News-Ticker zur Pandemie

Corona in Europa: Frust in Frankreich - so brechen Franzosen die Regeln

Europa hat die zweite Corona-Welle getroffen. Fast alle Länder befinden sich auf irgendeine Weise in einem Lockdown. Schweden verschärft jetzt die Maßnahmen. In Frankreich macht sich Frust breit.

  • Während der zweiten Welle* der Corona-Pandemie* steigen die Infektionszahlen in Europa.
  • In Frankreich macht sich Frust über den zweiten Lockdown (seit 30. Oktober) breit. Viele Franzosen brechen Corona-Regeln. Selbst das lockere Schweden zieht jetzt die Zügel in der Corona-Krise an.
  • England befindet sich seit Donnerstag im Teil-Lockdown und der Slowakei werden die geltenden Ausgangssperren verlängert.
  • Dieser News-Ticker ist beendet. Alle weiteren Neuigkeiten lesen Sie hier.

Update vom 12. November, 16.28 Uhr: Heimliche Treffen mit der Familie, mit Freunden oder gar ein leidenschaftliches Rendezvous: Rund 60 Prozent der Franzosen haben mindestens einmal gegen die seit zwei Wochen geltende Corona-Ausgangssperre (seit 30. Oktober in Kraft) verstoßen, wie eine am Donnerstag in Paris veröffentlichte Umfrage des Instituts Ifop ergab. Rund 23 Prozent gaben an, sich mit Angehörigen getroffen zu haben, rund 20 Prozent empfingen zuhause Freunde oder besuchten sie. Fast jeder zehnte traf sich demnach mit einem Partner zum Schäferstündchen.

Andere gaben an, für Spaziergänge oder Sport die erlaubte Grenze von einer Stunde täglich im Umkreis von einem Kilometer um die Wohnung überschritten zu haben. Der Leiter der Ifop-Studie, François Kraus, sagte, der zweite Lockdown werde in Frankreich deutlich weniger beachtet als der im Frühjahr. „Es gibt weniger Sorge um die Gesundheit, besonders bei jungen Menschen“, stellte er fest. Vor allem bei Singles gebe es ein „Gefühl der Unverwundbarkeit“.

Corona in Frankreich - Frust und schlechte Laune

Allerdings leiden auch mehr Franzosen unter den erneuten Ausgangsbeschränkungen: 28 Prozent der Befragten gaben an, „schlechte Laune“ zu haben, 38 Prozent berichteten von Schlafstörungen. Das waren deutlich mehr als im Frühjahr. Unter dem Lockdown dürfen die Franzosen nur aus zwingenden Gründen ihre Wohnungen verlassen, etwa zum Arbeiten, Einkaufen oder für Arztbesuche.

Die Corona-Ausgangsbeschränkungen in Frankreich gelten noch mindestens bis zum 1. Dezember 2020, teilt das Auswärtige Amt mit

Corona in Europa: Schweden verbietet Alkohl in Bars und Kneipen

Update vom 12. November, 12.27 Uhr: In Schweden steigen die Corona-Zahlen. „Alle Indikatoren zeigen in die falsche Richtung“, sagte Ministerpräsident Stefan Löfven auf einer Pressekonferenz. Angesichts der brisanten Lage will Schwedens Regierung den Verkauf von Alkohol in Gaststätten nach 22 Uhr verbieten. Bars und Kneipen müssen eine halbe Stunde später zudem schließen. Schon Anfang November wurden die Corona-Regeln verschärft. Seit dem 3. November dürfen in Restaurants maximal acht Personen am selben Tisch sitzen. Das neue Alkohl-Verbot soll am 20. November in Kraft treten und bis Ende Februar 2021 andauern.

Schweden hat seit Beginn der Corona-Krise einen Sonderweg eingeschlagen. Das Land kam bisher ohne Lockdown aus und setzt vor allem auf die Vernunft jedes Einzelnen. Besuche in Seniorenheimen sind jedoch inzwischen wieder verboten. In vielen Regionen gelten eindringliche Empfehlungen, Kontakte, den Nahverkehr und Veranstaltungen zu vermeiden, berichtet die Nachrichtenagentur dpa.

