Covid-19 Mallorca

Coronavirus-Panne auf Mallorca: Infektionszahlen deutlich höher als gedacht

Ein Informatik-Fehler sorgte dafür, dass nur ein Bruchteil der eigentlichen Coronavirus-Infektionen erfasst werden konnte. Vergangene Woche verhängte Mallorca bereits eine Quarantäne für sozial schwache Viertel der Balearen-Hauptstadt Palma. Die Bewohner dürfen das Viertel nur in Notfällen verlassen. 

  • Eine Informatik-Panne sorgte dafür, dass Mallorca und die Balearen nur einen Bruchteil ihrer Coronavirus-Neuinfektionen dokumentiert hat.
  • Mallorca verordnet den sozial schwachen Vierteln Son Gotleu, Can Capes, La Soledad und Son Canals eine strikte Quarantäne.
  • Die Inselregierung auf Mallorca greift gegen Missachter der Corona-Vorschriften durch. Bis zu 3.000 Euro werden für Treffen mit mehr als zehn Menschen fällig, 100 für Rauchen ohne Sicherheitsabstand.
  • Zurzeit warnen Deutschland, Österreich und die Schweiz vor Reisen nach Mallorca.

Palma- Steht der Herbst-Urlaub auf Mallorca vor dem Aus? Ein harter Schlag erschüttert die Insel: Am Wochenende wurde ein Informatik-Fehler erkannt, der dafür sorgte, dass die Balearen in den letzten Tagen nur sehr wenige Coronavirus-Infektionen verbuchte. Man hoffte, dass Deutschland, Österreich und die Schweiz schon bald ihre Reisewarnung für die Lieblingsinsel der Urlauber zurücknehmen könnte. Mit Bezug auf die Angaben von Eugenia Carandell, Direktorin im balearischen Gesundheitsministerium, berichtete die Wochenzeitung „Mallorca-Zeitung", dass Mallorca zuletzt eigentlich 120 bis 170 Sars-CoV-2-Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen erlebte. Deutschland erklärt Gebiete ab durchschnittlich 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen zu Risikogebieten.

Diese Informationen sind äußerst besorgniserregend, so steht Mallorca in Sachen Coronavirus schlechter da als andere Regionen in Spanien. Andalusien und Valencia liegen zum Beispiel zwischen 55 und 60 Ansteckungen je 100.000 Einwohner - sofern die von den Behörden gemeldeten Zahlen in diesen Fällen stimmen. Für ganz Spanien wurde zuletzt ein Wert von 113 angegeben.

MallorcaInsel in Spanien
Einwohner (2019)896.038
Bevölkerung923.608 (2019)
Größte GemeindePalma de Mallorca

Coronavirus Mallorca: Arbeiterviertel in Palma in Quarantäne

Update 10. September: Die Balearenregierung verhängt eine Quarantäne über die sozial schwachen Viertel on Gotleu, Can Capes, La Soledad und Son Canals in Mallorcas Hauptstadt Palma. Die Bewohner dürfen ihr Viertel nur verlassen, um zur Arbeit zu gehen, einen Arzttermin wahrzunehmen, dringende Einkäufe zu tätigen oder Angehörige zu pflegen. Grund für die strikte Maßnahme ist der extrem starke Anstieg an Coronavirus-Infektionen in diesen Vierteln. Die Maßnahme betrifft insgesamt über 20.000 Menschen und ist erst einmal auf 15 Tage befristet.

Coronavirus Mallorca: 100 Euro Strafe für Raucher, 3.000 Euro für Gruppentreffen

Update 31. August: Die Balearen-Regierung auf Mallorca greift gegen Einheimische und Touristen durch, die die Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus nicht befolgen. Ganz Spanien hat neue Vorschriften eingeführt*, die die Verbreitung stoppen soll. In den vergangenen Tagen hat sich die Infektionslage auf den Balearen deutlich erholt, trotzdem hat die Regierung in Palma harte Sanktionen angedroht: Für Rauchen ohne Sicherheitsabstand werden 100 Euro fällig und für Treffen in großen Gruppen über zehn Personen sogar 3.000.

