Zahlen steigen immer weiter

Corona in Spanien: Krise auf Mallorca - wurden die Infektionszahlen tagelang falsch ausgewiesen?

Das öffentliche Leben wird für die Einwohner in vier Vierteln in Palma de Mallorca aufgrund eines lokalen Lockdowns nur noch eingeschränkt möglich sein.

  • In Palma de Mallorca wurde ein lokaler Lockdown für mehrere Viertel veranlasst.
  • Circa 23.000 Personen sind von den Coronavirus*-Maßnahmen betroffen.
  • Zuletzt stiegen die Corona*-Zahlen in den betroffen Gebieten weiter an - laut einem Medienbericht wurden sie tagelang aber falsch übertragen.

Update vom 16. September, 11.33 Uhr: Die balearische Ministerpräsidentin Francina Armengol räumte nun offiziell ein, dass die Sieben-Tage-Inzidenz auf den Balearen deutlich höher liegt, als bisher kommuniziert.

Update vom 12. September, 21.01 Uhr: Wegen einer fehlerhaften Übertragung von Corona-Daten der Balearen an das spanische Gesundheitsministerium in Madrid sind die Infektionszahlen einem Pressebericht zufolge tagelang zu niedrig ausgewiesen worden. So wurde die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner für die vergangenen sieben Tage* aufgrund der Übertragungsfehler mit deutlich unter 50 angegeben, obwohl sie tatsächlich wesentlich höher lag, wie die Mallorca Zeitung am Samstag unter Berufung auf Eugenia Carandell, Direktorin im balearischen Gesundheitsministerium, berichtete.

Nach den Daten der lokalen Gesundheitsbehörde ergebe sich eine Zahl von 120 bis 170 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Für ganz Spanien wird der Wert derzeit mit etwa 113 angegeben.

Die Grenze von 50 ist ein entscheidendes Kriterium für die Bundesregierung, eine Region oder ein Land als Risikogebiet einzustufen oder die Einschätzung auch wieder aufzuheben. Die Balearen mit der beliebten Urlauberinsel Mallorca sind seit Mitte August Risikogebiet und das Auswärtige Amt warnt vor Reisen dorthin wie auch in den Rest Spaniens (siehe Erstmeldung).

Während der Corona-Pandemie im Juli am Strand von Palma de Mallorca.

Während Urlauber sorglos am Strand liegen: Mallorca reagiert immer drastischer auf steigende Zahlen

Update vom 11. September 2020, 16.11 Uhr: Mallorca reagiert auf die steigenden Corona-Infektionszahlen. Die balearische Gesundheitsministerin Patricia Gómez hat am Freitag neue Maßnahmen angekündigt. Konkret geht es um die Schließung von Kinderspielplätzen sowie ein Verbot von Fiestas, Volks- und Markfesten sowie gemeinschaftlichen Abendessen. Die neuen Verordnungen sollen am Samstag (12. September) in Kraft treten und zunächst zwei Wochen gültig sein.

Corona-Lockdown auf Mallorca während Urlauber am Strand liegen - und Rekord-Zahlen in Spanien

Erstmeldung vom 10. September 2020: Palma de Mallorca - Aufgrund steigender und hoher Corona*-Zahlen in vier Vierteln von Palma de Mallorca - und schockierenden Bildern an spanischen Stränden - hat das balearische Gesundheitsministerium harte Maßnahmen verkündet. So wurde ein lokaler Lockdown für den Großraum des Viertels Son Gotleu, einem Teil von Can Capes, dem Norden La Soledats und Son Canals beschlossen. Das berichtet die mallorcazeitung.

Die 23.000 betroffenen Personen, also circa fünf Prozent der Bevölkerung von Palma, aus den Vierteln dürfen den Bereich am Freitag um 22 Uhr nur noch verlassen, „um ihre Arbeitsstellen aufzusuchen, zum Arzt zu gehen, in ihre Bildungseinrichtungen zu besuchen oder um sich Pflegebedürftige zu kümmern.“

In Palma de Mallorca wurde ein lokaler Lockdown für vier Viertel verhängt.

Lokaler Corona-Lockdown in Palma de Mallorca: Geschäfte und Bars bleiben offen

Zwar bleiben Geschäfte, Cafés und Bars mit halben Kapazitäten bis 22 Uhr geöffnet, jedoch forderte Ministerin Gómez die Bevölkerung auf, „nach Möglichkeit ganz zu Hause zu bleiben“. Dementsprechend werden Treffen von mehr als fünf Personen verboten, die Fitnessstudios werden geschlossen.

Nachdem eine erste Welle Spanien und ganz Europa sowie Deutschland bereits im März und April 2020 in Atem gehalten hatte, scheint die von vielen Experten gefürchtete zweite Welle nun in einigen Ländern Einzug zu halten. Seit Anfang Juli steigen die Zahlen in ganz Spanien, fast 11.000 Neuinfektionen wurden allein am 10. September verzeichnet. Damit verzeichnete das Land am Donnerstag den höchsten Anstieg der Neuinfektionen seit Beginn der Pandemie.

Corona auf Mallorca (Spanien): Ausbruch in Seniorenheim

Auch Mallorca ist von der zweiten Welle aktiv betroffen. Wie die Mallorca-Zeitung berichtet, sollen beispielsweise rund 170 Heimbewohner an dem Virus erkrankt sein, erst am Donnerstag soll demnach ein weiterer Ausbruch in einem Seniorenheim verzeichnet worden sein. Rund 25 Personen sollen hier positiv auf das Virus getestet worden sein, wie Diario de Mallorca berichtet.

Die zuständige Landesregierung hat am vergangenen Montag beschlossen, in Stadtteilen und Wohngebieten mit hohen Fallzahlen Restriktionen wie lokale Lockdowns anzuordnen. Demnach wurde das balearische Gesundheitsministerium autorisiert, entsprechende Auflagen zu verhängen. Zuletzt hat das Robert-Koch-Institut*, zum Schock vieler Urlauber, die Kanaren zum Risikogebiet erklärt. Auf Mallorca kam es hingegen zu knallharten Eingriffen der Polizei - teilweise sogar mit Hubschraubern. Derweil verhängt ein Land bereits den zweiten Lockdown. (ta) *merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Jaime Reina/AFP

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