In den vergangenen Wochen war die Zahl der Neuinfektionen in Schweden stark angestiegen. Allerdings nicht so stark, wie in Italien oder Österreich. Seit Beginn der Pandemie hat die Gesundheitsbehörde insgesamt 166.700 Infektionen und 6.082 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus registriert. Schweden hat gut zehn Millionen Einwohner. Zum Vergleich: In Deutschland, das mehr als achtmal so viele Einwohner hat, zählte das Robert Koch-Institut bislang 11.767 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus.

Schweden war in der Corona-Pandemie bisher ziemlich locker. In Stockholm sind die Einlaufstraßen voll.

Corona in Europa: Dramatische Lage - Krankenhäuser in Nachbarländern am Limit

Update vom 11. November, 16.17 Uhr: Frankreich verdoppelt die Anzahl der Intensivbetten, um die zweite Welle von Covid-19-Patienten zu bewältigen, berichtet der The Guardian. Vor der ersten Corona-Welle im März - April habe Frankreich rund 5.000 Intensivbetten zur Verfügung. Die Anzahl der Betten solle laut Präsident Emmanuel Macron schrittweise auf 10.000 erhöht werden. 92,5 Prozent der Betten auf den Intensivstationen waren am Dienstag nach Angaben der französischen Regierung mit Corona-Patienten belegt. Einige Krankenhäuser sind bereits am Limit und mussten Patienten verlegen. Acht französische Patienten sind zur Behandlung nach Deutschland gebracht worden (siehe Update 16 Uhr). Laut der Webseite der französischen Regierung befinden sich derzeit 4.750 Patienten auf der Intensivstation. In den letzten 24 Stunden wurden 22.180 neue Corona-Infektionen und 473 Todesfälle gemeldet.

Corona in Europa - Belgien, Niederlande und Frankreich fliegen Covid-19-Patienten aus

Corona in Europa: Die Intensivstationen in Frankreich sind am Limit. Die Betten sind von Corona-Patienten belegt. Schwerkranke werden nach Deutschland geflogen (Symbolfoto)

Update vom 11. November, 16 Uhr: Seit dem erneuten steilen Anstieg der Corona-Infektionen in Europa in diesem Herbst sind bislang 36 Patienten aus dem europäischen Ausland zu Behandlung nach Deutschland gebracht worden, teilt die Nachrichtenagentur AFP mit. Die meisten Betroffenen, nämlich 25, seien aus Belgien hierher verlegt worden, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes am Mittwoch in Berlin.

Die belgischen Patienten wurden demnach ebenso wie drei an Covid-19 Erkrankte aus den Niederlanden nach Nordrhein-Westfalen gebracht. Außerdem seien acht französische Patienten zur Behandlung ins Saarland gekommen.

Corona: Dramatischer Infektions-Anstieg - Größte Stadt Europas schränkt öffentliches Leben stark ein

Update vom 10. November, 14.02 Uhr: Europas größte Stadt Moskau hat wegen der immer dramatischer steigenden Corona-Infektionszahlen für zwei Monate die Schließung von Restaurants, Bars und Nachtclubs zwischen 23.00 und 6.00 Uhr angeordnet. Bis 15. Januar seien auch alle Massenveranstaltungen verboten, teilte Bürgermeister Sergej Sobjanin mit.

Die Schritte seien nötig, um den Anstieg der Neuinfektionen zu stoppen. Studenten von Hochschulen und Colleges müssen derweil zum Online-Unterricht übergehen. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen liegt bei circa 6000. Einen Lockdown wollten die Behörden in Moskau aber weiter vermeiden.

Das wird nicht mehr möglich sein: Kunden sitzen vor einem Restaurant in Moskau.

Corona in Europa: Deutsches Nachbarland mit erfreulicher Entwicklung

Update vom 10. November, 10.38 Uhr: Tschechien hat eine weitere negative Schwelle überschritten. Die Zahl der Corona-Toten liegt mittlerweile über 5000. Insgesamt seien 5.074 Menschen in Verbindung mit Covid-19 gestorben, teilten die Gesundheitsbehörden mit. Bei den täglichen Neuansteckungen zeichnete sich hingegen eine Entspannung ab. Im Laufe des Montags wurden 6.048 neue Fälle registriert, die geringste Zahl an einem Werktag seit knapp einem Monat.