Hier alle Coronaregeln auf Mallorca im Überblick:

  • Rauchen im Freien ist verboten, wenn der Mindestabstand von zwei Metern zu anderen Personen nicht gewährleistet ist. Das gilt nicht nur für Zigaretten und Zigarren, sondern zum Beispiel auch für Wasserpfeifen oder E-Zigaretten.
  • Diskotheken, Tanzsäle, Karaokebars und Pubs mit und ohne Livemusik bleiben ab sofort geschlossen.
  • In Restaurants, Bars, Strandbars und auf deren jeweiligen Terrassen müssen eineinhalb Meter Platz zwischen den Tischen eingehalten werden. An einem Tisch dürfen maximal zehn Personen sitzen.
  • Bars und Restaurants müssen spätestens um 1 Uhr schließen. Speisen und Getränke aus den Lokalen dürfen nicht außerhalb der Terrassen konsumiert werden.
  • Ebenso wenig dürfen Gruppen auf der Straße oder auf öffentlichen Flächen zusammenstehen und (alkoholische) Getränke zu sich nehmen.
  • Private Treffen und Feiern müssen auf maximal zehn Personen beschränkt werden.
  • Veranstaltungen mit mehr als 400 Personen müssen vorab vom Gesundheitsamt genehmigt werden.
  • In Seniorenheimen und ähnlichen Einrichtungen werden alle neuen Bewohner vorab per PCR-Test auf das Coronavirus getestet. Bewohner dürfen nur noch den Besuch von einer Person empfangen, maximal eine Stunde täglich.

Coronavirus Mallorca: 144 Hotels schließen wegen Reisewarnung

Update 28. August: Mallorcas Hoteliers der Vereinigung FEHM geben an, dass in dieser Woche - eigentlich noch mitten in der Saison - schon 144 Hotels schließen mussten, weil wegen des Coronavirus nicht genug Touristen auf die Balearen kommen. Schuld daran sei vor allem die Reisewarnung der deutschen Bundesregierung. 250 weitere Einrichtungen kündigen an, im Laufe der ersten Septemberwochen ebenfalls ihre Türen schließen zu wollen, da die Belegung durch Reiseeinschränkungen nicht vorhersehbar sei. Ähnlich schwierig sieht es für den Tourismussektor an der Costa del Sol* aus.

Coronavirus Mallorca: Dürfen Touristen bald wieder auf die Balearen?

Update 26. August: Die deutsche Bundesregierung erwägt, bald wieder Reisen nach Mallorca für Touristen zu erlauben. Erstmals seit Wochen sank die Anzahl der Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen auf 32, also deutlich unter die kritische Marke von 50, die das Auswärtige Amt für eine Reisewarnung gesetzt hat. Gleichzeitig musste die Insel ihre Fälle von Anfang des Monats um 1.000 nach oben korrigieren. Ein Patient erlag am Wochenende den Folgen von Covid-19.

Coronavirus: Deutscher Arzt auf Mallorca gestorben

Update, 20. August: Mallorca trauert um den deutschen Privatmediziner Dr. Bernd Kablitz. Wie merkur.de* berichtet, hatte der auf seiner Lieblingsinsel praktizierende Arzt keinerlei Vorerkrankungen und trieb viel Sport*. Seine Kollegen von der Ärztekammer berichten, er sei mit leichten Symptomen auf das Coronavirus getestet worden und habe dann plötzlich unter stärkeren Beschwerden gelitten. Der Chirurg und Spezialist für Verdauungskrankheiten hinterlässt eine Frau und zwei Kinder.

