lebensgefährlich werden. Experten haben jetzt resümiert, was zu Beginn der Pandemie in Bussen so los war. Ihr Urteil ist vernichtend.

  • Der TÜV hat Corona-Schutzmaßnahmen im öffentlichen Nahverkehr geprüft.
  • Eine Vorgehensweise lehnen die Experten dabei vehement ab - es droht Gefahr für Leib und Leben.
  • Nun haben die Prüfer Anforderungen erarbeitet, die bald im Gesetz verankert werden sollen.

Diese Corona*-Maßnahme fällt nicht unter „AHA“ (Abstand, Hygiene, Alltagsmaske) - und sorgt bei Experten für Entsetzen. Der TÜV hat „Bastellösungen“ aus transparenter Folie zum Schutz von Busfahrern gegen Covid-19*-Infektionen scharf kritisiert. „Der freie und äußerst wichtige Blick nach rechts wurde durch Falten und extreme Spiegelungen erschwert bis unmöglich gemacht“, zitiert die Welt am Sonntag aus dem „Bus-Report“ des Verbandes. „Dass es infolgedessen nicht zu schwersten Unfällen kam, dürfte purer Zufall sein.“

Klebeband oder Duschvorhänge? TÜV nimmt bestimmte Corona-Maßnahme in den Blick

Als erste Schutzmaßnahme gegen das Ansteckungsrisiko* hatten viele Nahverkehrsunternehmen den Bereich der Fahrer provisorisch abgetrennt, mitunter mit durchsichtigen Duschvorhängen. Inzwischen werden in die Linienbusse professionelle Trennscheiben eingebaut, unter anderem auf Anregung der Prüfer.

Corona-Schutzmaßnahme im öffentlichen Nahverkehr: „Damit die Betriebserlaubnis der Busse nicht erlischt“

„Der TÜV hat technische Anforderungen erarbeitet, wie Trennscheiben in Bussen und Taxis installiert werden können, um die Fahrer zu schützen und damit die Betriebserlaubnis der Busse nicht erlischt“, sagte der Leiter des Geschäftsbereichs Fahrzeug und Mobilität beim TÜV-Verband, Richard Goebelt, der Zeitung. Diese Regelungen würden in den kommenden Wochen wohl auch gesetzlich festgeschrieben.

Gegen das Coronvirus in Bussen: An Haltestellen Türen für wichtige Frischluftzufuhr öffnen

Aus Sicht der Betreiber ist vor allem die Frischluftzufuhr entscheidend im Kampf gegen die Ausbreitung des Sars-CoV-2-Virus*. „Ein Luftaustausch mit Frischluft ist grundsätzlich besser als eine Luftfilterung beziehungsweise Umwälzung verbrauchter Luft“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen, Oliver Wolff, der Welt am Sonntag. Wenn sich an Haltestellen mehrere oder alle Türen öffnen, sei „eine sehr hohe und vor allem dauerhafte Frischluftzufuhr gewährleistet“. (dpa/frs) *Merkur.de gehört zum Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

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