Tschechien hatte drastische Maßnahmen ergriffen, um die Pandemie wieder in den Griff zu bekommen. In unserem Nachbarland herrscht eine nächtliche Ausgangssperre, außerdem wurden Schulen und Restaurants geschlossen.

Ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mit Coronavirus infiziert

Update vom 9. November, 17.20 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich mit dem Coronavirus infiziert. „Trotz aller Quarantänemaßnahmen habe ich ebenfalls ein positives Ergebnis erhalten“, schrieb das Staatsoberhaupt am Montag in Sozialen Netzwerken mit. Der 42-Jährige hat nach eigenen Angaben eine erhöhte Temperatur von 37,5 Grad Celsius, fühlt sich jedoch gut. In der Selbstisolation werde er weiterarbeiten. „Die Mehrheit überwindet Covid-19, und ich werde das auch durchstehen. Alles wird gut!“, schrieb er.

In der Ukraine werden fast täglich neue Rekordzahlen bei Infektionen und Sterbefällen gemeldet. Seit Beginn der Pandemie im Frühjahr wurden in dem osteuropäischen Land mehr als 460.000 Infektionen registriert. Mehr als 8500 Menschen starben mit dem Virus.

Corona in Ungarn: Lockdown mit nächtlicher Ausgangssperre

Update vom 9. November, 13.57 Uhr: Angesichts des rasanten Anstiegs der Zahl der Corona-Neuinfektionen in Ungarn hat Ministerpräsident Viktor Orban einen Lockdown über sein Land verhängt. Die Maßnahmen umfassen eine nächtliche Ausgangssperre von 20 Uhr bis fünf Uhr morgens. Hinzu kommt die Schließung von Gaststätten und Hotels, mit Ausnahmen für Geschäftsreisende und den Übergang vom Präsenz- zum Digitalunterricht in den Schulen ab der achten Klasse. Die neuen Maßnahmen treten am Mittwoch um Mitternacht in Kraft und gelten vorerst für 30 Tage.

„In den Krankenhäusern steht alles bereit“, sagte Orban in einem Video, das er am Montag auf seiner Facebook-Seite veröffentlichte. „Wenn aber die Zahlen weiter im gegenwärtigen Ausmaß ansteigen, werden Ärzte, Pfleger und Krankenhäuser die ihnen auferlegte Last nicht mehr bewältigen können.“ Nach Ansicht vieler Kritiker reagierte Orban relativ spät auf die starke Zunahme an Corona-Infektionen in Ungarn. Allein am Montag verzeichneten die Behörden 5162 bestätigte Fälle innerhalb eines Tages. 55 Patienten starben im selben Zeitraum an den Folgen einer Corona-Erkrankung.

Corona in Tschechien: Niedrigster Wert bei Neuinfektionen seit vier Wochen

In Tschechien ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen an einem Tag auf den niedrigsten Wert seit vier Wochen gesunken. Am Sonntag kamen lediglich 3608 neue Fälle hinzu, wie am Montag aus den Daten des Gesundheitsministeriums hervorging. Allerdings wird am Wochenende üblicherweise weniger getestet und gemeldet als an Werktagen. Zuletzt hatte Tschechien einen der steilsten Anstiege der Infektionsraten in Europa verzeichnet. Nach Angaben der EU-Gesundheitsagentur ECDC gab es innerhalb von 14 Tagen statistisch 1506,3 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner. Das war der höchste Wert unter allen EU-Mitgliedstaaten.

Der Leiter des Prager Instituts für Gesundheitsstatistik (UZIS), Ladislav Dusek, warnte vor voreiligem Optimismus. Man befinde sich an einem Wendepunkt, sei aber noch sehr verletzlich, sagte er der Onlineausgabe der Zeitung Pravo. „Jetzt ist nicht die Zeit für Experimente, sondern dafür, die Maßnahmen mit Nachdruck einzuhalten“, mahnte Dusek. Auf dem Messegelände in der zweitgrößten Stadt Brünn (Brno) wurde unterdessen ein weiteres Notkrankenhaus fertiggestellt. Es verfügt über 300 Betten und soll vorerst nur als Reserve vorgehalten werden. An manchen kleineren Krankenhäusern der Region gehen bereits jetzt die Kapazitäten für Covid-19-Patienten aus.