Coronavirus Mallorca: Österreich spricht Reisewarnung aus, Schweizer müssen in Quarantäne

Update, 19. August: Österreich hat seine Reisewarnung auf Mallorca und die weiteren Balearen-Inseln ausgeweitet. Das spanische Festland steht bereits seit dem 10. August auf der Liste der Coronavirus-Risikogebiete. Die Reisewarnung für Mallorca und den Rest der Balearen gilt ab Montag, 24. August. Wer ab dann von einer der drei Inseln zurück nach Österreich reist, muss sich dort auf Covid-19 testen lassen. Die Schweiz setzt Mallorca ab Donnerstag, 20. August, auf die Quarantäne-Liste. Rückreisende von den Balearen müssen ab dann für zehn Tage in häusliche Quarantäne. Anders als in Deutschland oder Österreich hebt ein negativer PCR-Test die Quarantänepflicht nicht auf.

Coronavirus Mallorca: Reisewarnung auch für Österreicher?

Update 18. August: Presseberichten zufolge berät nach Deutschland nun auch Österreich über eine Reisewarnung für Mallorca. Bislang wurde die Insel im Gegensatz zum spanischen Festland noch nicht zum Risikogebiet erklärt. Die Entwicklung auf den Balearen bereite der österreichischen Bundesregierung aber Sorgen. Mallorca schickt immer mehr Coronavirus-Patienten ins Krankenhaus und auf die Intensivstationen (UCI), auch wenn die Anzahl der aktiven Covid-19-Fälle seit dem Wochenende leicht gesunken ist. Sie beläuft sich aktuell 1.467 Infizierte (42 weniger als am Wochenende), 133 davon im Krankenhaus, 21 auf der Intensivstation.

Coronavirus: Reisewarnung für Mallorca - Not-Rückflüge für 40.000 deutsche Touristen

Update 17. August: Die Inselregierung auf Mallorca hat schärfere Maßnahmen gegen das Coronavirus beschlossen. Treffen mit Familien oder Freunden, egal ob Touristen oder Einheimische, sind nun auf zehn Personen begrenzt und das Nachtleben muss um spätestens 1 Uhr nachts schließen. Von vielen deutschen Touristen indessen, die von ihren Pauschalreiseveranstaltern zurück in die Heimat geflogen werden, kommen Beschwerden, sie würden lieber auf Mallorca ihren Urlaub abschließen und sich dann eventuell vor dem Rückflug schon in Spanien testen* lassen, wie costanachrichten.com* berichtet. Selbst Deutschlands Gesundheitsminister Jens Spahn gesteht den Touristen zu, „mit Aufpassen“ den Urlaub im Coronarisikogebiet Mallorca doch noch fortzuführen.

Coronavirus-Reisewarnung für Mallorca: Quarantäne und Tests

Update 15. August: Nachdem die Bundesregierung eine Reisewarnung ausgesprochen hat, bieten auf der Insel tätige Reiseveranstalter spontan organisierte Rückflüge für über 40.000 deutsche Touristen an. Die Inselregierung wiederum fordert, dass Deutschland die Inseln wie andere Länder auch, als sogenannte „sichere Korridore" weiterhin in Betrieb hält. Doch da auch die Balearen die vom Robert-Koch-Institut gesetzten Grenzen überschreitet, wird dies wohl erst passieren, sobald die Infektionen auch auf der Lieblingsinsel der Deutschen wieder abnehmen.

Update 14. August: Die Coronavirus-Infektionsraten auf Mallorca entwickeln sich weiter ins Negative, Deutschland hat eine Reisewarnung für Mallorca ausgesprochen*, wie wa.de* berichtet. Die Reisewarnung schließt für Touristen, die von Mallorca zurückreisen, zahlreiche Regeln wie Testpflicht und Quarantäne* ein. Neben Mallorca und den anderen Balearen haben das Robert-Koch-Institut und das Auswärtige Amt auch die übrigen Balearen und das spanische Festland zu Risikogebieten erklärt.

