Schnelltests für alle Bürger

Corona-Zahlen steigen wieder an: RKI-Chef spricht von Trendwende - Spahn rechtfertigt Lockerungen

Jens Spahn nimmt neben Lothar Wieler und Karl-Josef Laumann an der Pressekonferenz teil.
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Jens Spahn nimmt neben Lothar Wieler und Karl-Josef Laumann an der Pressekonferenz teil.

Das Coronavirus breitet sich weiter aus, die Zahlen steigen seit Tagen wieder leicht an. Am Freitag informierten Jens Spahn, RKI-Chef Lothar Wieler und NRW-Sozialminister Laumann bei einer PK über die aktuelle Lage.

Update vom 5. März, 11.30 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat erneut zu Vorsicht bei weiteren Lockerungen von Corona-Beschränkungen gemahnt. Die von Bund und Ländern vorgesehenen Öffnungsmöglichkeiten gingen an die Grenze dessen, was unter dem Gesichtspunkt des Gesundheitsschutzes verantwortbar sei, sagte der CDU-Politiker am Freitag in Berlin. Keine Öffnungsschritte zu wagen, wäre aber auch kaum verantwortbar gewesen. Wichtig sei deswegen die vereinbarte „Notbremse“ für den Fall, dass die Zahl der Neuinfektionen wieder stark ansteigen sollten.

RKI-Chef Lothar Wieler verdeutlichte bei der Pressekonferenz am Freitag, dass sich die Pandemie in Deutschland weiter rasch ausbreite. Die Zahl der Intensivpatienten und auch die Zahl der Todesfälle gingen nur langsam zurück. Es seien immer noch „zu viele“ tägliche Todesfälle. Die Inzidenzen steigen tendenziell wieder an. „Das sind Signale einer Trendumkehr“, so Wieler weiter. Auch wenn in den Bevölkerungsgruppen, die bereits geimpft wurden, ein leichter Rückgang zu verzeichnen sei. Aus diesem Grund sei es wichtig, Impfungen wahrzunehmen und vor allem die Maßnahmen gegen eine Ausbreitung des Virus einzuhalten.

Corona-Zahlen steigen wieder an: RKI-Chef spricht bereits von Trendwende - Spahn rechtfertigt Lockerungen

Update vom 5. März, 10.20 Uhr: Die Pressekonferenz ist beendet.

Update vom 5. März, 9.50 Uhr: Um das Geschehen in Deutschland auch weiterhin im Griff zu behalten, soll die „Notbremse“ rechtzeitig wieder zu Corona-Maßnahmen zurückführen. Wie RKI-Chef Lothar Wieler am Freitag erklärt, werden aktuell jedoch auch viele weitere Indikatoren gleichzeitig beobachtet. So werde sich nicht nur auf die Inzidenz verlassen. Darunter falle unter anderem auch die Belegung der Intensivbetten und die Zahlen der anderen in Deutschland festgestellten Viren. So werden unter anderem auch andere Atemwegs-Erkrankungen beobachtet. So könne die Pandemie aus unterschiedlichen Parametern betrachtet werden.

Update vom 5. März, 9.30 Uhr: Vor wenigen Tagen machte ein Interview von RKI-Chef Lothar Wieler Schlagzeilen. Im Gespräch mit Bild erklärte Wieler, dass sich viele Menschen mit Migrationshintergrund unter den Intensivpatienten befinden würden. „Wir machen Aufklärung in allen Bevölkerungsgruppe, in vielen Sprachen“, knüpft Bundesgesundheitsminister Spahn dort an. Und auch Wieler verdeutlicht: Es gebe keine eindeutigen Zahlen, die dies belegen würden. Es sei jedoch eine Beobachtung, die ihm mehrfach zugetragen worden sei.

Corona in Deutschland: Impfkampagne in NRW verzeichnet erste Erfolge

Update vom 5. März, 9.25 Uhr: Wie Karl-Josef Laumann, Gesundheitsminister in NRW, bei der PK erklärt, könne in Nordrhein-Westfalen ein erster Fortschritt bei der Impfkampagne verzeichnet werden. NRW verzeichne bislang rund 12.000 Todesfälle, rund die Hälfte von ihnen sei in Pflegeheimen verstorben. Aus diesem Grund sei die aktuelle Impfkampagne sehr wichtig. Jede Woche könnten aktuell rund 100.000 Menschen in NRW mit der Erstimpfung und etwa 70.000 Menschen mit der Zweitimpfung versorgt werden. Auch die Ablehnung gegenüber des Vakzins des Herstellers von Astrazeneca nehme endlich ab.

Eine große Baustelle seien aktuell noch chronisch Kranke, da nicht offiziell bekannt sei, wer unter einer chronischen Krankheit leide. Aus diesem Grund sollen Hausärzte in NRW aktuell Krankenakten durchsehen. Im Laufe des März soll dann auch diesen Personen ein Impfangebot unterbreitet werden.

Corona in Deutschland: RKI-Chef bestätigt Signale einer Trendumkehr

Update vom 5. März, 9.15 Uhr: Wie RKI-Chef Lothar Wieler weiter erklärt, gehe die Zahl der Intensivpatienten und auch die Zahl der Todesfälle nur langsam zurück. Es seien immer noch „zu viele“ tägliche Todesfälle. Die Inzidenzen steigen tendenziell wieder an. „Das sind Signale einer Trendumkehr“, so Wieler weiter. Auch wenn in den Bevölkerungsgruppen, die bereits geimpft wurden, ein leichter Rückgang zu verzeichnen sei.