Frankreich: Mehr als 40.000 Corona-Todesfälle

Update vom 8. November, 6.14 Uhr: In Frankreich sind mittlerweile mehr als 40.000 Menschen infolge der Corona-Pandemie gestorben. Mindestens 40.169 Menschen seien seit Beginn ums Leben gekommen, wie die französischen Gesundheitsbehörden am Samstagabend mitteilten. In den vergangenen 24 Stunden seien in den Krankenhäusern mehr als 300 Corona-Tote gezählt worden.

Frankreichs Parlament stimmte endgültig der Verlängerung des Gesundheitsnotstands im Zuge der Coronakrise zu. Die Abgeordneten der Nationalversammlung votierten mehrheitlich für eine Verlängerung bis zum 16. Februar. Die Opposition will den Gesetzesentwurf allerdings dem Verfassungsrat zur Prüfung vorlegen. Der Gesundheitsnotstand schafft den gesetzlichen Rahmen, um Einschränkungen per Verordnung durchzusetzen.

Coronavirus in Europa: Mehr als 60.000 Neuinfektionen in Frankreich

Update vom 6. November, 22.37 Uhr: In Frankreich wurden in den vergangenen 24 Stunden mehr als 60.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Das meldeten die französischen Gesundheitsbehörden am Freitagabend. Es handelt sich um einen Rekordwert seit Beginn der groß angelegten Tests. Innerhalb eines Tages sind zudem rund 400 Menschen in Krankenhäusern im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Hinzu kommen noch einmal mehr als 400 Tote in Altenheimen und Pflegeeinrichtungen. Diese Zahl wird allerdings nicht täglich erhoben.

Die Nachrichtenagentur AFP berichtete unter Berufung auf die nationale Gesundheitsbehörde, dass die Daten zu Neuinfektionen wegen einer technischen Panne in den letzten Tagen nicht vollständig gewesen seien. Es könnte demnach also durchaus noch zu Nachmeldungen kommen. Die Zahl der Neuinfektionen dürfte also höher sein. Frankreich hatte zuletzt pro Woche mehr als zwei Millionen Corona-Tests durchgeführt.

Corona in Europa: Lettland ruft erneuten Notstand aus

Lettland ruft aufgrund der Entwicklung der Corona-Pandemie zum zweiten Mal den Notstand aus. Die Regierung in Riga erklärte am Freitag einen rund einmonatigen Ausnahmezustand in dem baltischen EU-Land vom 9. November bis 6. Dezember. „Wenn wir nicht entschlossen und sofort handeln, besteht die Gefahr, dass wir jegliche Möglichkeit verlieren, die Pandemie zu kontrollieren“, sagte Ministerpräsident Krisjanis Karins

Der Notstand wurde laut Karins von der Regierung nach Beratungen mit Gesundheitsexperten einstimmig beschlossen. Staatspräsident Egils Levits bezeichnete die Entscheidung, gegen die es einen Protest vor dem Regierungsgebäude gab, als „notwendig und richtig“. Zur Eindämmung der Pandemie hatte die lettische Regierung bereits Mitte März frühzeitig einen Notstand ausgerufen, der zum 10. Juni auslief.

Corona in der Slowakei: Landesweite Massentests werden am Wochenende fortgesetzt

Update vom 6. November, 21.37 Uhr: Die Slowakei setzt an diesem Wochenende ihre landesweiten Corona-Massentests fort. Nach dem Plan der Regierung in Bratislava soll ein großer Teil der 5,5 Millionen Einwohner des Landes ein zweites Mal einem Antigen-Schnelltest unterzogen werden. Zur Testung aufgerufen sind alle über zehn Jahre alten Bewohner, sowohl Inländer wie auch Ausländer.

Die Teilnahme an der beispiellosen Aktion ist formell freiwillig. Ab Montag fallen aber alle, die kein negatives Testergebnis vorweisen können, unter eine rigorose Ausgangssperre. Nicht einmal der Weg zur Arbeit ist ihnen erlaubt. Über 65 Jahre alten Personen empfiehlt die Regierung, nicht zum Test zu gehen, sondern für die Dauer der Pandemie lieber ganz zu Hause zu bleiben.