Update 12. August: Die Balearen müssen die Anzahl ihrer aktiven Covid-19-Fälle drastisch nach oben korrigieren. Aktuell sind 228 Menschen erkrankt, 100 mehr als nach der letzten Erhebung. Als größte Insel verzeichnet Mallorca die meisten Infektionen mit dem Sars-CoV-2. Auch Touristen haben sich mit dem Coronavirus angesteckt, einzelne von ihnen befinden sich in Quarantäne. Die Inselverwaltung vermeldet, dass der Anstieg auch mit Personen zu tun habe, die sich der Quarantäne widersetzt haben und daraufhin andere infiziert haben.

Keine Coronavirus-Quarantäne für Mallorca-Touristen: Österreich und Schweiz verschärfen Regeln nur für das Festland

Update 10. August: Mallorca hat 90.000 Euro an ein Hotel auf der Insel bezahlt, um Touristen, die positiv auf das Sars-CoV-2 getestet wurden oder Kontakt mit einem Coronainfizierten hatten, sicher in Quarantäne unterzubringen. Aktuell befinden sich auf Mallorca zwölf Touristen in Corona-Hotel-Quarantäne und fünf Einheimische.

Update 6. August: Österreich ordnet eine PCR-Testpflicht für Touristen aus Spanien an. Die Balearen und Kanaren sind explizit davon ausgenommen.

Update 5. August: Die Schweiz steckt Touristen, die aus Spanien einreisen, in Quarantäne. Grund dafür ist der Anstieg der Infektionszahlen. Mallorca und die Kanaren bleiben vorerst von der Pflicht verschont.

Update 3. August: Mallorca blickt auf sein schwächstes Tourismus-Jahr seit langem zurück. „Wir haben für die kommenden drei Wochen kaum Reservierungen. Aktuell gilt unsere größte Sorge dem Personal, das wir mit dem aktuellen Umsatz kaum halten können“, erklärt der Vorsitzende des mallorquiner Hoteliersvereins ACH, Gabriel Llobera. Die allgemeine Quarantäne-Pflicht für Briten und auch die immer strenger werdenden Regeln für Deutsche, Schweizer und Österreicher sorgen für Unsicherheit bei Touristen, ob sie ihre Reise wirklich antreten können.

Coronavirus an Mallorcas Stränden: Tourist erkrankt im Strandhotel

Update 31. Juli: Mallorca macht einen neuen Coronavirus-Ausbruch in einem Strandhotel nahe der Kleinstadt Santanyí aus. Neun Personen befinden sich Quarantäne, nachdem ein Urlauber positiv auf das Sars-CoV-2 getestet wurde.

Update 29. Juli: Die Coronavirus-Infektionen auf Mallorca steigen rasant an. Allein von Freitag bis Montag seien 33 Menschen auf den Urlaubsinseln positiv auf das Sars-CoV-2 getestet worden, berichtet das balearische Gesundheitsministerium. Somit sind schon mehr als 150 Menschen erkrankt.

Coronavirus Mallorca: Infektionsherde in Touristen-Siedlungen

Update 28. Juli: Das balearische Gesundheitsministerium hat bekannt gegeben, dass es einen neuen Infektionsherd mit zehn Coronavirus-Infizierten in s‘Arenal de Llucmajor gibt. Alle positiv Getesteten befanden sich in derselben Wohnung, sechs von ihnen zeigten keinerlei Symptome. Die Nachbarschaft wird streng überwacht.

Coronavirus Mallorca: Die britische Regierung verordnet Spanien-Touristen eine vierzehntägige Quarantäne

Update 27. Juli: Die britische Regierung kündigt an, für Rückreisende aus Spanien eine zweiwöchige Coronavirus-Quarantäne* anzuordnen. Das trifft den ohnehin schon angeschlagenen Tourismus in der Saison 2020 hart. Viele Mallorquiner begrüßen aber Einschränkungen des Massentourismus und demonstrieren gegen Urlauber, die trotz allem auf die Insel kommen.