Der Anteil der Mutationen steige in Deutschland weiter an. „Es ist absehbar, dass die Variante B.1.1.7 bald die vorherrschende Variante in Deutschland sein wird“, prognostiziert der RKI-Chef weiter. Diese sei für alle Bevölkerungs- und Altersgruppen gefährlicher als die Ursprungsvariante. Es liege an jedem Einzelnen, durch die Einhaltung der AHA-Regeln eine Eindämmung der Pandemie zu unterstützen. Alle in Deutschland zugelassenen Impfstoffe würden wirken, sie alle würden den Weg aus der Pandemie ebnen. „Wenn Sie einen Impfstoff angeboten bekommen, lassen Sie sich bitte impfen“, richtet Wieler seine Bitte bei der Pressekonferenz an die Bevölkerung Deutschlands.

Corona in Deutschland: Bundesgesundheitsminister Spahn rechtfertigt Öffnungsschritte

Update vom 5. März, 9.05 Uhr: Jens Spahn verdeutlicht gleich zu Beginn der Pressekonferenz: Die Inzidenzen und Zahlen steigen wieder an. „Trotzdem wurden vorgestern erste Lockerungs-Schritte beschlossen. Doch wie passt das zusammen?“, fasst Jens Spahn zunächst eine Frage zusammen, die vielen Bürgern in Deutschland aktuell auf der Seele brennen dürfte. Die von Bund und Ländern vorgesehenen Öffnungsmöglichkeiten gingen an die Grenze dessen, was unter dem Gesichtspunkt des Gesundheitsschutzes verantwortbar sei. Keine Öffnungsschritte zu wagen, wäre aber auch kaum verantwortbar gewesen.

„Klar ist, der Impfstoff ist da und muss rasch verimpft werden“, so Spahn weiter. Es könnte schon bald soweit sein, dass mehr Impfstoff vorhanden sei, als aktuell verimpft werden könnte. Aus diesem Grund sollen schon bald die Arztpraxen mit ins Boot geholt werden. „Die beschlossene Bremse halte ich für wichtig, wir öffnen aber vorsichtig“, rechtfertigt Jens Spahn bei der PK erneut die Lockerungen.

Spahn machte deutlich, dass für den Start kostenloser Schnelltests als Angebot für alle Bürger ab kommender Woche ausreichend Tests vorhanden seien. Das werde nicht überall gleich an diesem Montag der Fall sein, aber viele Bundesländer hätten angekündigt, loslegen zu wollen. Jedes Testzentrum wisse, wo sie zu bestellen seien, dies passiere auch schon. Der Bund übernehme nun die Kosten dafür. Auch Selbsttests für zu Hause kämen jetzt auf den Markt, Hersteller hätten signalisiert, 20 Millionen pro Woche herstellen zu können.

Update vom 5. März, 9 Uhr: Die Pressekonferenz mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, RKI-Präsident Lothar Wieler und NRW-Sozialminister Karl-Josef Laumann beginnt.

Corona-Zahlen steigen seit Tagen wieder an: PK mit Spahn und RKI-Chef Wieler GLEICH live

Ursprungsmeldung vom 5. März 2020: Berlin - Das Coronavirus breitet sich weiter aus, die Maßnahmen in Deutschland werden jedoch ab dem 8. März stufenweise vorsichtig gelockert. Obwohl viele Experten vor der Gefahr einer dritten Welle warnen - schließlich sorgen die um einiges ansteckendere Mutationen des Virus für eine schnellere Verbreitung - möchte die Politik mit den Lockerungen innerhalb der Pandemie ein Zeichen setzen. Zur aktuellen Lage in Deutschland sprechen am Freitag ab 9 Uhr Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, RKI-Präsident Lothar Wieler und NRW-Sozialminister Karl-Josef Laumann.

Corona in Deutschland: Jens Spahn, RKI-Chef Lothar Wieler und NRW-Sozialminister Laumann bei PK am Morgen

Nachdem die durch die Gesundheitsämter in Deutschland gemeldeten Zahlen bereits in den vergangenen Tagen einen leichten Zuwachs im Vergleich zur vergangenen Woche aufgezeigt hatten, meldete das RKI auch am Freitag einen erneuten Anstieg der in Deutschland registrierten Infektionen. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut binnen eines Tages 10.580 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 264 weitere Todesfälle verzeichnet. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 9997 Neuinfektionen und 394 neue Todesfälle verzeichnet.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner, also der sogenannten Sieben-Tage-Inzidenz lag laut RKI am Freitagmorgen bundesweit bei 65,4 - und damit etwas höher als am Vortag (64,7).

Corona in Deutschland: Gehen Lockerungen viel zu weit? Karl Lauterbach zeigt sich besorgt

Vor dem Hintergrund steigender Zahlen zeigte sich SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach von den ersten Corona-Lockerungen in Deutschland alles andere als begeistert. Der Experte befürchtet, dass die Lockerungen eine dritte Welle sogar noch begünstigen könnten. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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