In einer ersten Runde am vergangenen Wochenende ließen sich über 3,6 Millionen Menschen auf das Coronavirus testen. Der populistisch-konservative Regierungschef Igor Matovic wertete die kurzfristig angekündigte Aktion als Erfolg, den sich andere Länder zum Vorbild nehmen könnten. Mehr als 38.000 positiv Getestete seien in Quarantäne geschickt worden, die sonst unentdeckt die Infektion weiterverbreitet hätten, erklärte er.

Die Ärztekammer kritisierte die Aktion indes als Verschwendung ohnehin knapper Ressourcen. Kommunalverwaltungen klagten, ohne ausreichende Information und Vorbereitungszeit in „die größte logistische Aktion in der Geschichte der Slowakei“ geworfen worden zu sein. Als Reaktion auf die Kritik änderte die Regierung ihren ursprünglichen Plan. Jenes Drittel der Bezirke, in denen die erste Runde besonders wenige Infektionen bestätigt hatte, muss nun nicht mehr mitmachen.

Corona in Norwegen: Hauptstadt Oslo führt strengere Maßnahmen ein

Die norwegische Hauptstadt Oslo führt von Montag an strengere Maßnahmen ein, die eine weitere Verbreitung des Coronavirus stoppen sollen. Theater, Museen, Trainingsstudios und Schwimmbäder bleiben geschlossen. Private Versammlungen außerhalb der eigenen vier Wände werden verboten. „Die Infektionsrate ist viel zu hoch“, sagte Bürgermeister Raymond Johansen am Freitag. „Wir müssen tun, was wir können, um die Infektionen zu reduzieren.“ Wenn es gelingen solle, die soziale Aktivität auf ein Minimum zu beschränken, müssten die Orte geschlossen werden, an denen sich Menschen versammelten, so Johansen. Restaurants und Bars können demnach geöffnet bleiben, dürfen aber keinen Alkohol mehr ausschenken. Im Oktober wurden in Oslo 1885 Neuinfektionen gemeldet. Im frühen Stadium der Pandemie im März waren es noch 1290.  

Corona in Europa: Estland mit Rekord bei Zahl der Neuinfektionen

Update vom 6. November, 19.39 Uhr: In Estland hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen am Freitag mit 241 Fällen binnen 24 Stunden einen neuen Höchststand erreicht. Die meisten davon wurden in der Hauptstadt Tallinn und der umliegenden Region verzeichnet. Dies teilte die Gesundheitsbehörde in Tallinn mit. Der bisherige Rekordwert lag bei 208 Fällen.

Behördenleiter Üllar Lanno sagte einem Rundfunkbericht zufolge in Tallinn, das Infektionsniveau habe im gesamten Land zugenommen. Er empfahl, öffentliche Veranstaltungen bis auf Weiteres abzusagen. Sozialminister Tanel Kiik kündigte an, die Regierung werde am Dienstag neue Corona-Einschränkungen und Schutzmaßnahmen erörtern.

Corona in Frankreich: Patienten in kritischem Zustand nach Deutschland verlegt

Aus der französischen Grenzregion Grand Est sind erneut Corona-Patienten nach Deutschland verlegt worden. Wie das Regionalkrankenhaus Metz-Thionville mitteilte, wurden am Donnerstag und Freitag Patienten im kritischen Zustand nach Saarbrücken und Völklingen im Saarland gebracht. Man wolle damit einer kompletten Auslastung der intensivmedizinischen Abteilungen zuvorkommen.

Der französische Abgeordnete Christophe Arend schrieb auf Twitter von insgesamt acht verlegten Patienten. Wie ein Sprecher des französischen Krankenhauses sagte, handle es sich dabei um die ersten Verlegungen aus der Region Grand Est ins Ausland seit Beginn der zweiten Corona-Welle in Frankreich.

Frankreich hat derzeit stark mit der Corona-Pandemie zu kämpfen. Mit mehr als 58.000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden war am Donnerstag ein neuer Höchstwert erreicht worden. Zuletzt wurden außerdem knapp 450 Menschen innerhalb eines Tages auf Intensivstationen eingewiesen. Um besonders betroffene Regionen zu entlasten, werden auch innerhalb des Landes Menschen in andere Krankenhäuser verlegt.