Update 20. Juli: Mallorca erwägt eine Quarantäne-Pflicht für Reisende aus den Partyzonen, die bereits Covid-19-Fälle verzeichnet haben. Beantragt ist jedoch noch nichts, beruhigt die Inselregierung besorgte Touristen. Denn momentan sei es noch schwierig, genaue Coronavirus-Risikozonen zu definieren. Sollten die positiven Tests auf das Sars-CoV-2 aber zunehmen, werde die Lieblingsinsel der Deutschen eine solche Maßnahme in Erwägung ziehen, sagen Vertreter. Aktuell werden aber weniger Neuinfektionen verzeichnet, wohl auch durch die Schließung der Bars und Diskotheken in den Feier-Hotspots Magaluf und Ballermann. Immer mehr Regionen in Spanien reagieren auf die steigenden Infektionszahlen mit verschärften Maßnahmen*.

Update 16. Juli: Nachdem zahlreiche Touristen, vor allem Deutsche und Engländer, die Regeln zum Schutz vor dem Coronavirus gebrochen haben, sahen sich die Balearen gezwungen, die großen Partymeilen Ballermann und Magaluf auf Mallorca weitestgehend zu schließen*, berichtet costanachrichten.com*. Wann die Restaurants, Bars und Clubs wieder öffnen, wurde nicht bekannt gegeben. Aktuell meldet die Inselgruppe aber über 40 aktuelle Fälle von Covid-19. Die Betroffenen sind in Quarantäne und ihr Umfeld wird auf das Sars-CoV-2 getestet.

Mallorca: Ballermann nach Missachtung der Corona-Regeln geschlossen

Erstmeldung vom 10. Juli 2020: Palma de Mallorca - Mallorcas Tourismus, am Lieblingsziel der Deutschen, ist in Gefahr oder wird zumindest drastisch begrenzt. Am Donnerstag (9. Juli) hat das Parlament der Balearen beschlossen, ab sofort nur noch maximal 430.000 Betten für Touristen anzubieten. Touristen wie Reiseveranstaltern stellen mit Entsetzen fest, dass die Kapazitäten der Hotels und Ferienwohnungen in den kommenden Jahren um über 20 Prozent nach unten gefahren werden. Und das, obwohl die Begeisterung der Deutschen und anderen Urlauber aus aller Welt für Spanien in den vergangenen Sommern keine Grenzen kannte. Mallorca war dabei unangefochtener Urlaubs-Spitzenreiter: Allein im vergangenen Jahr empfing das „17. Bundesland“ im spanischen Mittelmeer 16 Millionen Urlauber aus dem Ausland und das bei einer Einwohnerzahl von gerade einmal knapp unter einer Million. Das Vorhaben hat auch mit dem Coronavirus zu tun, da viele Inselbewohner auf den Balearen fürchten, dass Sars-CoV-2 in den internationalen Ferienfliegern im Sommer 2020 mit einreist.

Mallorca begrenzt Touristen im Corona-Jahr 2020: Wann neue Regeln in Kraft treten

Mallorcas erklärtes Ziel ist es, die Anzahl ihrer Betten für Touristen langfristig zu reduzieren. Doch aktuell müssen sich die Mallorca-Liebhaber noch nicht allzu zu sehr sorgen: Bereits laufende Lizenzen für Hotels und Ferienwohnungen werden nicht aufgekündigt, bereits gebuchte Unterkünfte für 2020 und auch darüber hinaus werden also bei Antritt der Reise immer noch verfügbar sein. Daran ändert auch die Angst vor einem Einschleppen des Coronavirus auf die Balearen nichts. Die Verringerung der Zimmer und Wohnungen wird eher peu à peu eintreten, denn Gastwirte auf der Insel müssen bei der Beantragung einer neuen Lizenz oder bei der Verlängerung ihrer Verträge einen Schlüssel erfüllen, sodass weder die Gesamtzahl der Touristen auf der spanischen Insel Überhand nimmt, noch einzelne Orte unter einer großen Last zusammenbrechen. Insgesamt sollen durch dieses Verfahren 120.000 im Laufe der nächsten Jahre abgebaut werden, das entspricht über 20 Prozent aller Unterkünfte auf der Insel. 

