Wichtiger Wert

Mallorca: Plötzlich fallen die Corona-Zahlen ab - Üble Panne der Behörden

Werden die Balearen und Mallorca schon bald nicht mehr als Risikogebiet eingestuft sein? Sah man sich die aktuellen Fallzahlen dieser Tage an, konnte man den Eindruck bekommen. Doch es ist ganz anders.

Palma de Mallorca - Eines der beliebtesten Reiseziele der Deutschen erlebt diesen Sommer eine völlig andere Situation als in pandemiefernen Zeiten. Palma de Mallorca und die Balearen sind wie ganz Spanien schwer von der Corona-Krise gezeichnet.

Corona-Krise auf Mallorca/Spanien: Balearen kein Risikogebiet mehr?

Sah man sich unter der Woche allerdings die offiziellen Daten des spanischen Gesundheitsministeriums an, konnte der Eindruck entstehen, die Situation auf den Balearen würde sich bessern. Laut den Daten kam die Inselgruppe auf eine Sieben-Tage-Inzidenz* von weniger als 40. Folglich infizieren sich pro 100.000 Einwohnern 40 Personen. Das ist zwar kein wirklich entspannter Wert, mit Blick auf das spanische Festland jedoch positiv zu bewerten.

So kommt Melilla etwa auf 178, das Baskenland auf 184 und der interne Corona-Brennpunkt Madrid sogar auf eine Inzidenz von 257. Für ganz Spanien wird der Wert derzeit mit etwa 109 angegeben.

Corona-Krise auf Mallorca: Wegen „Informatikfehler" Inzidenz bei 120 bis 170 statt 40

Also alles bestens auf den Balearen? Mitnichten. Die Infektionszahlen sind nämlich tagelang deutlich zu niedrig angegeben worden. Statt einer Inzidenz von 40 kommt die Inselgruppe tatsächlich mit 120 bis 170 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner auf das bis zu Vierfache. Ein Wert, dem das tatsächliche Pandemiegeschehen* wohl deutlich näher kommt. Schuld an den falschen Daten sei indes ein Übertragungsfehler gewesen, wie Eugenia Carandell, Direktorin im balearischen Gesundheitsministerium, gegenüber der Mallorca Zeitung bestätigte. Carandell sprach von einem „Informatikfehler“, der zu Wochenbeginn behoben sein sollte.

Eine Lappalie sind die falschen Daten derweil allerdings nicht. Denn die Grenze von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern ist ein entscheidendes Kriterium für die Bundesregierung, eine Region oder ein Land als Risikogebiet*einzustufen oder die Einschätzung auch wieder aufzuheben. Die Balearen sind seit Mitte August Risikogebiet und das Auswärtige Amt warnt vor Reisen dorthin wie auch in den Rest Spaniens.

Corona auf den Balearen: „Spanien war und ist von Covid-19 stark betroffen“

„Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen nach Spanien wird derzeit aufgrund hoher Infektionszahlen gewarnt“ heißt es auf der Website der Bundesbehörde. Aus der Einstufung als Risikogebiet resultiert weiterhin eine Reisewarnung und kein -verbot. Bei Wiedereinreise nach Deutschland ist jedoch ein Corona-Test* notwendig, gegebenenfalls kann es auch zu einer Quarantäneverpflichtung kommen.

Alles in allem sollte man sich weiterhin genauer überlegen, ob Spanien beziehungsweise die Balearen aktuell der richtige Urlaubsort sind, denn das Land „war und ist von Covid-19 stark betroffen“, wie das Auswärtige Amt erklärt. (as)

Die balearische Ministerpräsidentin Francina Armengol räumte nun offiziell ein, dass die Sieben-Tage-Inzidenz auf den Balearen deutlich höher liegt, als bisher kommuniziert.

Spanien hat gegen die Ausbreitung des Coronavirus wie kein anderes westeuropäisches Land zu kämpfen. Aufgrund hoher Infektionszahlen, kündigt die Regierung drastische Maßnahmen für Madrid* an. *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © Michael Wrobel/Birdy Media/dpa

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