Corona in Frankreich: Handel mit gefälschten negativen Testergebnissen in Paris

Update vom 6. November, 16.32 Uhr: Wegen des Handels mit gefälschten Corona-Tests sind in Frankreich sieben Personen vorläufig festgenommen worden. Wie die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft berichtet, sollen die Festgenommenen gefälschte negative Testergebnisse am Flughafen Charles de Gaulle im Nordosten von Paris an Reisende verkauft haben. Für einen gefälschten Test sollen sie dabei zwischen 150 und 300 Euro einkassiert haben. Ermittler fanden auf ihren Handys mehr als 200 gefälschte Testergebnisse.

Im März soll es zum Prozess gegen die vermuteten Fälscher kommen. Den sechs Männern und der Frau im Alter von 29 bis 52 Jahren drohen bis zu fünf Jahre Gefängnis und eine Geldstrafe bis zu 375.000 Euro. Wegen der Corona-Pandemie ist die Einreise in manche Länder aktuell teils nur mit negativem Corona-Test möglich.

Europa versinkt im Corona-Tumult: Nur ein Land hat die Pandemie im Griff - Infektionszahlen sinken stetig

Update vom 6. November, 07:17 Uhr: Während die Infektionszahlen in weiten Teilen Europas rasant in die Höhe schießen und täglich neue Rekordwerte zu verzeichnen sind, hat Finnland das Virus verhältnismäßig gut im Griff. Die Zahl der Neuinfektionen in dem skandinavischen Land gehen sogar zurück. Insgesamt haben die Finnen die niedrigste Infektionsrate in gesamt Europa. In den vergangenen zwei Wochen im Schnitt bei 45,7 Fällen je 100.000 Einwohner. Auch die wirtschaftlichen Folgen fallen in Finnland weitaus milder aus, als in weiten Teilen der EU.

Wie die dpa (Deutsche Presseagentur) berichtete, orientiert sich Finnland an dem Sonderweg des Nachbarlandes Schweden, die bei ihren Bürgern weitestgehend auf eine gesunde Eigenverantwortung plädieren. Wie in anderen nordeuropäischen Ländern auch ist das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die Behörden groß. Widerstand gegen die Corona-Regeln der Regierung gibt es kaum. 

Corona in Europa: Engländer ziehen vor dem Lockdown feiernd durch die Straßen - Griechenland beschließt harte Maßnahmen

Update vom 5. November, 17.15 Uhr: In Schweden sind am Donnerstag mehr als 6000 Tote in Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert worden. Wie die Gesundheitsbehörde FOHM mitteilte, ist die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen Wochen rasant angestiegen. Fast zehn Prozent der getesteten Menschen waren vergangene Woche positiv. Vor zwei Wochen waren es den Angaben zufolge noch 5,6 Prozent. Am Donnerstag wurden insgesamt 141.764 Infizierte und 6002 Tote in der offiziellen Corona-Statistik ausgewiesen. Daraus gehen auch 314 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 14 Tagen hervor.

Ministerpräsident Stefan Löfven teilte am Donnerstag auf Facebook mit, dass er und seine Frau sich freiwillig in Quarantäne begeben haben. Jemand aus seinem Umkreis war in Kontakt mit einer Person, die positiv auf Corona getestet wurde. „Die Entwicklung geht schnell in die falsche Richtung“, schrieb Löfven. „Immer mehr sind infiziert. Mehr Menschen sterben. Die Situation ist ernst.“

Corona in Europa: Norwegen verschärft Einreisebestimmungen

Angesicht steigender Corona-Zahlen hat auch die norwegische Regierung am Donnerstag weitere Einschränkungen angekündigt. Einreisende aus Ländern mit hohen Infektionsraten müssen von Montag an einen negativen Corona-Test vorweisen und zehn Tage in Quarantäne gehen. Das gelte auch für Verwandtenbesuche, sagte Ministerpräsidentin Erna Solberg am Donnerstag. Ausgenommen sei, wer aus den Nachbarländern Schweden und Finnland zur Arbeit nach Norwegen pendelt.