Mallorca beschränkt Touristen im Corona-Jahr 2020: Neue Verteilung über die Insel

Mallorca möchte seine Urlauber besser über die Insel verteilen. Deswegen werden neue Lizenzen für Vermietungen oder Hotels nun danach vergeben, wie viel touristische Infrastruktur sich bereits am betroffenen Ort befindet. Gerade im Corona-Jahr 2020 sei es immens wichtig, dass große Ansammlungen vermieden werde, so die Verantwortlichen. Ein komplettes Verbot für den Ausbau des Tourismus gibt es in den folgenden Orten: 

  • Platja de Palma: Der beliebte Stadtstrand von Palma de Mallorca darf keine neuen Touristen mehr empfangen. 
  • S’Arenal: Rund um den Ballermann können keine neuen Unterkünfte mehr entstehen.
  • Peguera: Im Lieblingsort von Aktivtouristen im Südwesten der Insel wird es in Zukunft ruhiger zugehen. 
  • Santa Ponça: Die Bucht unweit der Inselhauptstadt Palma darf nicht mehr Touristen aufnehmen. 
  • Palmanova und Magaluf: An den englischen Partyorten wird der Sangria in Zukunft weniger fließen.
  • Kleine Strandorte: Die völlig überfüllten Strandorte Cala Bona, Cala Millor, Sa Coma, S’Illot und Cales de Mallorca, die vor einigen Jahrzehnten mal als Geheimtipp in Spanien galten, werden jetzt weniger Urlauber aufnehmen.  

Mallorca beschränkt Touristen im Corona-Jahr 2020: Ferienwohnungen unter Beschuss

Ganz besonders geht Mallorca Privatleuten an den Kragen. Wohnungen oder Zimmer auf Mallorca für die Sommermonate an Touristen zu vermieten, ist ab sofort verboten. Dabei stellt gerade diese Vermietung für viele Spanier eine lebenswichtige Einnahmequelle dar, besonders auf den teuren Balearen, die sich weit mehr als das Festland an das Preisniveau der Herkunftsländer der Urlauber wie Deutschland oder England angepasst hat. Gleichzeitig machen es diese Vermietungen, die zum Beispiel über die Plattform Airbnb erfolgen, Einheimischen fast unmöglich, eine Wohnung zu finden, die sie dauerhaft mieten können. Das hat die Hauptstadt Palma bereits 2018 dazu gebracht, das Portal für das Stadtgebiet zu verbieten. Viele Bewohner mussten aber schon jetzt Sozialhilfen beantragen, weil sie aufgrund der durch Covid-19 geplatzten Tourismussaison 2020 vor dem wirtschaftlichen Ruin stehen.