Corona in Europa: Tschechien meldet neuen Rekordwert bei Neuinfektionen

Update vom 5. November, 15.33 Uhr: Die Zahl der bestätigten Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages ist in Tschechien auf einen neuen Rekordwert geklettert. Das Gesundheitsministerium in Prag meldete am Donnerstag 15.729 bestätigte Fälle innerhalb der vergangenen 24 Stunden. Das ist der größte Zuwachs innerhalb eines Tages seit Ausbruch der Corona-Pandemie. Zudem ist die Zahl der an Covid-19 erkrankten Patienten, die eine Krankenhausbehandlung brauchen, mit 8300 auf den bislang höchsten Stand angestiegen.

Corona in Griechenland: Dreiwöchiger Lockdown ab Samstag

Die griechische Regierung hat einen dreiwöchigen Lockdown von Samstag an für das ganze Land verfügt. Premier Kyriakos Mitsotakis erklärte am Donnerstagmittag in einer Fernsehansprache, er könne nicht zulassen, dass das Gesundheitssystem überlastet werde. Schon jetzt sei die Zahl der Neueinweisungen in Krankenhäuser hoch, sagte Mitsotakis. „Geht es so weiter, sind in den nächsten Tagen die ersten Krankenhäuser am Limit.“

Ab Samstagmorgen um 6 Uhr müssen alle Läden außer Supermärkten, Apotheken und anderen lebenswichtigen Geschäften schließen. Außerdem gilt von 21 bis 5 Uhr eine allgemeine Ausgangssperre. Ausgenommen sind Berufstätige, die vom Arbeitgeber eine entsprechende Bestätigung mitführen. Wer tagsüber einkaufen oder zum Arzt gehen will, muss per SMS darüber informieren. Die Schulen im Land werden, mit Ausnahme von Kindergärten und Grundschulen, auf Online-Betrieb umstellen. In ganz Griechenland gilt Maskenpflicht.

Belgien: Gesamtzahl der Corona-Patienten geht zurück - allerdings mehr Intensivpatienten

Im heftig von der Corona-Pandemie betroffenen Belgien ist die Zahl der Covid-19-Patienten in den Krankenhäusern erstmals seit Wochen leicht zurückgegangen. Die Intensivstationen der Krankenhäuser des Landes werden jedoch weiterhin stärker ausgelastet, wie aus Daten der Gesundheitsbehörde Sciensano vom Donnerstag hervorgeht.

Von Dienstag auf Mittwoch ist die Zahl der Corona-Patienten im Krankenhaus demnach um 1 Prozent auf 7405 zurückgegangen. Es war der erste Rückgang seit fast zwei Monaten. 1412 dieser Personen wurden auf Intensivstationen behandelt - ein Zuwachs um 4 Prozent. Damit nähert Belgien sich weiter der derzeitigen Maximal-Kapazität von rund 2000 Intensivbetten. Weil einige Krankenhäuser bereits überlastet waren, wurden Patienten zum Teil in andere Einrichtungen und auch nach Deutschland gebracht. Die Zahl der Corona-Todesfälle steigt unterdessen weiter stark an. Im Wochenvergleich legte der Wert um 106 Prozent auf knapp 147 Todesfälle täglich zu.

Corona in Europa: England ab Donnerstag im Teil-Lockdown

Erstmeldung vom 5. November: München - In England gilt zur Bekämpfung der Corona-Pandemie* seit diesem Donnerstag ein Teil-Lockdown mit weitreichenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Gastronomie, Kulturstätten, Sportzentren und Freizeiteinrichtungen müssen schließen. Schulen und Universitäten dürfen hingegen geöffnet bleiben. Anders als in Deutschland wird auch der Handel für einen Monat lang geschlossen. Supermärkte und andere als notwendig eingestufte Geschäfte dürfen weiterhin offen bleiben. Die englische Bevölkerung soll ihre Wohnungen bis zum Ende des Lockdowns am 2. Dezember nur noch aus triftigem Grund verlassen.

Corona in England: Teil-Lockdown in Kraft - Höchste Warnstufe für staatlichen Gesundheitsdienst NHS

Für den staatlichen Gesundheitsdienst NHS gilt zudem derzeit die höchste Warnstufe. NHS-England-Chef Simon Stevens erklärte, man steuere auf eine „ernste Situation“ zu. Im Nordwesten Englands habe im Oktober bereits ein Viertel der geplanten Operationen wegen Covid-19-Patienten verschoben werden müssen. Dies werde auch in anderen Regionen zunehmen. Mit aktuell knapp 11.000 Corona-Patienten in den englischen Krankenhäusern sehe man in vielen Regionen bereits mehr Menschen in den Krankenhäusern als während der ersten Welle im April, sagte Stevens in einem BBC-Interview.