Doch auch die professionellen mallorquinischen Gastwirte werden nicht gleichermaßen ins Gebet genommen: Besonders für Mallorcas berühmte „Finca“-Landhäuser wird die Landluft dünner. Pools dürfen nur sehr wenige von ihnen bauen lassen und um die idyllischen alten Häuschen im eigentlich leeren Inland der Insel zu vermieten, muss der Eigentümer nachweisen, dass er gleichzeitig auch Landwirtschaft betreibt. Darüber hinaus werden die Betten in Ferienwohnungen auf Mallorca auf 115.000 reduziert, den Rest der 430.000 verbliebenen fallen auf Hotels - und das, obwohl das Gesetz ja einen Versuch darstellen soll, den Massentourismus zu begrenzen. Verärgerte Vermieter vermuten, dass die Hotelier-Lobby einen großen Beitrag an dem neuen Gesetz trägt. Ein bekannter Name, der sich für den Plan stark macht, ist zum Beispiel Carmen Riu, die mit ihrer Kette an Luxushotels in ganz Spanien jährlich mehre Zehntausend Touristen aufnimmt. Dabei würden Ferienwohnungen, die in der Regel wesentlich weniger Urlauber auf wesentlich mehr Raum aufnehmen, einen deutlich größeren Beitrag für die Verringerung des Massentourismus leisten. Diese seien auch in Zeiten der Coronavirus-Gefahr sinnvoll, da so zum Beispiel Ansammlungen an Pools oder Buffets wegfallen, die die Hotels im Jahr 2020 unsicherer machen als in den Vorjahren.

Mallorca beschränkt Touristen im Corona-Jahr 2020: Auch Inselhauptstadt Palma soll ruhiger werden.

Mallorca beschränkt Touristen im Corona-Jahr 2020: Angst vor Neuinfektionen mit Sars-Cov-2

Mallorca hat die Gesetzesverschärfung nicht umsonst 2020 beschlossen. Schon seit vielen Jahren diskutieren Umweltschützer, Politiker und Gastwirte über die Zukunft des Massentourismus auf der spanischen Insel. Ein wichtiger Auslöser ist wohl das Coronavirus. Obwohl die Balearen deutlich schwächer betroffen waren als der Rest von Spanien, haben die Bewohner große Angst, dass mit dem Massentourismus - unter anderem auch aus sehr stark von Covid-19 betroffenen Gebieten wie Madrid, Katalonien und England - das Sars-CoV-2 mit anreist. Gemeinsam mit Katalonien hat die Urlaubsinsel deswegen auch die Maskenpflicht verschärft*. Immer wenn sich ein Tourist oder Einheimischer in der Öffentlichkeit aufhält, muss eine Maske getragen werden. Ausnahme sind Strände, wenn der Sicherheitsabstand von 1,5 Metern eingehalten wird, und einzelne Restaurants, die ihre Tische weit genug auseinander stehen haben und ihren Gästen erlauben, den Mundschutz abzulegen. Wer gegen die Maskenpflicht verstößt, muss mit einem Bußgeld rechnen. Außerdem wird bei der Einreise am Flughafen von Palma eine Gesundheitsbefragung* durchgeführt. 

Mallorca beschränkt Touristen im Corona-Jahr 2020: Einheimische schreiben Plakat gegen Urlauber.

Mallorca beschränkt Touristen im Corona-Jahr 2020: Worauf Urlauber achten müssen

Mallorcas neue Regulierung sowie Coronavirus-Hygienemaßnahmen im Sommer 2020 betreffen vor allem die Tourismus-Industrie. Aber auch Touristen sollten ein paar Regeln einhalten: 

  • Ferienwohnungen auf Mallorca sollten über einen professionellen Reiseveranstalter anstatt über private Portale wie Airbnb gebucht werden. 
  • Hotelbuchungen auf Mallorca für Termine, die weit in der Zukunft liegen, sind nicht ratsam. 
  • Bis auf Weiteres muss auf Mallorca im Jahr 2020 zum Schutz gegen das Coronavirus immer eine Maske getragen werden. Ansonsten gelten auf der Insel dieselben Regeln für Urlauber wie in ganz Spanien*.

Möglicherweise hat die spanische Insel ja den bekannten Ballermann-Hit zum Anlass genommen und sich gedacht: „Scheiß drauf, Malle ist nur einmal im Jahr“. Einheimische wie Touristen werden die Gesetzesänderung des Jahres 2020 auf Mallorca aber sicherlich merken. Von den Folgen des Coronavirus ganz zu schweigen. *costanachrichten.com, wa.de und merkur.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Andreas Drouve/ dpa

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