Premierminister Boris Johnson gestand am Mittwoch im Parlament Mängel am britischen Testsystem und bei der Nachverfolgung ein. Seine Regierung setzt nun große Hoffnungen auf Schnelltests*. Am Freitag soll in der besonders schwer betroffenen Stadt Liverpool ein Pilotprojekt starten, bei dem allen Bürgern Schnelltests angeboten werden sollen.

Corona in England: Feiern und Ausschreitungen am letzten Abend vor dem Teil-Lockdown

In vielen englischen Städten, vor allem in der Hauptstadt London ist es am Mittwoch noch zu ausgiebigen Feiern gekommen. Menschenmengen drängten sich durch Straßen, viele Partygänger waren betrunken. „Das ist wie Silvester hier“, sagte ein Mann. In Merseyside im Nordwesten Englands wurden Polizisten, die ein Treffen von Hunderten Menschen auflösen wollten, mit Feuerwerkskörpern attackiert. Die Feiernden hätten nicht nur Einsatzkräfte bedroht, sondern mit ihrem Verhalten auch das Infektionsrisiko erhöht, so die Polizei.

Corona in der Slowakei: Ausgangssperre verlängert - Dilemma für Einreisende

Die Regierung der Slowakei hat am Mittwoch die geltende landesweite Ausgangssperre bis zum 14. November verlängert. Wer keinen negativen Corona-Test* vorweisen kann, darf seine Wohnung nicht einmal mehr für den Weg zur Arbeit verlassen. Erlaubt sind nur dringend notwendige Besorgungen und das Absolvieren eines Corona-Tests.

In ein besonderes Dilemma geraten Menschen, die aus dem Ausland in die Slowakei einreisen. Nach einer Reihe widersprüchlicher Regierungsankündigungen der letzten Tage veröffentlichte das Außenministerium in Bratislava am Mittwoch eine Auslegung der aktuell gültigen Bestimmungen, die Klarheit schaffen sollte. Aufgrund einer Regierungsverordnung darf man demnach zwar aus Deutschland oder einem anderen nicht als Risikoland eingestuften Staat ungehindert einreisen, ohne einen negativen Corona-Test vorzuweisen oder eine Quarantäne antreten zu müssen. Aufgrund einer gleichzeitig geltenden anderen Vorschrift gilt aber auch für diese Einreisenden das Verbot, sich ohne negativen Corona-Test frei im Land zu bewegen.

Corona in Polen: Neue Rekordmarke erreicht - Regierungschef warnt vor vollständigem Lockdown

In Polen hat die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus* erstmals die Marke von 27.000 überschritten. Innerhalb von 24 Stunden kamen 27.143 neue Fälle hinzu, die meisten davon (3888) in der Region Großpolen im Westen des Landes, wie das polnische Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte. Im gleichen Zeitraum starben 367 Menschen in Zusammenhang mit dem Coronavirus*.

Angesichts der drastisch steigenden Zahl von Neuinfektionen hatte Regierungschef Mateusz Morawiecki am Mittwoch gewarnt, das Land befinde sich einen Schritt vor einem vollständigen Lockdown und der Verhängung einer Ausgangssperre. Ab Samstag gelten in Polen weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Kinos, Theater und Museen werden erneut geschlossen. Ebenso Geschäfte in Einkaufszentren, mit Ausnahme von Lebensmittelläden und Apotheken. Alle Schulen stellen auf Fernunterricht um. Die Auflagen sollen bis zum 29. November gelten.

In Luxemburg ist der 7-Tage-Inzidenz-Wert* derweil auf 750 angestiegen. Auch in Österreich steigen die Zahlen weiterhin besorgniserregend an. In Dänemark ist das Coronavirus auf Tiere übergesprungen und mutiert. Jetzt sollen alle 15 Millionen Tiere in Dänemark wegen der gefährlichen Mutation geschlachtet werden. (ph/dpa) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © JOEL SAGET/AFP

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